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Rathenow KiJuPa knüpft internationale Beziehungen
Lokales Havelland Rathenow KiJuPa knüpft internationale Beziehungen
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20:21 23.09.2018
Frederike Timme, Mortischa Mokelke und Arvid Klostermann auf Entdeckungstour in Schottland.P Quelle: rivat
Rathenow

Kontakt mit Politikern auf Bundes- und Landesebene ist für die Mitglieder des Rathenower Kinder- und Jugendparlaments (KiJuPa) nichts Neues. Nun hat das Gremium seinen Horizont erweitert und internationale Kontakte geknüpft.

Mortischa Mokelke, Frederike Timme und Arvid Klostermann nahmen mit Unterstützung des Landkreises Havelland, der Stadt Rathenow und der Partnerschaft für Demokratie Westhavelland & Nauen vergangene Woche an einem Jugendaustausch im schottischen Galashiels teil.

Die Woche stand unter dem Motto: „Meine Stadt – Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft“. Gemeinsam mit jungen Menschen im Alter von 16 bis 18 Jahren aus Polen, Norwegen, Lettland und dem Gastgeberland beschäftigten sich die Rathenower eine Woche lang mit Themen wie Klimawandel, Migration, Einsamkeit in einer alternden Gesellschaft und Transportmöglichkeiten im ländlichen Raum.

Zum Programm gehörten auch Ausflüge nach Edinburgh und die Region um Galashiels. Quelle: Privat

Neben Gesprächen mit Politikern, Schulleitern, Landräten und dem schottischen Kinder- und Jugendbeauftragten stand der Erfahrungsaustausch der Jugendlichen untereinander im Mittelpunkt.

„Dabei wurde deutlich, dass wir in Sachen Jugendbeteiligung in Rathenow gut aufgestellt sind. Was die Ausstattung der Schulen betrifft, hinken wir aber im internationalen Vergleich hinterher“, stellte Frederike Timme fest.

Arvid Klostermann, Frederike Timme und Mortischa Mokelke (v.l.) wagten den Blick über den Tellerrand und nahmen an einem Jugendaustausch in Schottland teil. Quelle: Privat

Mortischa Mokelke ist aufgefallen, dass Schottland viel behindertengerechter ist und zudem fortschrittlicher was öffentliche Hotspots/WLAN angeht.

Wie das Leben für junge Menschen in Rathenow, Galashiels und den Heimatorten der anderen Teilnehmer aussieht, wurden in verschiedenen Vorträgen deutlich. Die Rathenower berichtet unter anderem von ihren erfolgreichen Wahl-Projekten und stellten ihre Heimatstadt vor, die damit nun etwas bekannter ist.

„Im Vortrag der Norweger wurde deutlich, dass sie sich offenbar das Ziel gesetzt haben, die besten Schulen der Welt zu haben. Warum sind wir darauf eigentlich nie für Rathenow gekommen?“, fragt Rathenows Jugendkoordinator Tilo Windt, der die KiJuPa-Mitglieder begleitete.

Mortischa Mokelke (l.), Frederike Timme (2.v.r.) und Arvid Klostermann (r.) vom Rathenower Kinder- und Jugendparlament mit Christine Grahame, Mitglied im schottischen Parlament. Quelle: Privat

Die Veranstalter hatten auch Workshops organisiert, in denen sich die Jugendlichen mit Zukunftsideen für ihre Städte beschäftigten.

„Dabei wurde deutlich, wie wichtig es ist, junge Menschen in die Entwicklung ihrer Lebensorte einzubeziehen, sie in die lokale Geschichte zu verwickeln, mit offenen Augen durch die Gegenwart zu gehen und ihnen Instrumente und Wissen in die Hand zu geben, um die Zukunft zu gestalten“, so Tilo Windt.

Gemeinsam mit den drei KiJuPa-Mitgliedern hat er internationale Beziehungen nach Schottland, Lettland, Polen und Norwegen geknüpft. Das sei wichtig in Zeiten zunehmender nationaler Egoismen.

PAS und ICN – Die Organisatoren des Jugendaustauschs

Der internationale Jugendaustausch wurde von Planning Aid for Scotland (PAS) und dem Innovation Circle Network (ICN) organisiert.

PAS ist eine gemeinnützigen Organisation mit Sitz in Schottland, die mit Projekten und initiativen eine aktive Bürgerschaft stärkt und fördert.

Das gemeinnützige Netzwerk ICN entstand im Rahmen eines EU-Projekts und existiert seit mittlerweile elf Jahren.

Ziel der Mitglieder ist es, mit gemeinsamen Projekten ländliche Regionen in Europa zu stärken und voneinander zu lernen.

Die Partner – Kommunen, NGOs und Privatpersonen – aus Polen, Norwegen, Schweden, Lettland, Litauen und Russland organisieren seit Jahren auch Jugendcamps, um den Austausch junger Menschen zu fördern und das internationale Miteinander zu stärken.

Tilo Windt wirbt dafür, viel mehr solcher Gelegenheiten zu schaffen. Er weiß auch schon, wie das gelingen kann: „Rathenow könnte mehr Partnerschaften mit Städten in aller Welt eingehen und diese mit Jugendaustauschen beleben“.

Frederike, Mortischa und Arvid haben den Anfang gemacht und sind begeistert vom Ausflug nach Schottland, der mit einer ausgelassenen Feier und traditionellen schottischen Tänzen endete.

„Dieser Austausch war wirklich was Besonderes. Er bringt uns nicht nur persönlich durch die vielen Eindrücke und den Einblick in eine fremde Kultur weiter. Er sorgt auch dafür, dass wir mit frischem Blick auf unserer Stadt schauen und neue Möglichkeiten für das KiJuPa erkennen“, ist sich Mortischa Mokelke sicher.

Sie hofft, dass diese Erfahrung ein Grundstein für zukünftige internationale Verknüpfungen ist. „Wir können noch viel von anderen Ländern lernen oder woanders helfen. Es liegt jetzt an uns was wir daraus machen.“

Von Christin Schmidt

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