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Rathenow Neue Pläne für Essilor-Brache
Lokales Havelland Rathenow Neue Pläne für Essilor-Brache
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15:50 28.06.2018
Das Essilor-Gelände am Rathenower Falkenweg. Auf der freien Fläche im Vordergrund will der Eigentümer Eigenheime errichten. Quelle: Foto: Markus Kniebeler
Rathenow

Der Eigentümer des Essilor-Geländes im Norden der Stadt Rathenow will das rund 4,2 Hektar große Areal zu einem Mischgebiet mit Wohnnutzung entwickeln. Allerdings stößt er mit seinem Plan auf Widerstand. Die Beschlussvorlage zur Aufstellung eines Bebauungsplans erhielt im Wirtschaftsausschuss eine knappe Mehrheit. Im Bauausschuss wurde sie denkbar knapp abgelehnt. Die endgültige Entscheidung treffen am kommenden Mittwoch die Stadtverordneten.

Die Gebäude auf dem Grundstück der Firma Essilor am Rathenower Falkenweg stehen leer. Nach dem Ende des Unternehmens im Jahr 2013 wurde die Liegenschaft in den Jahren 2015/2016 als Notunterkunft für Asylbewerber genutzt. Im Frühjahr 2016 konnten die Bewohner auf andere Unterkünfte im Kreis verteilt werden.

Kita in den ehemaligen Küchentrakt

Der Eigentümer der Liegenschaft, die von Falkenweg, Hirschweg und Hasenweg eingefasst wird, will auf dem freien Teil des Grundstücks rund 30 Einfamilienhäuser errichten. In einen Teil der vorhandenen Gebäude – den ehemaligen Küchen- und Sanitärtrakt – könnte eine Kita einziehen. Und in dem vorhandenen Mehrgeschosser könnte „nicht störendes“ Gewerbe angesiedelt werden.

Das Rathenower Bauamt lehnt diese Pläne zur Neugestaltung des Areals ab. „Wir sehen keine Notwendigkeit, Gewerbeflächen in Wohnbauflächen umzuwandeln“, sagt Rathenows Bauamtsleiter Matthias Remus. Im jüngst aktualisierten Flächennutzungsplan der Stadt seien Areale für die Wohnbebauung ausgewiesen. „Daran sollten wir uns halten“, so Remus.

Nachfrage nach Gewerbeflächen steigt

Er begründet dies mit der steigenden Nachfrage nach Gewerbe- und Industrieflächen in Rathenow. Die beiden großen Gewerbegebiete der Stadt seien mit 97 Prozent (Grünauer Fenn) und 70 Prozent (Heidefeld) gut ausgelastet. Die für Gewerbeansiedlung vorgesehenen Areale auf der Südseite des Bahnhofs seien noch nicht erschlossen. Und weil darüber hinaus die Möglichkeiten, in Rathenow neue Gewerbegebiete auszuweisen, wegen naturschutzrechtlicher Begebenheiten äußerst begrenzt seien, sollte auch die private Gewerbefläche am Falkenweg bewahrt bleiben.

Nicht alle Ausschussmitglieder wollten diesen in der Sitzung vorgetragenen Argumenten des Bauamtsleiters folgen. Karsten Ziehm etwa (FDP/Pro Rathenow) begrüßt die Pläne. Denn mit ihnen würden zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen, so Ziehm. Zum einen werde durch den Bau schmucker Eigenheime auf dem Gelände ein Schandfleck im Norden der Stadt beseitigt. Zum anderen werde die geplante Kita dazu beitragen, den chronischen Mangel an Kitaplätzen in der Stadt zu lindern.

Essilor-Gelände Rathenow Quelle: Markus Kniebeler

Nach Auskunft des Investors ist der vorhandenen Küchentrakt in einem sehr guten Zustand. Er werde das Gebäude kitagerecht umbauen und an einen Betreiber vermieten. Es habe diesbezüglich schon sehr vielversprechende Gespräche mit einem Betreiber gegeben.

Die Stadt streitet nicht ab, dass der Bedarf an Kitaplätzen groß ist. Dieser solle aber idealerweise dort gestillt werden, wo er auftritt – im Innenstadtbereich, vorzugsweise in Bahnhofsnähe.

„Auch in Nord werden Plätze gebraucht“, hält der Investor dagegen. Und eine so großes, ruhig gelegenes Grundstück wie am Hirschweg werde im Innenstadtbereich schwer zu finden sein.

Von Markus Kniebeler

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