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Rathenow So klappt es mit der Karriere
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09:25 01.02.2019
Katja Poschmann und Julia Grandhomme legten vor 20 Jahren ihr Abitur ab und sprachen am Donnerstag über ihren beruflichen Werdegang. Quelle: Christin Schmidt
Rathenow

 20 Jahre ist es her, dass Katja Poschmann und Julia Grand’homme ihr Abitur am Jahngymnasium abgelegten. Nun kehrten sie in ihre Schule zurück, um Schülern der 10. und 11. Klasse von ihrem beruflichen Werdegang zu erzählen.

Die beiden Frauen gehören zu den etwa 80 Gästen die am Mittwoch und Donnerstag im Rahmen der Hochschulinformationstage (HIT) dem Nachwuchs Einblicke in die Berufswelt und damit eine Orientierungshilfe bei der Ausbildungs- und Studienwahl gaben.

Aus mehr als 60 Vorträgen konnten die Schüler auswählen. Mathilde und Sharon aus der 10. Klasse hatten sich für Katja Poschmann und Julia Grand’homme entschieden. Betriebswirtschaft und Psychologie standen also auf dem Plan. Was die Schüler zu hören bekamen, war aber kein trockener Vortrag, sondern zwei sehr unterschiedliche Lebensläufe.

Seit 2005 organisiert das Jahngymnasium Hochschulinformationstage. Katja Poschmann ermutigte die Schüler, ihre Interessen zu verfolgen ihren Weg zu verfolgen. Quelle: Christin Schmidt

Während Julia Grand’homme an der Humbold-Universität in Berlin Psychologie studierte, sich für den klinischen Bereich entschied und darin bis heute ihre berufliche Erfüllung findet, ist Katja Poschmanns Lebenslauf weniger geradlinig, aber ebenso erfolgreich.

Eigene Interessen bei Berufswahl berücksichtigen

Nach dem Abitur studierte sie zunächst Germanistik, entschied sich dann doch für Betriebswirtschaft, absolvierte ein duales Studium und arbeitete 16 Jahren im Unternehmen ihres Vaters.

Vor drei Jahren wagte sie einen beruflichen Neuanfang, wechselte in die Wirtschaftsförderung des Landkreises Havelland und engagiert sich seither auch politisch.

„Der Zufall brachte mich dazu. Auslöser war die Debatte um die Kita-Beiträge, die mir bewusst machte, für was ich früher brannte. Wenn es Ungerechtigkeit gab, habe ich mich als Schülersprecherin dagegen gewährt. Heute setze ich dieses Engagement in der Politik um“, verriet Poschmann.

Sie ermutigte die Schüler, sich bewusst zu machen, was ihre Interessen sind, wofür sie sich begeistern und dies bei der Berufswahl zu berücksichtigen.

Von Wassersuppe in den Bundestag

Es sind vor allem diese persönlichen Geschichten, die bei den Schülern gut ankommen. „Es ist interessant zu hören, wie sie ihren Weg gefunden haben“, stellte Sharon fest.

Auch Robert Schachtschneider begeisterte seine jungen Zuhörer mit einem spannenden Lebenslauf. Er hatte 2005 sein Abitur am Jahngymnasium abgelegt und ging zunächst für ein Freiwilliges Soziales Jahr nach Holland, wo er in einer Einrichtung für Jugendliche mit Drogenproblemen tätig war. Eine intensive und lehrreiche Erfahrung.

Der gebürtige Havelländer blieb in Holland, studierte in Maastricht Europawissenschaften, absolvierte ein Auslandsstudium in Paris und schloss mit einem Master in Berlin ab. Sein Weg führte ihn unter anderem in den Bundestag, wo er als Referent des SPD-Abgeordneten Dirk Becker arbeitete.

Robert Schachtschneider plauderte über seine Arbeit bei der Deutschen Energie-Agentur. Quelle: Christin Schmidt

„Es kommt nicht darauf an, Klassenbester zu sein“

Heute führt Robert Schachtschneider als persönlicher Referenten der Geschäftsführung der Deutschen Energie-Agentur (Dena) ein fünfköpfiges Team. Er spricht fünf Sprachen, hat 43 Länder besucht und kehrt immer wieder gern in sein Heimatdorf Wassersuppe zurück.

„Ihr seht, es kommt nicht darauf an, Klassenbester zu sein. Viel wichtiger ist es, eine Vision zu haben, ein Ziel. Lernt Sprachen und beißt euch durch“, ermutigte Lehrerin Silke Kluth ihre Schüler.

Hochschulinformationstage auch für Bürgel-Schüler

Die Hochschulinformationstage des Jahngymnasiums sind ein einmaliges Angebot in Brandenburg. Seit dem vergangenen Jahr können auch Schüler der Bürgerschule davon profitieren. Ins Leben gerufen hatte das Ganze vor 14 Jahren Oberstufenkoordinatorin Karin Lemme.

„Ich merkte damals, dass meinen Söhne gar nicht wussten, was sie in der Berufswelt erwartet. Daraufhin hatten wir mit fünf Vorträgen die ersten Hochschulinformationstage organisiert“, so Lemme. Heute nutzten Universitäten, Hochschulen, zahlreiche Unternehmen und auch die Wirtschaftsjunioren die Chance, sich dem Nachwuchs vorzustellen.

Viele Referenten bieten den Schülern zudem an, sich auch im Nachhinein mit Fragen an sie zu wenden. Seit vergangenem Jahr lädt das Jahngymnasium auch Schüler der Bürgerschule ein, das Angebot zu nutzen.

Von Christin Schmidt

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