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Rathenow Alte Orgeln, neuer Klang
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00:37 20.09.2015
Kantorin Christiane Görlitz und Orgelbauer Hartmut Rönnecke vor der Schuke-Orgel in der Auferstehungskirche. Quelle: M. Kniebeler
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Rathenow

Christiane Görlitz, Kantorin der Evangelischen Kirchengemeinde Rathenow, hat am Donnerstag alle Register gezogen. Und zwar im wahrsten Sinne des Wortes. In der Auferstehungskirche auf dem Weinberg ließ sie bei einem kleinen Probespiel alle Pfeifen der Schuke-Orgel erklingen und war danach begeistert von dem reinen, satten Klang des 1938 erbauten Instruments. Eine Stunde später wiederholte die Kantorin den Orgeltest in der Lutherkirche und war dort ebenso angetan von dem klanglichen Ergebnis ihrer Bemühungen.

Dass die beiden Kircheninstrumente so wohlklingende Töne von sich geben, ist Hartmut Rönnecke und Carsten Müller zu verdanken. Die beiden Mitarbeiter der Firma Schuke haben sich in den vergangenen zwei Wochen intensiv mit den beiden Orgeln beschäftigt.

Der Klang stimmt, da macht das Spielen wieder Spaß. Quelle: M. Kniebeler

Es war auch höchste Zeit: Das Instrument in der Auferstehungskirche war vor dem Einsatz der beiden Spezialisten zwar noch spielbar. Aber bis auf eines waren alle Register derart verstimmt, dass man den Klang keinem Zuhörer mehr zumuten konnte. Die Orgelbauer gingen bei ihrem Einsatz in der Auferstehungskirche systematisch vor – Register für Register wurde einer kompletten Reinigung unterzogen. „Wir haben jede einzelne Pfeife rausgezogen, mit Druckluft gereinigt und dann wieder eingesetzt“, erklärte Carsten Müller. Durch die Druckluft seien Schmutzpartikel, die sich im Laufe der Jahre angesammelt und den Ton verfälscht hätten, hinausgeblasen worden. Nach dieser Grundreinigung habe man das Instrument neu gestimmt. Außerdem sei die Beleuchtung am Organistenplatz komplett erneuert worden.

Runder Klang statt schriller Spitzen

Bei der Orgel in der Lutherkirche lagen die Dinge ein bisschen anders. Das 1972 erbaute Instrument war nicht verstimmt. Aber der Klang sorgte dennoch bei Musikern wie Zuhörern für wenig Begeisterung. Der Ton scharf und hart, mit schrillen Spitzen. „Das war Anfang der 70er Jahre des vorigen Jahrhunderts, als diese Orgel gebaut wurde, die gängige Mode“, erklärt Müller. Längst sei aber wieder ein warmer, runder Ton gefragt. Und dem haben man sich jetzt angenähert. „Den Grundcharakter eines Instruments kann man nicht verändern“, so Müller. „Aber man kann durch Intonation dem Klang ein wenig von seiner Schärfe nehmen.“

Pfarrer Andreas Buchholz war mit dem Ergebnis sehr zufrieden. Es sei schon seit langem Wunsch der Gemeinde gewesen, die beiden Orgeln klanglich wieder auf Vordermann zu bringen, sagte er. Dank großzügiger Spenden und einem Beitrag des Kirchenkreises habe man 6000 Euro für die Überholung der Instrumente zusammenbekommen. 9000 Euro habe die Operation gekostet. „Ich bin zuversichtlich, dass wir den Rest des Geldes auch noch aufbringen“, so der Pfarrer.

Als sich die Spezialisten aus Rathenow verabschiedeten, gab Hartmut Rönnecke der Kantorin noch einen letzten Rat. „Spielen Sie so oft wie möglich auf dem Instrument“, sagte er. Das sei die bestmögliche Pflege, weil der Staub dann keine Gelegenheit habe, sich in den Pfeifen festzusetzen. Christiane Görlitz wird den Mann beim Wort nehmen. Schon bald will sie in Rathenow eine Reihe mit Orgelkonzerten ins Leben rufen.

Orgeln mit Geschichte

Die beiden Rathenower Orgeln, die jetzt überholt wurden, sind Werke des traditionsreichen Brandenburger Orgelbauerbetriebs Schuke.

Bei beiden Instrumenten handelt es sich um so genannte mechanische Schleifladenorgeln.

Die Orgel in der Auferstehungskirche wurde im Jahr 1938 erbaut. Es ist ein Produkt der so genannten Orgelbewegung, deren Vertreter sich Anfang des 20. Jahrhunderts von den Instrumenten romantischen Klangcharakters abwandten und statt dessen die Qualitäten der Barpockorgeln wiederentdeckten.

Die Orgel in der Lutherkirche stammt aus dem Jahr 1972. Es ist ein typisches Beispiel für die Orgeln der damaligen Zeit, die sich durch einen spitzen, teilweise sogar schrillen und schreienden Klang, schwaches Bassfundament und fehlende Kraft in der Mittellage auszeichneten.

Von Markus Kniebeler

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