Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Rathenow Polizisten statt Touristen
Lokales Havelland Rathenow Polizisten statt Touristen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
13:26 27.09.2018
Corrado Gursch an seinem Berliner Arbeitsplatz. Von dort bis zum Hotel Adlon, wo Erdogan derzeit wohnt, ist es ein Katzensprung. Quelle: Markus Kniebeler
Rathenow/Berlin

Normalerweise bahnt sich Corrado Gursch, wenn er zur Arbeit geht, den Weg durch ein Touristenmeer. Gursch ist Mitarbeiter im Berliner Büro des CDU-Bundestagsabgeordneten Uwe Feiler. Adresse: Unter den Linden 71. Um dorthin zu kommen, muss Gursch über den Pariser Platz. Und auf dem tummeln sich von morgens bis abends Besucher aus aller Herren Länder. Normalerweise.

Polizisten, Scharfschützen, Panzerfahrzeuge

Am Donnerstagmorgen hatte das Geschehen auf dem prominenten Grundstück vor dem Brandenburger Tor mit Normalität nichts zu tun. Von Japanern mit Selfie-Sticks und den unverwüstlichen Verkäufern von Mauer-Stücken keine Spur. Stattdessen hunderte Polizisten, Scharfschützen, Panzerfahrzeuge, Absperrgitter. Wegen des Staatsbesuchs des türkischen Ministerpräsidenten Recep Tayyip Erdogan, der im Hotel Adlon residiert, herrscht in Berlins Mitte der Ausnahmezustand.

Polizeipanzer nahe dem Hotel Adlon. Quelle: Corrado Gursch

Das hat der Steckelsdorfer Corrado Gursch, dessen Arbeitsplatz gleich neben dem Hotel Adlon liegt, am eigenen Leib erfahren. Sein gewohnter S-Bahn-Ausgang am Brandenburger Tor war gesperrt. An dem einzigen verbliebenen Aufgang nahe der russischen Botschaft musste er seinen Mitarbeiter-Ausweis zum ersten Mal zücken. Vor dem Eingang in das Abgeordnetenhaus, in dem sich das Büro Gurschs befindet, war ein Körperscanner aufgebaut, wie man ihn von Flughäfen kennt. Durch den musste jeder, der das Haus betreten oder verlassen hat.

Von Sicherheitskräften begleitet

Auf dem Weg zum Reichstag – eine Strecke die Gursch fast täglich zurücklegt – wurde er von Polizisten begleitet. „Überall schwer bewaffnete Einsatzkräfte“, berichtete Gursch auf MAZ-Anfrage. „Ganz schön was los hier.“ Von seinem Fenster konnte Gursch beobachten, wie akribisch das Gelände vor dem Adlon abgesucht wurde. So sei beispielsweise ein herrenloses Fahrrad, das an einen Zaun gekettet war, losgeschweißt und entfernt worden.

Allzu genau durften Gursch und seine Kollegen sich das Geschehen allerdings nicht anschauen. „Es gab die Anweisung, die Fenster geschlossen zu halten“, berichtete er. „Daran halten wir uns natürlich“. Eine kluge Entscheidung im Angesicht der Scharfschützen auf den umliegenden Dächern.

Blick vom Bürogebäude, in dem Corrado Gursch arbeitet, auf das Hotel Adlon (li.) und den Pariser Platz. Quelle: Corrado Gursch

So strenge Sicherheitsvorkehrungen habe er in seiner Berliner Zeit noch nicht erlebt, sagt der 30-Jährige, der seit 2013 als Mitarbeiter für Uwe Feiler tätig ist. Höchstens beim Besuch Barack Obamas sei ein ähnliches Polizeiaufgebot zu beobachten gewesen.

Auch als Queen Elizabeth 2015 durchs Brandenburger Tor marschiert sei, habe die Polizei den Platz in Beschlag genommen. „Aber da hätte man sogar hingehen und winken können“, erinnert sich der Steckelsdorfer. Derartige Sympathiebekundungen waren beim Erdogan-Besuch nicht vorgesehen. Offenbar zu gefährlich.

Von Markus Kniebeler

Die Toilette im Rathenower Fontanepark kann seit Jahren nicht mehr genutzt werden. Eigentlich sollte die verwahrloste Anlage längst abgerissen sein. Aber sie steht immer noch.

26.09.2018

Ab dem 1. Januar kommenden Jahres übernimmt der Kreis die Wohngeldstelle der Stadt Rathenow. Das Büro im Rathaus wird aufgelöst, die verbleibende Mitarbeiterin wechselt in den Sachbereich Bildung.

26.09.2018

„Stage Teens“ heißt das neue Musical, das Niels Fölster mit der Kreismusikschule im Herbst kommenden Jahres im Kulturzentrum Rathenow aufführen möchte. Zurzeit läuft das Casting.

26.09.2018