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Rathenow Probleme in der Kita Kindermund
Lokales Havelland Rathenow Probleme in der Kita Kindermund
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15:11 27.09.2018
Schotten dicht: In der Kita Kindermund ruht in dieser Woche der Betrieb. Wann es wieder weitergeht, ist derzeit ungewiss. Quelle: Markus Kniebeler
Rathenow

In der Rathenower Kita „Kindermund“ gibt es massive Betreuungsprobleme. In der vergangenen Woche wurden die Eltern der 28 Kinder darüber informiert, dass das Haus in der Fritz-Reuter-Straße in dieser Woche geschlossen bleibe. „Der Träger hat sich zur Schließung der Einrichtung für den Zeitraum einer Woche entschieden, weil er die personellen Kapazitäten für die Betreuung der derzeit 28 Kinder nicht vorhalten kann“, heißt es in einer Mitteilung der Kreisverwaltung.

Über die Gründe für die Schließung wird spekuliert. Nach Auskunft der Kita-Geschäftsführung hat eine Krankheitswelle zu dem ungewöhnlichen Schritt geführt. Angeblich sollen sich fünf von sechs Erzieherinnen krank gemeldet haben. Es gibt Hinweise, dass Unzufriedenheit mit der Kita-Leitung die Mitarbeiter zur kollektiven Krankmeldung bewogen hat.

Ähnliche Situation wie im Sommer 2015

Das wäre in der Kita Kindermund kein Novum. Bereits im Sommer 2015 hatte die Kita eine Woche lang dicht gemacht. Ein Zerwürfnis zwischen der Kita-Leitung und den Erzieherinnen war, wie später herauskam, der Grund für die Schließung. Damals schon konnte der private Betreiber seiner vertraglichen Verpflichtung nicht nachkommen und die Betreuung sicher zu stellen.

Die entscheidende Frage ist nun, ob es unter den geschilderten Umständen in der kommenden Woche überhaupt zu einer Wiedereröffnung der Kita kommen wird. Offenbar glauben die zuständigen Behörden nicht so recht daran. „Der Landkreis steht mit dem Bildungsministerium, der Stadt Rathenow und dem Träger in engem Kontakt, um schnellstmöglich und im Sinne der Familien eine nachhaltige Lösung zu finden“, hat Caterina Rönnert, die Sprecherin des Kreises mitgeteilt. Das Wörtchen nachhaltig lässt erahnen, dass die Probleme wohl tiefer gehen als die offizielle Krankheitsversion glauben machen will.

Suche nach einer Lösung

Derzeit haben nach Auskunft von Rathenows 1. Beigeordneten Hans-Jürgen Lemle die Eltern eigenverantwortlich Betreuungsalternativen gefunden. Aber in Zusammenarbeit mit dem Kreis und dem Bildungsministerium werde an einer Lösung gestrickt, wie die Kinder im Falle einer längeren Schließung betreut werden können.

Wie diese Lösung aussehen könnte, steht noch in den Sternen. Tatsche ist, dass in den komplett ausgelasteten Rathenower Kitas derzeit eigentlich keine Kapazitäten vorhanden sind, um über 20 Kinder aufzunehmen. Rund 60 Eltern mit Betreuungsanspruch kann derzeit kein Kita-Platz angeboten werden. Außerdem können wegen einer Havarie in der Kita „Neue Schleuse“ in Rathenow West rund 30 vorhandene Plätze nicht genutzt werden.

Finanzielle Unterstützung möglich

Bis eine Lösung gefunden wird, ist es nach Auskunft von Caterina Rönnert auch möglich, die Betreuung des Kindes durch das familiäre Umfeld bzw. eine Person des Vertrauens abzusichern. „Eine solche Zwischenlösung würde vom Landkreis finanziell unterstützt werden“, so Rönnert. Informationen dazu erhalten betroffene Eltern im Kitabereich der Stadt Rathenow oder im Jugendamt des Landkreises.

Vor dem Hintergrund der wiederkehrenden Probleme mit dem Träger der Kita Kindermund stellt sich die Frage, ob dieser überhaupt noch geeignet ist, eine Kita zu betreiben. Bei den Antworten halten sich die Verantwortlichen sehr bedeckt. Natürlich prüfe man den Vorfall sehr genau und untersuche die Hintergründe, heißt es diplomatisch aus der Pressestelle des Bildungsministeriums. Zu der Möglichkeit, dem Träger die Betriebserlaubnis zu entziehen, wollte sich auf MAZ-Anfrage niemand äußern.

Von Markus Kniebeler

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