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Rathenow Erhalten bleibt nur das Riesen-Schwungrad
Lokales Havelland Rathenow Erhalten bleibt nur das Riesen-Schwungrad
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02:16 14.09.2015
Wolfgang Bornstädt an den beiden Hälften des Fünf-Tonnen-Schwungrades aus dem Viskosewerk, die im Premnitzer Stadtzentrum stehen. Quelle: Bernd Geske
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Premnitz

Man kann es nicht anders sagen: Das knallrot lackierte Riesenrad im Steinbrückenpark stiehlt den anderen Kunstwerken im Premnitzer Stadtzentrum ganz klar die Schau. Die Konerin, das Faserbündel, die Figurengruppe „Solidarität“ und selbst die Marktweiber am Brunnen wirken dagegen ein wenig blass. Zehn Jahre ist es jetzt her, dass die Entscheidung fiel, das letzte noch verbliebene Riesen-Schwungrad der alten Kälteanlage des einstigen Viskosewerks zu demontieren, sorgsam aufzuarbeiten und dann zur Erbauung aller als Schaustück nahe der Bundesstraße aufzustellen. Gerade in diesen Tagen zeigt sich ganz besonders stark, wie hellsichtig damals diese Maßnahme war.

Die letzte große Brache im Industriepark wird beseitigt

Am Montag, dem 14. September, beginnt nach einem – leider nicht öffentlichen – Festakt der Abriss der gewaltigen Hallen des Viskosewerks. Damit wird die letzte große Brache im Industriepark mit einem Revitalisierungprojekt beseitigt, das drei Jahre dauern und mehr als zehn Millionen Euro kosten wird. Ehrengäste sind Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) und Landesfinanzminister Christian Görke (Linke), der ganz maßgeblich dazu beitrug, dass das fast schon abgelehnte Projekt doch noch die Zustimmung der Fördermittelgeber fand. Den Premnitzer Stadtvätern war immer klar gewesen, dass die Viskose-Brache ihnen alle Zeit an der Backe hängen würde, wenn nicht jetzt die Revitalisierung gelingt. Nun, sie gelingt. Für 2017 stehen drei Investoren bereit, die auf der dann neu erschlossenen Fläche etwas aufbauen wollen. Arbeitsplätze sollen entstehen.

Vom einstmals riesigen Viskosewerk, in dem ab 1920 die weltweit erste Kunstfaser aus Zellstoff hergestellt wurde, wird so gut wie nichts übrig bleiben. Allein das Riesen-Schwungrad wird an prominenter Stelle der Stadt an diese großen Zeiten erinnern. Es besteht aus Gussstahl, hat einen Durchmesser von vier Metern und wiegt über fünf Tonnen. Der Gummiriemen, der einst drüber lief, war 45 Zentimeter breit. Es hatte ursprünglich den Plan gegeben, das Rad als großes Ganzes aufzustellen. Doch weil man es der Stabilität wegen recht tief hätte in den Betonsockel versenken müssen, kam der Entschluss, es in seinen zwei Hälften zu präsentieren.

Die Kälteanlage lief 51 Jahre lang 24 Stunden am Tag

Der Premnitzer Wolfgang Bornstädt, der einst in der Hauptenergetik des Chemiefaserwerks tätig war, hat für die MAZ-Leser noch einmal erklärt, welche Rolle das Schwungrad einst spielte. Er fühle sich dazu veranlasst, sagt er, weil viele Leute ihn in letzter Zeit danach fragten. Auch Buga-Besucher seien interessiert gewesen. Das Rad gehörte zu einer Kälteanlage, die 1928 von der Firma Linde installiert worden ist. Sie diente zur Kühlung verschiedener Medien, hauptsächlich in der Kunstseideproduktion. Es gab einst drei baugleiche Kältemaschinen, die alle ein großes Schwungrad hatten. 1979 ist die Kälteanlage außer Dienst gestellt worden, weil ein neueres Modell die Arbeit aufnahm. Das heißt: Die Anlage war samt Schwungrad 51 Jahre lang hintereinander in Betrieb. Sie lief in vier Schichten, rund um die Uhr. Instandsetzungarbeiten konnten in der Regel nur bei den Feiertagsstillständen zu Ostern, Pfingsten oder Weihnachten stattfinden.

Von Bernd Geske

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