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Rathenow Das sind die jüngsten Gärtner der Stadt
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12:20 15.09.2018
Sabrina Gröning mit den Ackermäusen. Die Mädchen und Jungen bauen mit ihren Erzieherinnen Obst und Gemüse an. Quelle: Christin Schmidt
Rathenow

Mit Matschhose und Gummistiefeln steht der einjährige Henri vor Fenchel -und Kohlrabipflanzen. In der Hand einen Wasserschlauch und auf dem Gesicht ein breites Grinsen. Stolz wässert der Junge das Gemüse, das er später mit den anderen Ackermäusen ernten wird.

Die Ackermäuse, das sind die zehn Mädchen und Jungen der gleichnamigen Rathenower Kindertagespflege, die von Doreen Braun und Sabrina Gröning betreut werden.

Der Name ist hier Programm, denn die jungen Frauen besuchen jeden Tag mit den Kindern einen Garten, den sie seit März vom Kleingartenverband Westhavelland pachten.

Die Rathenower Kindertagespflege „Ackermäuse“ hat sich vom Verein Ackerdemie inspirieren lassen und mit dem Nachwuchs gemeinsam einen Garten angelegt, in dem sich die Kinder sichtlich wohlfühlen.

Die 245 Quadratmeter sind für Henri und seine Freunde das reinste Paradies. Ein paar Beete, Rasen, Bäume, an denen gerade saftige Äpfel wachsen, dazu eine große Schaukel, ein Tisch mit Bänken an dem alle Platz haben – für die Ackermäuse ist der Garten das, was für andere Kinder der Kita-Spielplatz ist.

Hier gehen sie auf Entdeckungstour und packen selbst an. Sie erleben, wie das Obst und Gemüse, das sie später essen, gepflanzt und später geerntet wird.

„Wir hatten schon länger darüber nachgedacht, mit den Kindern einen Garten anzulegen. Als wir Anfang des Jahres auf einer Bildungsmesse das Projekt GemüseAckerdemie kennen lernten, meldeten wir uns an und legten los“, erzählt Doreen Braun.

Kita- und Hortbeirat Rathenow begeistert von der GemüseAckerdemie

Die GemüseAckerdemie ist ein mehrfach ausgezeichnetes Bildungsprogramm, das der Verein Ackerdemia ins Leben gerufen hat und an Kitas und Schulen anbietet. 250 Lernorte in Deutschland, Österreich und der Schweiz gibt es bereits und es sollen noch mehr werden.

Dafür wollen auch Katja Poschmann und Kathrin Großmann vom Kita- und Hortbeirat Rathenow sorgen. Sie haben von der GemüseAckerdemie im Fernsehen erfahren, Kontakt aufgenommen und kurzerhand eine Informationsveranstaltung organisiert.

Ihr Ziel: Eltern, Kitas und Schulen im Westhavelland sollen von der Initiative erfahren, so dass noch mehr Kinder davon profitieren. Dass sich die beiden Rathenower Tagesmütter zeitgleich auf den Weg machten und die erste GemüseAckerdemie im Havelland gründeten, ahnte der Kita- und Hortbeirat damals nicht.

Die GemüseAckerdemie stellt sich vor

Der Potsdamer Ackerdemia Verein will das Bewusstsein in der Gesellschaft bezüglich Landwirtschaft, Nachhaltigkeit und gesunder Ernährung stärken und die Wertschätzung für Lebensmittel steigern.

Ein Schwerpunkt der Arbeit liegt auf dem Bildungsprogramm GemüseAckerdemie, das Schulen und Kitas bei der Errichtung und Betreuung von Gemüseäckern unterstützt.

Am Mittwoch, 19. September, sind alle eingeladen, das Projekt in einer Infoveranstaltung kennenzulernen.

Dazu lädt der Kita- und Hortbeirat um 18 Uhr in das Restaurant am Schwedendamm in Rathenow ein.

Mehr auf: www.gemueseackerdemie.de

Der Zufall brachte schließlich alle vier zusammen. Gemeinsam werden sie am kommenden Mittwoch um 18 Uhr im Restaurant am Schwedendamm die GemüseAckerdemie vorstellen.

Die Veranstaltung ist kostenlos und für alle Interessierten offen. Sabrina Gröning und Doreen Braun werden dabei von ihren Erfahrungen berichten, die durchweg positiv klingen:

„Im März kamen die Helfer von Ackerdemia mit Pflanzen und Bildungsmaterial zu uns in den Garten. Sie gaben uns Tipps und brachten gemeinsam mit den Kindern die Pflanzen in die Erde. Sogar die Jüngsten wurden eingebunden in dem sie die Pflanzen befühlen konnten“, erzählt Doreen Braun begeistert.

Vorab hatte der Verein eine Bodenprobe genommen, um sicher zu gehen, dass die Kinder das Obst und Gemüse ohne Bedenken essen können.

Die Kinder überwinden ihre Abneigung gegen Gemüse

Äpfel, Salat und einiges mehr aus eigener Ernte haben die Ackermäuse schon verspeist. Was dabei auffällt: Die Kinder essen plötzlich mit Genuss Gemüse, das sie bisher nicht angerührt haben. Wohl auch, weil sie jetzt wissen, wo es herkommt und sie es selbst geerntet haben.

Aber das ist längst nicht alles. „Die Kinder sind viel ausgeglichener, entspannter. Es gibt weniger Konflikte, wir alle sind ruhiger geworden. Die Zeit an der frischen Luft hier im Garten tut einfach allen gut“, ist sich Doreen Braun sicher.

Begeistert sind auch die Eltern. „Das ist einfach perfekt. Die Kinder bewegen sich an der frischen Luft und lernen dabei. Zudem erfahren wir jeden Tag, was sie gemacht und entdeckt haben. Und ich sehe, dass sie dabei großen Spaß haben“, sagt Henris Mutter, Janine Weinaug. Und nimmt den Kleinen, der nun sichtlich ausgepowert ist, auf den Arm. Wer weiß, vielleicht träumt er beim Mittagsschlaf sogar von dem kleinen Gartenparadies.

Von Christin Schmidt

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