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Rathenow Zwei Wolfsrudel streifen durch die Wälder an der Grenze zum Westhavelland
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10:48 30.01.2019
Die Aufnahme einer Wildkamera: Ein stattlicher Wolf ist unterwegs auf einem Waldweg im Jerichower Land. Quelle: Wolfsmonitoring Sachsen-Anhalt
Rathenow

Wenn im Westen des Westhavellandes Wölfe gesehen werden, stammen sie meist vom Truppenübungsplatz Klietz. Seit drei Jahren gibt es dort ein Rudel, das in jedem Frühjahr Junge bekommt. Stets im April und Mai kommen hierzulande die Wolfswelpen auf die Welt.

In den Monaten zuvor verlassen viele Jungwölfe des Vorjahres ihre Rudel. Sie machen erst kürzere Ausflüge und unternehmen später größere Wanderschaften. Jetzt ist deshalb wieder die Zeit, in der Wölfe an Orten beobachtet werden, an denen sie früher nicht gewesen sind.

Ein Rudel leb in Klietz, eines in Parchen

Auf MAZ-Anfrage erläutert Antje Weber, zuständig für das Wolfsmonitoring im Land Sachsen-Anhalt, welche möglichen Berührungspunkte es mit dem Westhavelland gibt. Sie nennt zwei Rudel-Territorien in ihrem Bundesland, die sich bis hierher erstrecken. Ein Rudel lebt auf dem Truppenübungsplatz Klietz und das zweite im Großraum Parchen.

Ein mit einer Fotofalle in Sachsen-Anhalt aufgenommener Wolf. Quelle: Wolfsmonitoring Sachsen-Anhalt

Ein Wolfsmonitoringjahr dauert stets vom 1. Mai bis zum 30. April des Folgejahres. Das hat den Grund, dass stets ein Jahresverlauf beobachtet wird, in dem zu Beginn neue Welpen geboren wurden.

Vom Klietzer Wolfsrudel ist bekannt, dass das auf dem Truppenübungsplatz lebende Paar 2016 zum ersten Mal nachweislich Junge bekommen hat. Es gibt Bestätigungen für acht Welpen. 2017 sind für das Klietzer Rudel vier Welpen nachgewiesen worden. Das Monitoringjahr 2018/2019 ist bald zu Ende.

Das Monitoringjahr geht bald zu Ende

Expertin Antje Weber geht bislang davon aus, dass das Klietzer Rudel mindestens fünf, sehr wahrscheinlich aber sogar sechs Junge bekommen hat.

Demnach reicht das Rudel-Territorium Parchen bis zu den Orten Kade, Karow und Schlagenthin, die in südlicher Richtung nahe am Westhavelland liegen. Für das Parchener Rudel sind 2016 erstmals drei Welpen nachgewiesen worden. 2017 waren es zwei Junge und für das Monitoringjahr 2018/2019 gibt es bislang keine Nachweise.

Es gibt auch mal keinen Nachwuchs

Erwachsene Wölfe werden im Rudel-Territorium Parchen weiterhin regelmäßig gesehen, sagt Antje Weber. Es sei nichts Ungewöhnliches, wenn es mal keine Welpen gebe. Es komme vor, dass die Zahlen schwanken. Verglichen mit dem Klietzer Rudel sei das Rudel aus dem Raum Parchen aber eher klein.

Für ein mögliches zweites Rudel auf dem hiesigen Truppenübungsplatz gebe es keine Hinweise, sagt Weber. Da ein Rudel-Territorium 180 bis 300 Quadratkilometer groß sein könne, sei aus ihrer Sicht nicht genug freier Raum für ein zweites Rudel.

In Sachsen-Anhalt wurden zuletzt 92 Wölfe gezählt

Im gesamten Bundesland Sachsen-Anhalt sind im Monitoringjahr 2017/2018 insgesamt 92 Wölfe nachgewiesen worden, darunter mindestens 42 Welpen. Das ist im Vergleich zum Vorjahr ein leichter Anstieg. Gezählt wurden 13 Rudel-Territorien.

Dass die wiederholten Wolfsbeobachtungen vom Dezember 2016 in Rathenow-West auf Tiere vom Übungsplatz Klietz zurückzuführen sind, kann Antje Weber nicht bestätigen. Auf den Fotos seien aber definitiv Jungwölfe zu sehen. Sie könnten von Klietz stammen, das müsse aber nicht sein.

Von Bernd Geske

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