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Rathenow Seeger hisst die Regenbogenfahne
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17:47 29.08.2018
Rathenows Bürgermeister Ronald Seeger empfing mit Diana und Daniel Golze Aktivisten der LesbiSchwule-Tour. Quelle: Christin Schmidt
Rathenow

Am Mittwochmorgen flatterte die Regenbogenfahne – Symbol der Lesben- und Schwulenbewegung – am Rathenower Rathaus. Sie kündigte die „Les-Bi-Schwule-Tour“ an, die unter dem Motto „Brandenburg bleibt bunt“ in der Kreisstadt Station machte.

Für Stadtoberhaupt Ronald Seeger (CDU) war es eine Selbstverständlichkeit, nicht nur die Fahne zu hissen, sondern auch die Aktivisten im Rathaus zu begrüßen.

„Als wir vor zwei Monaten die Anfrage bekamen, sagten wir sofort zu. Es ist richtig und wichtig diese Tour zu machen und so auf das Thema aufmerksam zu machen. Denn das ist leider nach wie vor nötig“, bemerkte der Bürgermeister.

Rathenow hat jetzt eine eigene Regenbogenfahne

Er stellte sich nicht nur um 10 Uhr zum Fototermin mit Fahne vor das Rathaus. Die Stadt hat sogar eine eigene Regenbogenflagge bestellt. Weil das Exemplar, das die Aktivisten mitbrachten, nicht für die Aufhängung am Rathaus geeignet ist, orderte die Verwaltung kurzerhand ein eigene Fahne.

„Eine tolle Geste“, lobte Lars Bergmann, Geschäftsführer des Vereins Andersartig und auffälligstes Mitglied des bunten Teams, das am Mittwoch den Wochenmarkt mit guter Laune und einem eigenen Stand bereicherte.

Lars Bergmann vom Verein Andersartig vor dem Kampagnenstand in der Berliner Straße in Rathenow. Quelle: Christin Schmidt

So bunt wie Bergmanns Haare waren auch die Luftballons und Infobroschüren, mit denen die Gruppe auf sich aufmerksam machte. „Das sieht vielleicht alles ganz kuschelig und putzig aus, aber es hat einen sehr ernsten Hintergrund“, betonte Bergmann und machte sogleich die Ziele der Antidiskriminierungskampagne deutlich: „Wir wollen, dass Brandenburg bunt bleibt. Wir wollen, dass Lesben, Schwule, Bi-, Trans-, Intersexuelle und queere Menschen sichtbar werden.“

Seit 1998 reist die Kampagne durch das Land Brandenburg. In diesem Jahr führt sie durch die Landkreise Potsdam-Mittelmark und Havelland, wo insgesamt 19 ehrenamtliche Aktivisten eine Woche lang über sexuelle und geschlechtliche Vielfalt aufklären und informieren.

Unterstützung erhalten sie dabei in der Regel von den Städten und Landkreisen, aber auch von Schulen, Jugendclubs, Kinos, Bibliotheken, Sozialeinrichtungen und weiteren Organisationen.

„Die Wertschätzung, die unserer Kampagne entgegen gebracht wird, ist sehr unterschiedlich ausgeprägt. Von eher pflichtmäßiger Teilnahme bis hin zu echter und engagierter Unterstützung ist alles dabei“, berichtet Kay-Alexander Zepp, Geschäftsführer des Jugendnetzwerks Lambda Berlin-Brandenburg, das die Kampagne seit 2006 unterstützt.

Enkel wird wegen Homosexualität gemobbt

Zepp hat im Rahmen seiner ehrenamtlichen Vereinstätigkeit schon Menschen erlebt, die mit Tränen der Rührung auf die Regenbogenfahne am Rathaus schauten und es nicht fassen konnten, dass sich ihre Stadt an einer solchen Aktion beteiligt.

In Rathenow vertraute sich eine ältere Dame Lars Bergmann an und berichtete von ihrem Enkel, der wegen seiner Homosexualität gemobbt wird. Geschichten wie diese sind für die Ehrenamtler nichts Neues, ebenso wenig wie heftige Ablehnung, die ihnen zum Teil auch in Rathenow entgegenschlug. Größtenteils reagierten die Menschen hier aber sehr offen“, so Bergmann.

Dazu trugen auch Daniel und Diana Golze bei, die sich den Termin vor dem Rathaus nicht entgehen ließen. „Ich finde es schlimm, dass diese Menschen für Rechte eintreten müssen, die jeder haben sollte. Es ist doch egal, wen jemand liebt“, findet der Fraktionsvorsitzende der Linken im Stadtparlament, Daniel Golze.

Und die Vorsitzende der Stadtverordnetenversammlung, Diana Golze (Die Linke), betont: „Liebe ist ein Menschenrecht, egal welches Geschlecht es betrifft.“

Die 20. Les-Bi-Schwule-Tour führte ausgehend von der Landeshauptstadt Potsdam, wo am 25. August die Auftaktkundgebung stattfand, von Nauen weiter nach Teltow und Rathenow. Anders als in der havelländischen Kreisstadt durften Bergmann und seine Mitstreiter in Nauen keine Regenbogenfahne hissen.

Am Donnerstag sind die Aktivisten in Bad Belzig. Am Freitag endet die Tour in Werder (Havel). Wer mehr zum Thema wissen möchte besucht die Internetseite www.brandenburg-bleibt-bunt.de.

Von Christin Schmidt

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