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Rathenow Was Kinder und Jugendliche brauchen
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16:41 27.11.2018
Der Rideplatz gehört zu den drei Säulen der stationären Jugendarbeit in Rathenow. BMXer nutzen besonders gern den Pumptrack. Quelle: Christin Schmidt
Rathenow

Welche Angebote gibt es für Kinder und Jugendliche in der havelländischen Kreisstadt? Was fehlt dem Nachwuchs? Was sind die größten Probleme? Wie können diese gelöst werden und welche Ziele ergeben sich daraus für die Jugendarbeit in der Stadt?

Mit diesen Fragen beschäftigen sich derzeit Schulsozialarbeiter, Streetworker, Schulleiter, Jugendliche, Verwaltung und Politik. Die Ergebnisse sollen ins Konzept für die Kinder- und Jugendarbeit der Stadt einfließen, das derzeit überarbeitet wird.

„Dieses Konzept dient uns als Arbeitsgrundlage. Es zeigt, in welchen Lebenslagen die Jugendlichen stecken, was sie wollen und brauchen. Darin sind auch entsprechende Angebote erfasst, die es bereits gibt, sowie Bedarfe und Ziele. Das Papier ist zudem eine wichtige Grundlage für die Beantragung von Fördermitteln“, erklärt Rathenows Jugendkoordinator Tilo Windt. Er hatte bereits 2014 intensiv am ersten Konzept mitgearbeitet und nun die Daten aktualisiert und ergänzt.

Veränderungen gibt es zum Beispiel im stationären Angebot der Jugendarbeit, das die Stadt unterstützt. Die Skaterhalle auf der Magazininsel ist längst geschlossen. Als Ersatz wird nun der Rideplatz schrittweise ausgebaut.

In allen Schulen gibt es Bedarf an sozialer Arbeit

Zusammen mit dem Freizeithaus Mühle und dem Jugendhaus Oase gehört der neue Freizeitplatz jetzt zu den drei Säulen des stationären Angebots. Das wird ergänzt um die Bereiche Streetwork und Schulsozialarbeit sowie um Sonderprogramme. Zum Beispiel bietet die Ländliche Erwachsenenbildung an der Duncker Oberschule eine Berufseinstiegsbegleitung an.

Umfassende Informationen bietet das Konzept auch zur Schulsozialarbeit. „Fest steht, dass es an allen Schulen Bedarf gibt“, so Windt. Aktuell gibt es an den drei weiterführenden Schulen der Stadt sowie an der Förderschule Pestalozzi Schulsozialarbeiter, die Bürgelschule hat sogar ein Team aus zwei Mitarbeitern.

Die Grundschulen sind schlechter aufgestellt. Nur in der Weinberg-Grundschule gibt es einen Schulsozialarbeiter. Die Grundschule „Geschwister Scholl“ hat einen Migrationssozialarbeiter, in der Jahn-Grundschule und der Otto-Seeger-Grundschule gibt es keine Angebote.

Das größte Problem in Rathenow ist Soziale Benachteiligung

„Die Grundschulen wurden erst in den letzten Jahren stärker in den Blick genommen. Man hat erkannt, dass die Schüler, wenn sie an weiterführende Schulen wechseln, bereits Probleme mitbringen. Deshalb setzt man nun auch verstärkt auf Sozialarbeiter in Grundschulen“, erklärt Tilo Windt.

Er befürwortet diesen Ansatz: „Unser Ziel ist es, Angebote der sozialen Arbeit an allen Schulen zu schaffen. Denn laut Gesetz sind Kindern und Jugendlichen Angebote zur Verfügung zu stellen, die sie in ihrer Entwicklung zu einer gemeinschaftsfähigen Persönlichkeit unterstützen.“ Hier sei unter anderem die Schulsozialarbeit gefragt, die Projekte neben dem schulischen Betrieb anbietet.

Das größte Problem ist nach wie vor die soziale Benachteiligung vieler junger Menschen. Aus dem Papier geht hervor, etwa ein Drittel der Kinder und Jugendlichen (bis 27 Jahre) lebt in Bedarfsgemeinschaften, so viele wie in keinem anderen Ort des Landkreises. Zum Vergleich: In Dallgow-Döberitz sind es drei Prozent.

„Das bedeutet, den Betroffenen bleiben Angebote , die anderen Gleichaltrigen zur Verfügung stehen, verwehrt, weil das Geld fehlt. Diese Benachteiligung auszugleichen, ist eine Aufgabe, der wir uns stellen müssen“, so Windt.

Im Frühjahr soll das Konzept veröffentlicht werden

Aufgenommen hat er im Konzept auch das Thema Drogenprävention. „Wenn man sich mit dem Aufwachsen in der westlichen Welt beschäftigt, muss man sich mit dem Thema Drogen befassen. Das ist kein Rathenow spezifisches Problem“, betont Tilo Windt. Drogenprävention soll deshalb ein Schwerpunktthema in der Jugendarbeit sein. Dabei könnte ein zweiter Streetworker unterstützen. Die Stelle ist bereits seit Juli ausgeschrieben, bisher mangelte es aber an geeigneten Bewerbern.

Der nächste Schritt ist die Umsetzung der benannten Ziele. Dabei setzt die Stadtverwaltung nicht nur auf eine Aufstockung der PKR-Stellen durch den Landkreis. Tilo Windt hat auch andere Förderprogramme im Blick.

Bis Mitte Dezember können die Beteiligten weitere Ideen einbringen. Anfang Januar soll das Konzept fertig gestellt werden, so dass es im Frühjahr den Mitgliedern des Bildungsausschusses vorliegt und anschließend in der Stadtverordnetenversammlung beschlossen werden kann. Bis Ostern will die Stadt das Konzept beim Landkreis einreichen. Außerdem soll das Konzept veröffentlicht werden.

Von Christin Schmidt

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