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Rathenow Geprüfte Dolmetscher erklären die Gebärdensprache
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16:15 31.01.2019
Die beiden Rathenower Gebärdendolmetscher Antje und Fred Mitschke. Sie zeigen hier die Gebärde für den Begriff „Gespräch“. Die Hände werden dazu auch noch wiederholt vom Körper weg und zurück bewegt. Quelle: Bernd Geske
Rathenow

 Wenn Menschen miteinander kommunizieren, dann sind Gebärden nicht fern. Zeigt der Daumen nach oben oder nach unten? Die Aussage kann völlig unterschiedlich sein. Die lautlose Gebärdensprache wirkt für Außenstehende wohl meist geheimnisvoll und rätselhaft. Dass diese Art, sich auszudrücken, für Eingeweihte aber absolut umfassend und präzise ist, werden die staatlich geprüften Gebärdendolmetscher Antje und Fred Mitschke aus Rathenow jetzt bald allen Interessierten erklären.

„Einführung in die Gebärdensprache“ ist der Kurs überschrieben, der am 11. Februar beginnt. Zehn Unterrichtsveranstaltungen zu jeweils 90 Minuten sind vorgesehen, jeweils montags von 18 bis 19.30 Uhr.

Seit 2002 anerkannte Fremdsprache

Seit 2002 ist die Gebärdensprache eine anerkannte Fremdsprache. Im gleichen Jahr ist in der Bundesrepublik gesetzlich vorgeschrieben worden, dass gehörlose Menschen beim Umgang mit Behörden und vielen anderen Dingen ein Anrecht auf Barrierefreiheit haben. Ihnen muss ein Gebärdendolmetscher an die Seite gestellt werden.

Der geplante Kurs ist für alle Interessierten offen. Antje und Fred Mitschke räumen gleich zu Beginn mit der Legende auf, dass Gehörlose alles von den Lippen ablesen können. Höchstens ein Drittel des Gesagten sei auf diese Art zu verstehen, erklärt Fred Mitschke. Dafür seien außerdem noch beste Gesprächsbedingungen wie Blickkontakt, geringer Abstand und gute Lichtverhältnisse unabdingbar.

Jedes Wort hat eine Gebärde

Wie viele Gebärden es gibt, lässt sich vorsichtig erahnen, wenn man erfährt, dass jedes Wort seine eigene Gebärde hat. Es gibt außerdem aber auch ein Finger-Alphabet, zum Beispiel um Namen korrekt zu buchstabieren. Das Finger-Alphabet hat sogar 30 Laute. Zu den bekannten 26 Buchstaben kommen noch Ä, Ö, Ü und das Sch hinzu. Alle Worte zu buchstabieren würde aber viel zu lange dauern.

Auch die Gebärdensprache wächst und verändert sich laufend. Musste Angela Merkel zu Beginn ihrer Karriere noch buchstabiert werden, ist sie heute seit Jahren an einer Gebärde zu erkennen. Sie ahnen es: die Raute.

Fachbuch muss sein

Wer am Grundkurs der Mitschkes teilnehmen will, muss sich dafür ein Lehrbuch kaufen. Dazu gehört eine DVD, auf der die Gebärden vorgeführt werden. Fachgerecht mit den Händen zu reden ist eine gar nicht so leichte Angelegenheit. Die Stellung der Hand spielt eine Rolle, ihre Form natürlich auch, wo vor dem Körper sie gehalten wird, muss beachtet werden und nicht zuletzt ist die Hand (oder sind die Hände) auch auf genau definierten Bahnen im Raum unterwegs.

Damit die Leser der MAZ es auch verstehen können, sprechen Antje und Fred Mitschke im folgenden Video ausnahmsweise einmal aus, was sie mit ihren Gebärden sagen:

Für Zahlen gibt es übrigens noch extra Zeichen. Wer alles ganz genau wissen will, hat also jede Menge zu lernen. Der riesige Berg von Zeichen macht es möglich, dass die Gebärdensprache sehr umfassend und präzise ist. Nicht umsonst ist sie seit 2002 ein Fach, das man studieren kann.

Wie Antje und Fred Mitschke erklären, lassen sich selbst Nuancen und Grautöne in komplexen Sachverhalten herüber bringen. Ironische Bemerkungen sind nicht ausgeschlossen. Rein beruflich haben die beiden Mitschkes als Gebärdendolmetscher vollauf zu tun. Die Bitte der Volkshochschule, dort einen Kurs zu geben, erfüllen sie aber gern. Sie wollen die Bevölkerung sensibler für Menschen mit Hörbehinderungen machen, Berührungsängste abbauen und vielleicht neue Berufsanfänger motivieren.

Grundkurs „Einführung in die Gebärdensprache“

Der Grundkurs „Einführung in die Gebärdensprache“ beginnt am Montag, dem 11. Februar, in der Volkshochschule, Bammer Landstraße 10.

Geplant sind zehn Einheiten zu 90 Minuten.

Die Unterrichtseinheiten finden immer montags, 18 bis 19.30 Uhr, statt.

Antje und Fred Mitschke wohnen in Rathenow, haben die Gebärdensprache studiert und sind beide staatlich geprüfte Dolmetscher.

Anmeldungen und Fragen zum Kurs sind zu richten an Ines Kias, Tel. 03385/ 551 73 32, Mail: ines.kias@havelland.de.

Die Volkshochschule Havelland feiert 2019 ihr 100-jähriges Bestehen.

Mag die Materie für Anfänger nicht einfach sein und die persönliche Merkfähigkeit ihre Grenzen haben, will Fred Mitschke doch Mut machen. „Bei uns hat man immer seinen Spaß“, verspricht er. Er selbst sei ein Meister der Eselsbrücken. Minenspiel und Mundbewegungen sollen immer die Handbewegungen unterstützen. Aussagen der Freude, Trauer, Wut oder Fragen werden mit passenden Gesichtern unterlegt.

Ein pädagogisch wertvoller freudbetonter Schluss ist übrigens auch angesagt. Die Mitschkes, die nun wirklich Experten für Gebärden aller Arten sind, verraten am Ende stets gern ein paar besondere Gesten. Das können anerkennende Zeichen sein – gern genommen werden erfahrungsgemäß aber auch unfreundlich besetzte Gebärden, die bislang nicht bekannt waren.

Von Bernd Geske

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