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Rathenow Neue Maßnahmen gegen illegale Graffiti
Lokales Havelland Rathenow Neue Maßnahmen gegen illegale Graffiti
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16:24 15.03.2019
Auch diese Wand neben dem Rathaus in der Berliner Straße in Rathenow ist mit zahlreichen Graffiti besprüht. Quelle: Christin Schmidt
Rathenow

Die den letzten Jahren war es ruhig geworden um die Ordnungspartnerschaft Graffiti, die sich vor zehn Jahren gründete. Das letzte Treffen ist lange her, nun hat Rathenows Bürgermeister Ronald Seeger (CDU) das Gremium wieder belebt.

„Es ist so, dass das Problem der illegalen Graffiti insgesamt in den letzten Jahren zurückgegangen ist. Allerdings gab es in den vergangenen Monaten wieder einen Anstieg“, berichtet Seeger.

Im Juli 2009 hatten die Stadtverordneten die „Ordnungspartnerschaft Graffiti“ beschlossen, mit dem Ziel, illegale Schmierereien zu erfassen, anzuzeigen und zu schnellstmöglich beseitigen.

Ein Abgeordneter entfernt in Eigeninitiative Graffiti

Dieses Ziel will die Partnerschaft nun wieder verstärkt verfolgen. Dazu trafen sich Vertreter der hiesigen Polizeiwache, der Bundespolizei, Abgeordnete sowie Vertreter der Verwaltung.

Auch zwei Vertreter der Deutschen Bahn nahmen die Einladung an. Ebenso saßen Vertreter der Wohnungsbaugesellschaften KWR und GWG mit am Tisch. Die RWG nahm nicht teil. Sie teilten vorab mit, dass sie mit Graffiti kein Problem haben.

Die Bundespolizei ist in den Schulen präsent und kümmert sich dort um Präventionsarbeit. Horst Schwenzer, Vorsitzender der FDP-Fraktion im Stadtparlament, zieht seit Jahren in Eigeninitiative mit weiteren Helfern durch die Stadt, um Schmierereien zu beseitigen.

Bahn will Graffiti-Schutzborde im Tunnel anbringen

„Wenn irgendwo ein Kasten besprüht wurde, ist Herr Schwenzer zur Stelle“, lobt der Bürgermeister. Die Wohnungsbaugesellschaften tragen ihre Teil dazu bei, in dem sie Grafftiti von ihren Häusern innerhalb kürzester Zeit entfernen.

Nun sollen weitere Maßnahmen dazu kommen. Während des Treffens wurde unter anderem die Idee besprochen, den Bahnhofstunnel mit legalen Graffitiwänden zu gestalten, um das illegale Sprühen dort einzudämmen.

„Die Bahn hat sich bereit erklärt, so genannte Graffiti-Schutzborde zur Verfügung zu stellen“, so Seeger. Wie viele Wände benötigt werden, dass soll bei einem Vororttermin besprochen werden.

Die Wand an der ehemaligen Skaterhalle ist Dank Graffiti ein echter Hingucker. Hier darf legal gesprüht werden. Quelle: Christin Schmidt

Gelegenheit dazu bietet sich in der 15. Kalenderwoche Anfang April. Dann plant die Bahn einen Frühjahrsputz am Bahnhofsgelände. Dabei sollen auch bereits vorhandene Schmierereien entfernt werden.

Am 25. Mai so der aktuelle Plan, sollen die Wände für den Tunnel im Rahmen der Eröffnung der neuen Skate-Anlage auf dem Rideplatz besprüht werden.

Vorab will die Bahn Gestaltungsvorschläge prüfen. Voraussetzung ist, dass die Wände frei von Werbung sind. Stadtmotive, Landschaften und ähnliches sind dagegen erwünscht.

Auf dem Rideplatz soll es Platz für Graffiti geben

Auch die Rückwand eines Garagenkomplexes hinter dem Rathaus ist als legale Graffiti-Wand im Gespräch. Auf solche Möglichkeiten und einen offenen Umgang mit dem Thema setzt auch Jugendarbeiter André Neidt. Der 25-Jährige kümmert sich für die Kreissportjugend Havelland um die Angebote auf dem Rideplatz. „Hier soll sich künftig auch die Graffiti-Szene kreativ und legal austoben können.

„Trotz der Maßnahmen, wird man illegale Schmierereien nicht ausschließen können. Wichtig ist, dass wir eng zusammenarbeiten und das Thema nicht aus den Augen verlieren“, so Seeger.

Im Herbst ist das nächste Treffen geplant. Bis dahin ist der Bahnhofstunnel vielleicht schon bunt – und das ganz legal. So dass dort die positiven Seiten von Graffiti zu sehen sind. „Denn auch die gibt es“, betont Neidt.

Von Christin Schmidt

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