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Rathenow Neue Bank mit spannender Aussicht
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15:33 12.02.2019
Die Mitglieder des Seniorenrats testen die neue Bank in der Rudolf-Breitscheid-Straße. Quelle: Fotos: Christin Schmidt
Rathenow

Auf dem Weg zum Aldi-Supermarkt in Rathenow Nord hat Hannelore Schmidt bisher immer ein bisschen geschummelt. „Ich bin auf halber Strecke stehen geblieben und habe so getan, als würde ich mich interessiert umschauen. Aber ehrlich gesagt, musste ich mich in Wahrheit ausruhen, weil meine Knie weh taten“, gesteht die 72-Jährige.

Mit dem Schummeln ist es nun vorbei, denn seit etwa 14 Tagen stehen in der Rudolf-Breitscheid-Straße gegenüber der Polizeiwache zwei neue Bänke. „Jetzt kann ich mich hier ganz entspannt hinsetzen, ein Päuschen machen oder einfach nur meinen Einkauf mal kurz abstellen“, freut sich Hannelore Schmidt.

Dass die Bänke nun in der Nähe einer Einrichtung für Senioren stehen, daran hat auch die engagierte Rathenowerin einen Anteil. Sie ist Mitglied im Seniorenrat der Stadt, der in enger Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung darüber beraten hat, wo die neuen Bänke aufgestellt werden.

Neunte Bank wird noch aufgestellt

Acht stehen bereits. Eine weitere folgt sobald die Bauarbeiten am Grünauer Weg, Ecke Am Schwarzen Graben abgeschlossen sind.

„Uns war es wichtig, dass auch die Senioren, die in den Außenbereichen der Stadt wohnen, Sitzmöglichkeiten haben. Im Zentrum sind wir ja mittlerweile recht gut aufgestellt“, erklärt die Vorsitzende des Seniorenrats Petra Herbrich.

Den ausschlaggebenden Impuls gab eine ältere Dame aus Neufriedrichsdorf. Sie hatte sich darüber beklagt, dass es auf dem Weg ins Zentrum zu wenig Verweilmöglichkeiten gibt. Der Seniorenrat nahm sich dem Thema an und machte sich auf den Weg, um zu schauen, wo Bänke gebraucht werden.

Keine Bank in Rathenow West

Dabei machten sie neben der Ecke an der Rudolf-Breitscheid-Straße auch zwei Orte in Neufriedrichsdorf ausfindig. Zudem steht nun in der Fritz-Reuter-Straße in der Waldsiedlung eine Bank, am Tunnel im Grünauer Weg, am Schwedendamm in Höhe des Optikparks sowie in der Semliner Straße, Ecke Hirschweg.

In Rathenow West wurde keine Bank aufgestellt. Hier gibt es in den Bushaltestellen Sitzmöglichkeiten, zudem fehlt es an städtischen Grundstücken, so Herbrich.

Diese Sitzbank in Neufriedrichsdorf hat mit Bürgermeister Ronald Seeger (re.) mit Petra Herbrich und einem Anwohner bereits im Oktober 2018 eingeweiht. Quelle: Markus Kniebeler

Die erste Bank in Neufriedrichsdorf stellten Mitarbeiter des städtischen Bauhofs im Oktober auf. Nach und nach folgten nun sieben weitere. Alle sind seniorengerecht gebaut mit einer hohen Sitzfläche und Lehnen, auf denen man sich beim Aufstehen gut abstützen kann.

Die Bänke waren der letzte Wunsch einer Rathenowerin

Insgesamt rund 10.000 Euro kostete die Maßnahme. Bei der Finanzierung half eine Rathenowerin, die in ihrem letzten Willen unter anderem verfügte, dass ein Teil ihres Erbes in Sitzbänke für die Stadt fließt.

Damit hat die Spenderin nun vielen Senioren in Rathenow eine Freude gemacht. „Mich haben schon einige angesprochen und sich bedankt. Sie sind froh, dass es nun auch außerhalb des Zentrums ein paar Sitzgelegenheiten gibt“, so Petra Herbrich. Sie und ihre Mitstreiter sind zwar mit dem Ergebnis sehr zufrieden, aber sie haben auch noch andere Wünsche.

„Viele Gehwege sind einem äußerst schlechten Zustand und bereiten allen, die nicht mehr so gut zu Fuß und auf einen Rollator angewiesen sind große Probleme“, bemerkt Petra Herbrich. Der Seniorenrat will nun die einzelnen Fraktionen der Stadtverordnetenversammlung einladen, um über dieses und weitere Themen zu sprechen.

Den Anfang macht Die Linke Mitte März. Bis dahin genießt Hannelore Schmidt ab und zu den Blick von der Bank in der Rudolf-Breitscheid-Straße. Der Standort sei nicht nur gut gewählt, weil er sich genau in der Mitte zwischen den beiden Einkaufsmöglichkeiten des Viertels befindet.

Es ist auch eine wirklich interessante Ecke. „Vielleicht können wir hier mal zuschauen, wie jemand verhaftet wird“, sagt Hannelore Schmidt und blickt mit einem Lächeln rüber zur Polizei.

Von Christin Schmidt

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