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Premnitz verliert die meisten Einwohner

Bevölkerungsprognose Premnitz verliert die meisten Einwohner

Die neue Prognose des Landesamtes für Bauen und Verkehr malt eine graue Zukunft für die märkischen Gemeinden: Laut Erhebung schrumpfen vier von fünf Gemeinden bis 2030, die Kinderzahl halbiere sich mancherorts sogar. In den betroffenen Städten und Gemeinden gehen die Meinungen über die Zahlen auseinander.

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Quelle: Bernd Geske

Westhavelland. Brandenburg schrumpft. Das zumindest geht aus einer neuen Prognose des Landesamtes für Bauen und Verkehr hervor. Demnach kann nur jede fünfte Gemeinde der Mark in den nächsten 15 Jahren auf einen Bevölkerungszuwachs hoffen. Vier Fünftel der 200 Gemeinden und Amtsgemeinden werden dagegen bis 2030 schrumpfen, zum Teil wird sich die Zahl der dort lebenden Kinder halbieren. Die Zahlen des Landesamtes sollen den Kommunen dabei helfen, ihre Verkehrs- und Stadtentwicklungspolitik besser zu planen.

Besonders stark ist der Einwohnerverlust laut Studie in Premnitz. Von derzeit rund 8 400 Einwohnern verliere die Kleinstadt bis 2030 1 665, heißt es. Der Premnitzer Bürgermeister Roy Wallenta hält dagegen, dass der Einwohnerverlust seit nunmehr drei Jahren gestoppt sei und die Einwohnerzahl „nahezu konstant“ bleibe. „Wir verzeichnen vor allem einen Zuzug junger Familien“, sagt Wallenta. „Gefördert wird das durch die schnelle Verfügbarkeit von gut ausgestatteten Kitas und Schulen, preisgünstigen Wohnungen und attraktiven Freizeitangeboten.“

„Wir gehen von weiteren Einwohnerverlusten aus“

Es sei dennoch nicht vorhersehbar, ob diese positive Entwicklung anhalten werde und den demografisch begründeten Einwohnerverlust kompensieren könne, räumt Wallenta ein. Zur Zeit überarbeite die Gemeinde ihr Stadtentwicklungskonzept. „Wir gehen von weiteren Einwohnerverlusten aus, werden dabei aber all unsere Möglichkeiten ausschöpfen, dieser Entwicklung entgegenzuwirken.“

Auch auf Rhinow kommt laut Prognose des Landesamtes ein Einwohnerverlust von 16,5 Prozent zu. Von den aktuell noch 4 680 Einwohnern wären somit im Jahr 2030 noch 3 906 übrig. Die Gemeinde hat das Problem im Blick und investiert seit Jahren schwerpunktmäßig in die nachhaltige Stärkung der Schulen, Kindergärten und der Infrastruktur, sagt Bürgermeister Jens Aasmann. Zusammen mit „dem in den letzten Jahren verstärkten Angebot an Bauflächen für Eigenheime“ sei dies die beste Strategie für eine familienfreundliche Politik.

Zahlen beeinflussen die langfristige Handlungslinie nicht

Besonderes Augenmerk wird in Rhinow auf einen leistungsfähigen Internetanschluss gelegt – dabei seien der Gemeinde durch die Landesplanung aber enge Grenzen gesetzt, so dass sie bei der Umsetzung auf Partner angewiesen sei, sagt Aasmann. „Ein leistungsfähiger Internetanschluss gehört heute zur Daseinsvorsorge und den Platz zur Entfaltung von Lebensträumen haben wir auch“, stellt der Bürgermeister fest. „Für viele Familien war das bisher schon ein überzeugendes Argument für einen Umzug in unsere Region.“

Die Zahlen des Landesamtes würden die langfristige Handlungslinie der Gemeinde somit nicht beeinflussen, sagt Aasmann. Es komme wie immer darauf an, die eigenen Chancen bestmöglich auszunutzen.

Besser Zuganbindung nach Berlin für Rathenow gefordert

„Für Rathenow sollte man die Zahlen in Frage stellen“, sagt dagegen Hans-Jürgen Lemle, Erster Beigeordneter der Stadt. Rathenow verliert laut Studie 3 018 seiner aktuell mehr als 24 000 Einwohner. Nach der letzten Prognose sei ein noch schnellerer Einwohnerschwund vorhergesagt worden – diese Zahlen habe die Stadt letztendlich unterschritten. „Ich sehe Rathenow im erweiterten Speckgürtel von Berlin“, sagt Lemle. „Es wohnen schon jetzt auch viele Berliner in Rathenow oder im Umland und wir hoffen, dass sich diese Entwicklung fortsetzt.“

Entscheidend sei eine Verbesserung der Zuganbindung in die Bundeshauptstadt - „ich denke, dass man hier sogar einen Halbstunden-Takt anstreben sollte“, sagt Lemle. Und auch für die umliegenden Dörfer sollte Berlin mindestens im Stundentakt erreichbar sein. Lemle glaubt, dass Rathenow bis 2030 gute Chancen hat „noch näher an die Hauptstadtregion zu rücken“.

Zuwachs für 38 Gemeinden erwartet

Die Bevölkerungsprognose des Landesamtes für Bauen und Verkehr entstand in Zusammenarbeit mit dem Dezernat Raumbeobachtung und dem Amt für Statistik Berlin-Brandenburg.

Die Ergebnisse der Prognose basieren auf Trendbeobachtungen, Vorausschätzungen und Analogieschlüssen.

Für 38 der insgesamt 200 Ämter und amtsfreien Gemeinden in Brandenburg wird bis 2030 eine positive Bevölkerungsentwicklung erwartet. Diese Gemeinden grenzen mehrheitlich direkt an Berlin und sind verkehrsgünstig zur Hauptstadt gelegen.

24 amtsfreie Gemeinden werden bis 2030 den Schwellenwert von 20 000 Einwohnern halten und damit den Status einer Mittel- oder Großstadt haben.

Von Josephine Mühln

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