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Rathenow Russische Spezialitäten in der Berliner Straße
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19:37 29.06.2018
Larissa Konrad mit einer Flasche Kwas in ihrem russischen Laden „Kalinka“ in der Berliner Straße in Rathenow. Quelle: Markus Kniebeler
Rathenow

Krimsekt, Kaviar und Kamtschatka-Krabben – diese russischen Delikatessen werden Feinschmeckern ein Begriff sein. Und selbstverständlich gibt es sie auch bei Larissa Konrad, die in der Berliner Straße den einzigen russischen Laden in Rathenow betreibt. Das Krabbenfleisch in Dosen komme nur an Festtagen ins Regal, schränkt Larissa Konrad ein. Die anderen Produkte hat sie immer vorrätig.

Eigentlich war der MAZ-Redakteur in den Laden gegangen, um etwas über das russische WM-Fieber zu schreiben – und darüber, wie es sich bis nach Rathenow verbreitet hat. Doch: Fehlanzeige. Keine Wimpel, keine Flaggen, keine Spielpläne – nichts. „Na ja“, sagt die 39-Jährige. „Fußball interessiert mich nicht so sehr.“ Deshalb habe sie auf weiß-blau-rote Deko verzichtet.

Majonäse in Tüten: Nur bei Kalinke erhältlich. Quelle: Markus Kniebeler

Dennoch herrscht an russischem Flair in dem kleinen Laden kein Mangel. Das fängt beim Namen des Geschäfts an – „Kalinka“ ist dank des weltberühmten Volksliedes selbst Deutschen ein Begriff – und hört beim berühmten Moskau-Eis auf.

Dabei stammt Larissa Konrad gar nicht aus Russland. Aus der kasachischen Stadt Pawlodar kam sie im Jahr 2001 mit der Familie nach Deutschland. Als Wolgadeutsche kehrten sie nach Jahrhunderten in das Heimatland ihrer Vorfahren zurück.

Natürlich hat Larissa Konrad auch Wodka im Angebot. Aber Sorten, die es in deutschen Märkten nicht zu kaufen gibt. Quelle: Markus Kniebeler

Als Larissa Konrad Kind war, da existierte die Sowjetunion noch. Und deshalb gibt es in dem russischen Laden auch Waren aus den ehemaligen Sowjetrepubliken, die längst eigenständig sind. Schwarzer Tee aus Georgien etwa steht bei den Kunden hoch im Kurs. Und zwar sowohl bei jenen, die wie die Geschäftsinhaberin aus dem Sowjetreich nach Deutschland gekommen sind, als auch bei der Rathenower Kundschaft.

Lebensmittel aus Osteuropa

Den russischen Laden in Rathenow gründete Larissa Konrad im Jahr 2005 im Waldschloss.

Seit dem Jahr 2013 ist „Kalinka“ in die Berliner Straße zu finden.

In dem Laden werden vor allem Lebensmittel aus Russland und den ehemaligen Sowjetrepubliken vertrieben.

Es gibt sogar eine kleine Kühltheke mit Fleisch- und Wurstwaren. In dieser findet man bisweilen auch Produkte aus Polen.

Überhaupt kommen viele Deutsche in den Laden, um sich mit Waren aus dem Osten einzudecken. Vor allem die Älteren verlangen nach jenen Produkten, die sie zu DDR-Zeiten kennen und schätzen gelernt haben. Das Moskau-Eis in den Sorten Creme brulee und Plombir ist ein Renner. Nach Konfekt der Marken Rotkäppchen und Drei Bären lecken sich alle die Finger. Und Konserven mit der Aufschrift „Sayra“ – dahinter stecken Kurzschnabelmakrelen im eigenen Saft – gibt es eben nur hier.

Sehr beliebt: Konfekt der Marke Rotkäppchen. Quelle: Markus Kniebeler

Ihre Produkte – neben Lebensmitteln gibt es ein kleines Regal mit Kosmetika, Bücher in kyrillischer Schrift und sogar ein paar russische DVDs – bezieht Larissa Konrad von einem Spezialgroßhändler aus Hamburg. Einmal in der Woche liefer er die Ware per Kühltransporter an.

So gut wie keines der Produkte ist in einem herkömmlichen deutschen Supermarkt erhältlich. Vor dem Kwas-Regal etwa steht der Deutsche wie der sprichwörtliche Ochs vorm Berg. Dabei kennt in Osteuropa jedes Kind den Trunk, der durch Gärung aus Brot hergestellt wird. „Schmeckt ein bisschen wie Malzbier“, sagt die Ladenbesitzerin, die bereits in ihrer kasachischen Heimat ein Geschäft führte. Man hat die Wahl zwischen leicht säuerlichen und eher süßlichern Sorten. „Hauptsache man trinkt es gut gekühlt“, sagt Larissa Konrad.

Am Ende der Führung durch den kleinen Laden lenkt der Reporter das Gespräch doch noch einmal auf den Fußall. Wofür ihr Herz schlagen würde, wenn die Mannschaften aus Deutschland und Russland aufein-ander träfen, will er wissen. Konrad grübelt lange. „Ich glaube Russland“, sagt sie. „Wegen der Erinnerungen an die Kindheit.“ Allerdings wünsche sie auch den Deutschen Erfolg. „Schwere Frage“.

Nun, bei dieser WM muss sie darauf keine Antwort finden. Dafür hat die deutsche Elf mit ihrem Ausscheiden gesorgt.

Von Markus Kniebeler

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