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Rathenow Rekordsammlung im Stadtwald
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17:31 31.10.2018
Janik Schwery aus Semlin ist der König unter den Kastaniensammlern. Fast 900 Kilo hat er bereits aus dem Wald geholt. Quelle: Foto: privat
Rathenow

Der trockene Sommer hat den Landwirten der Region – Obstbauern ausgenommen – große Ernteeinbußen beschert. Und auch im Wald hat der Trockenstress sich negativ bemerkbar gemacht. Von den jungen Weihnachtsbäumen im Rathenower Stadtforst etwa hat ein Großteil die Dürre nicht überlebt.

Ganz anders die Situation bei Eicheln und Kastanien. Wer öfter im Wald unterwegs ist, dem wird es aufgefallen sein. Der Boden ist übersät von Waldfrüchten. Stadtförster Thomas Querfurth bestätigt dies. Er spricht von einer Vollmast. Alle acht bis zehn Jahre komme es dazu, dass alle Bäume stark fruchten. Der trockene Sommer sei nicht unbedingt Ursache dieses Phänomens. Vielmehr handele es sich um immer wiederkehrende Zyklen. Und jetzt befinde man sich definitiv in einem Mastjahr.

Zufutter für kalte Zeiten

Dass das so ist, haben auch die Schüler der Jahngrundschule festgestellt. Seit dem Jahr 2014 schwärmen sie im Herbst aus, um Eicheln und Kastanien zu sammeln. Diese bringen sie zur Stadtförsterei, wo sie in großen Tonnen aufbewahrt werden. Sollte der kommende Winter lang und hart werden – mit Schnee und strengem Frost – dann dienen die Waldfrüchte den Jägern der Region als willkommenes Zufutter für die Tiere im Wald, die bei Eis und Schnee nur schwer an Futter herankommen.

Und obwohl die Sammlung noch läuft, sind die Behältnisse jetzt schon so gut gefüllt wie nie zuvor. Rund vier Tonnen seien bislang bereits gesammelt worden, sagt Thomas Querfurth. In den vergangenen Jahren habe das Ergebnis immer zwischen zwei und zweieinhalb Tonnen gelegen.

Einige der Jahnschüler sind augenscheinlich von einem wahren Sammelrausch erfasst worden. Der absolute Sammelkönig ist Janik Schwery aus Semlin. Der Junge hat bislang fast 900 Kilogramm Kastanien gesammelt. 600 Kilogramm lieferte er bei Thomas Querfurth ab, den Rest bekam ein Jäger.

Freude über das Engagement der Schüler

Frank Gens, Leiter der Jahngrundschule, freut sich über das Engagement seiner Schüler. Die Aktion, die vor fünf Jahren gestartet wurde, erfreue sich großer Beliebtheit. In manchen Klassen sei ein regelrechter Wettbewerb entbrannt.

Gesammelt wird in der Regel auf eigene Faust. Bisweilen machen sich auch Klassen auf Tour in den nahe gelegenen Stadtwald, um gemeinsam auf Kastanienjagd zu gehen.

Weil die Aktion schon seit ein paar Jahren läuft, wissen die Kinder mittlerweile, wo sie ihre Beute abliefern können. Und sie wissen auch, dass sie der Schule damit etwas Gutes tun. Denn nach der Sammelsaison bedankt sich der Jagdverband Rathenow beim Förderverein der Schule mit einer großzügigen Spende.

Neben dem Sportsgeist, der durch die Aktion geweckt wird, gibt es noch länger anhaltende Effekte, die perfekt in den Lehrplan der Schule passen. „Die Kinder lernen auf diese spielerische Weise den Lebensraum Wald kennen und schätzen“, sagt Frank Gens. Es handele sich also um Umweltbildung im besten Sinne. Denn wo könne man ein besseres Gefühl für den Wert der heimischen Natur bekommen als bei Exkursionen unter freiem Himmel?

Von Markus Kniebeler

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