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Rathenow Die Suche nach der Wahrheit und dem Glück
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09:35 31.10.2018
Die Rathenowerin Rita König mit ihrem neuen Buch „Fast schon ein ganzes Leben“. Quelle: Foto: Rüdiger Böhme
Rathenow

Ihr großer Traum war es, einen Roman zu veröffentlichen. Diesen Wunsch hat sich Rita König bereits erfüllt. Im Oktober 2015 erschien mit „Rot ist schön“ ihr Debütroman. Drei Jahre später folgt nun die Kür, wie die Autorin sagt.

In diesen Tagen erscheint ihr zweites Buch „Fast schon ein ganzes Leben“. Es ist die Geschichte von Birgit und Paul, ein ungleiches Paar, das sich in der DDR der 1970er Jahre kennen lernt. Beide haben Ökonomie studiert. Sie heiraten, gründen eine Familie und ziehen nach Havelfurth.

Von außen betrachtet eine ganz normale Beziehung, doch im Inneren brodeln Konflikte. Da ist zum einen die unterschiedliche Einstellung der beiden – er, der ruhige Parteigenosse, sie, eine ehrgeizige Frau, die nach mehr strebt. Zum anderen wirken sich die politischen und gesellschaftlichen Veränderungen auf ihre Beziehung aus.

Auf die typischen DDR-Klischees verzichtet Rita König

Pauls Eintritt in die SED sorgt für Spannungen, auch weil er die Entscheidung ohne Rücksprache mit Birgit trifft. Sie wiederum möchte den Mann an ihrer Seite nach ihren Vorstellungen formen, so wie sie es von ihrer Mutter gelernt hat. Als die Mauer fällt, ist das für Birgit die Chance auf Reichtum und Wohlstand, doch Paul fehlt es am nötigen Ehrgeiz.

Rita König beschreibt auf 343 Seiten die Reise eines Paares auf der Suche der Wahrheit und Glück. Dabei lässt sie den Leser mal in Pauls, mal in Birgits Gedankenwelt eintauchen und beschreibt einzelne Situationen aus beiden Perspektiven.

Zugleich zeichnet sie ein authentisches Bild vom Leben in der DDR. Schon auf den ersten Seiten taucht der Leser in die Atmosphäre jener Zeit mit allen Sinnen ein. Der Geschmack der „Pfeffis“, der Anblick der grau verputzen Neubauten – Rita König lässt all das wieder lebendig werden.

Dabei verzichtet sie auf die üblichen Klischees, arbeitet stattdessen mit ihren eigenen Erinnerungen. Zudem hat sie mit zahlreichen Zeitzeugen gesprochen und intensiv recherchiert.

Premierenlesung im Optik-Industrie-Museum in Rathenow

Es handelt sich aber keineswegs um einen autobiografischen Roman. „Die Figuren sind frei erfunden, genau wie das Städtchen Havelfurth“, betont die Autorin.

Wenngleich sie sich an ihrer Heimatstadt Rathenow orientiert hat und einen Ort mit optischer Industrie beschreibt, so ist das große Ganze doch ein Konstrukt ihrer Fantasie. „Es war mir ein Bedürfnis, bestimmte Dinge aufzunehmen. Zugleich habe ich mir die Freiheit genommen, Einzelheiten zu verändern.“

In Brandenburg/Havel bekamen die Gäste der Herbstlesung der Havelländer Autorengruppe am Wochenende schon einen Vorgeschmack auf das Buch.

Am Donnerstag, dem 15. November stellt Rita König um 19 Uhr „Fast schon ein ganzes Leben“ in einer Premierenlesung im Rathenower Kulturzentrum vor. Für die Veranstaltung hat sie sich das Optik-Industrie-Museum ausgesucht, das auch im Buch eine Rolle spielt.

Veröffentlichung nach 17 Jahren

Übrigens ist der zweite Roman der Rathenower Autorin eigentlich ihr erster. Schon 2001 schrieb sie das erste Kapitel, damals arbeitete sie noch als Sozialplanerin für den Landkreis Havelland.

„Das Grimmsche Märchen ,Vom Fischer und seiner Frau’ hatte mich dazu inspiriert. Von diesem ersten Kapitel ist allerdings nicht mehr viel übrig“, gesteht die Autorin mit einem Lächeln.

17 Jahre nach dem Schreiben der ersten Zeilen, hält sie nun das gedruckte Werk in ihren Händen. Natürlich ist sie darauf stolz, aber auf die für Rita König so typische bescheidene und zurückhaltende Art. Im Mittelpunkt zu stehen, das liegt ihr nicht. Die vielen Plakate in der Stadt, die die Premierenlesung ankündigen, sind ihr schon fast unangenehm.

Da kommt es ihr ganz gelegen, dass sie sich bis zum 15. November in die Altmark zurückziehen kann. Im Rahmen eines Stipendiums – etwa 30 hat sie bereits erhalten – wird sich Rita König im Künstlerhaus in Salzwedel ganz auf das Schreiben konzentrieren, schließlich hat sie noch einige Projekte in der Schublade.

Von Christin Schmidt

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