Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Rathenow Ohne Instagram läuft nichts
Lokales Havelland Rathenow Ohne Instagram läuft nichts
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:31 28.02.2019
15 Schüler des Jahngymnasiums präsentierten im Blauen Saal vor regionalen Unternehmen die Ergebnisse von knapp zwei Jahren Arbeit. Quelle: Foto: Christin Schmidt
Rathenow

Wie gewinnt man die Jugend für eine Ausbildung in einem regionalen Unternehmen? Diese Frage stellen sich vermutlich viele Geschäftsführer.

Antworten darauf haben nun fünf Unternehmen aus Rathenow, Premnitz und Brandenburg/Havel bekommen. Sie durften diejenigen fragen, die es am besten wissen müssen: junge Menschen, die kurz vor dem Schulabschluss stehen.

Fast zwei Jahre haben 15 Schüler des Jahngymnasiums im Rahmen des Seminarkurses „Schüler als Unternehmensberater“ regionale Partnerunternehmen begleitet.

15 Schüler des Rathenower Jahngymnasiums präsentierten im Blauen Saal des Kulturzentrums vor ihren regionalen Partnerunternehmen die Ergebnisse von knapp zwei Jahren Arbeit. Quelle: Christin Schmidt

Sie haben deren Betriebsstrukturen analysiert, sich mit den Ausbildungsmöglichkeiten und Marketingstrategien befasst, Umfragen durchgeführt und zahlreiche Gespräche mit der Geschäftsführung geführt.

Am Mittwoch stellten die Schüler die Ergebnisse ihrer Arbeit im Blauen Saal des Kulturzentrums vor. „Einigen von uns ist das Herz in die Hose gerutscht, als feststand, dass wir unsere Ergebnisse in diesem Saal präsentieren“, verriet Jannis dem Publikum.

Gemeinsam mit Erik hatte er die Veranstaltung moderiert. Vertreter der Industrie- und Handelskammer, der Wirtschaftsjunioren sowie des Landkreises Havelland und natürlich die fünf Partnerunternehmen waren der Einladung gefolgt.

Junior-Geschäftsführer Philipp Thonke im Gespräch mit den Schülern, die ihn beraten haben. Quelle: Christin Schmidt

Auch Lehrer und Schüler der zehnten Klasse ließen sich die Vorträge nicht entgehen.

„Stellen Sie sich vor es ist Samstag und es gibt keine frischen Brötchen, weil der Bäcker aus Mangel an Nachwuchskräften seinen Betrieb schließen musste.“ Mit diesen und anderen Szenarien sicherten sich die fünf Schülergruppen die Aufmerksamkeit ihrer Zuhörer.

In kurzweiligen Vorträgen machten sie unter anderem deutlich, dass einige Unternehmen dringend an ihrem Bekanntheitsgrad arbeiten müssen. Hilfreich seien dabei soziale Netzwerke.

Schüler als Unternehmensberater

Ulrike Waschau von der IHK Potsdam und Karin Lemme, Oberstufenkoordinatorin am Jahngymnasium, hatten die Idee zu dem Projekt.

Die IHK konnte dafür mehrere regionale Unternehmen gewinnen, von denen sich die Schüler ein Partnerunternehmen aussuchen konnten.

Aus Rathenow beteiligten sich die Bäckerei Thonke, die Havelland Kliniken Unternehmensgruppe und Milcafea.

Aus Premnitz war die DOMO Engineering Plastics GmbH dabei und aus Brandenburg/Havel die Brandenburger Elektrostahlwerke.

Karin Lemme möchte das Projekt gern fortsetzen.

Doch nicht jedes ist geeignet. Facebook werde von der Jugend kaum noch genutzt, so das Ergebnis einer Umfrage am Jahngymnasium. Wer potenzielle Azubis erreichen möchte, sollte auf Instagram setzen, empfahlen die Schüler.

Fast alle Gruppen hatten zudem vorgeschlagen, die kleinere Schülergruppen zu Schnuppertagen und Betriebsführungen einzuladen und die Zusammenarbeit mit Schulen auszubauen.

„Alle zwei Monate zu einem Tag der offenen Station einzuladen, kostet nicht viel Geld und würde Schülern einen Einblick in die Arbeitswelt geben“, lautete Neles Tipp an die Havelland Kliniken Unternehmensgruppe.

Oberstufenkoordinatorin Karin Lemme hatte das Projekt ins Leben gerufen und betreute die Schüler. Quelle: Christin Schmidt

Auslandsaufenthalte bei den bereits vorhandenen Partnerunternehmen und ein Firmenwagen für den besten Azubi empfahl Helene der Bäckerei Thonke.

„Wenn Sie Facebook nutzen, dann sollten sie auch aktuelle Beiträge posten und mit ansprechenden Bilder über ihre Ausbildungsmöglichkeiten informieren“, gab Jannis den Vertretern des Brandenburger Stahlwerks mit auf dem Weg.

Die Rathenower Milcafea GmbH könnte bei Jugendlichen Interesse mit einem eigenen Café wecken. Ein mobiler Verkaufswagen in dem Produkte des Unternehmens verkauft werden, würde genügen, sind sich die jungen Unternehmensberater sicher.

Unternehmer begeistert von der Arbeit der Schüler

Ansprechende Stände auf Berufsbildungsmessen, die aus der Masse herausstechen sind ebenfalls wichtig.

„Hier sollten persönliche Gespräche möglich sein und übrigens: Kaffee hat bei uns keinen hohen Stellenwert. Bieten sie stattdessen lieber Smoothies an“, lautete ein weiterer Tipp.

„Seien Sie mutig und probieren Sie den einen oder anderen Vorschlag aus“, ermunterten die Schüler ihre Partnerunternehmen. Die wiederum zeigten sich beeindruckt und bedankten sich für die Zusammenarbeit. „Eine wirklich tolle Leistung“, lobte Philipp Thonke und versprach: „Wir sehen uns auf Instagram.“

Von Christin Schmidt

Der Fernsehschauspieler Steffen Schröder hat in Rathenow aus seinem ersten Buch gelesen, in dem er über seine Bekanntschaft mit einem Mörder schreibt. 200 Zuhörer wollten sich das nicht entgehen lassen.

28.02.2019

Der marode Gehweg in der Theodor-Lessing-Straße war schon mehrmals Thema am Lesertelefon der MAZ. Vor allem der Zustand des letzten Stücks, das am ehemaligen Bahnübergang endet, wurde beklagt. Nun ist das Ende der Stolperstrecke besiegelt.

28.02.2019

Christian Kaiser, Kopf des Rathenower Bürgerbündnisses und Landesvorsitzender der Republikaner in Brandenburg, wirbt um Unterstützerunterschriften für die Zulassung zur Kommunalwahl am 26. Mai.

28.02.2019