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Rathenow Investorengruppe will alte Rathenower Brauerei kaufen
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10:32 01.02.2019
Blick vom Schlauchturm der Rathenower Feuerwehr auf das Gelände der alten Brauerei. Quelle: Markus Kniebeler
Rathenow

Das alte Brauereigelände in der nördlichen Innenstadt könnte aus seinem Dornröschchenschlaf geweckt werden. Eine Investorengruppe um den Berliner Architekten Sebastian Wagner strebt den Kauf des Geländes an.

„Wir befinden uns in Kaufverhandlungen mit dem Eigentümer“, sagte Wagner im MAZ-Gespräch. Sobald diese abgeschlossen seien, werde man die Pläne der Rathenower Bevölkerung vorstellen. In Absprache mit der Stadtverwaltung habe man dafür eine Sitzung des Bauausschusses im Frühjahr ins Auge gefasst.

„Viel versprechende Signale“

Alexander Goldmann, Wirtschaftsamtsleiter der Stadt Rathenow, bestätigt die neue Entwicklung. Seit einigen Monaten gebe es viel versprechende Signale aus den Reihen der genannten Investorengruppe. Ins Detail über die Pläne wollte Goldmann nicht gehen. „Aber das Ganze macht einen seriösen Eindruck“, sagte er. „Offenbar gibt es nun die Chance, die Brache zu entwickeln.“

Zur Geschichte der Rathenower Brauerei

Am 27. Januar 1891 gründete Franz Rutschmann in Rathenow die „Exportbier-Brauerei Rutschmann & Co”.

Im Jahres 1896 wurde das Rathenower Export bei einem internationalen Wettbewerb in Baden-Baden mit einer Goldmedaille ausgezeichnet.

Im Oktober 1920 firmierte die Exportbier-Brauerei um in „Engelhardt-Brauerei Rathenow GmbH”.

1945 nahm eine kleine Gruppe von Brauern die Arbeit wieder auf. Während der DDR wurde in dem Betrieb durchgehend gebraut.

Nach der Wende geriet die Brauerei in wirtschaftliche Schwierigkeiten. Im Jahr 1997 wurde der Betrieb endgültig eingestellt.

Bestrebungen, das historische Gelände wiederzubeleben, hat es in den vergangenen Jahren immer wieder gegeben. Glücklich endeten sie nie.

Vor rund sechs Jahren beerdigte der Arbeiter-Samariter-Bund seinen Plan, das denkmalgeschützte Ensemble zu einem Mehrgenerationenhaus umzubauen.

Kosten sprengen Rathauspläne

Auch die Idee, die Rathenower Stadtverwaltung in den Gebäuden unterzubringen, musste zu den Akten gelegt werden. Zwar hatten die Rathenower Stadtverordneten 2015 beschlossen, den Verwaltungssitz in die zu sanierenden Gebäude zu verlegen. Als im Zuge der Planungen die Kosten aus dem Ruder liefen und auch der Zeitplan nicht gehalten werden konnte, war das Vorhaben nicht mehr zu realisieren.

Der nächste Anlauf: Die Stadt wollte das Areal kaufen. Mit Unterstützung vom Land sollten die schwer vermarktbaren Gebäude auf dem Grundstück abgerissen werden. Für die verbliebenen Gebäude wäre dann – so der Plan – nach Vermarktungs- und Nutzungsmöglichkeiten gesucht worden. Auch diese Variante scheiterte.

„Wir sind froh, dass es nun einen privaten Interessenten für die Liegenschaft gibt“, sagt Alexander Goldmann. Das sei die Vorzugsvariante. Der Kauf durch die Stadt sei nur erwogen worden, weil es eine Zeit lang keinerlei Anfragen privater Investoren gegeben habe.

Wirtschaftsamtsleiter Alexander Goldmann ist froh, dass es nun einen privaten Interessenten gibt.. Quelle: M. Kniebeler

Die Stadt hatte übrigens sogar einen Optionsvertrag mit dem Eigentümer über den Erwerb des Geländes zu einem bereits vereinbarten Kaufpreis geschlossen. Dieser wurde Ende 2016 aufgelöst.

Kauf soll im Februar über die Bühne gehen

Damit ist der Weg frei für die genannte Investorengruppe. Wenn alles nach Plan läuft, soll der Kauf noch im Februar besiegelt werden. Wie schnell dann mit den Arbeiten auf dem Gelände begonnen werden kann, hängt von den üblichen bürokratischen Fristen ab.

Dass eine Wiederbelebung des rund 7000 Quadratmeter großen Geländes höchst notwendig ist, steht außer Frage. Der ehemalige KWR-Chef Hartmut Fellenberg hatte in den vergangenen Jahren immer wieder angemahnt, den Verfall der Ruine zu stoppen. Wenn das Areal belebt werde, so Fellenbergs Argumentation, werde das einen positiven Effekt auf die umliegenden Wohngebiete haben.

Von Markus Kniebeler

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