Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Rathenow Lesung mit Schauspieler Steffen Schröder
Lokales Havelland Rathenow Lesung mit Schauspieler Steffen Schröder
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:49 28.02.2019
Steffen Schröder bei seinem Auftritt im „Schwedendamm“. Quelle: Uwe Hoffmann
Rathenow

Wer die Lesung des aus vielen TV-Rollen bekannten Schauspielers Steffen Schroeders aus seinem ersten Buch am Mittwochabend miterleben wollte, hatte es schwer. So viele Zuhörer zog eine Lesung im Rahmen der Literaturgespräche in Premnitz und Rathenowselten an. Rund 200 fanden schließlich einen der begehrten Plätze. Für den in Potsdam lebenden Schauspieler war die Lesung in Rathenow auch ein kleines Heimspiel. Im Jahr 2001 kaufte Schroeder in einem der Ortsteile der Stadt einen Hof, auf den er sich immer wieder zurückzieht und die Ferien verbringt.

Treffen in der Justizvollzugsanstalt

„Was alles in einem Menschen sein kann. Begegnung mit einem Mörder“, 2017 im Rowohlt-Verlag Berlin erschienen, nimmt die Leser mit auf einen Perspektivwechsel vom Opfer zum Täter. „Vor sechs Jahren ging ich erstmals in die JVA Berlin-Tegel, um als ehrenamtlicher Vollzugshelfer einen Insassen zu treffen, der schon mehrere Jahre für Mord verurteilt wurde. Für diese Menschen, die alle anderen familiären Verbindungen verloren haben, sind diese Vollzugshelfer der einzige Kontakt in die Welt außerhalb des Knasts“, so Schroeder.

„Nachdem ich Micha, einen früheren Skin, erstmals kennenlernte dachte ich daran, dass ich ohne dieses Engagement mit einem Menschen wie ihm keine eine Basis für gemeinsame Gespräche gefunden hätte und man auch überhaupt nicht gemein hätte. Aber es gibt mehr als Schwarz und Weiß.“

Blick hinter die Fernsehkulisse

So las Steffen Schroeder, wie er Micha kennenlernte, stellte in einem weiteren Kapitelausschnitt die JVA Tegel – als größte geschlossene JVA in Deutschland – eine Stadt in der Stadt vor und las über die Hierarchie im Knast. Ein besonderes Kapitel ist Rico, Michas im Knast verstorbenem einzigen Freund gewidmet. „Das Buch fängt dort an, wo meine Rolle als Kriminalkommissar Tom Kowalski endet“, so der Schauspieler, der die Leser im letzten Kapitel kurz hinter die Kulissen der ZDF-Krimiserie „Soko Leipzig“ mitnahm, in der er seit der 11. Staffel 2012 mitspielt

Nach der einstündigen Lesung befragte Hendrik Röder vom Brandenburgischen Literaturbüro Potsdam den Autor zu den Beweggründen seines ehrenamtlichen Engagements. „Ich finde es wichtig, dass Täter ihre Strafe erhalten und Verantwortung für seine Schuld übernehmen.“ Noch wichtiger sei aber die Prävention.

Fragen aus dem Publikum

Danach konnten auch die Zuhörer noch einige Fragen stellen und zeigte Interesse an dem Thema. „Die Lesung war sehr interessant. Man konnte sich gut in diese ehrenamtliche Arbeit hineinversetzen“, so die Ratheowerin Katrin Rentmeister, die zu den Dutzenden Zuhörern gehörte, die sich nach der Lesung ihr Buch signieren ließen.

Eher durch Zufall kam Steffen Schroeder zur Opferhilfe Weisser Ring und engagiert sich als dessen Botschafter. „Im Bezug auf Sühne und Resozialisierung muss sich die Gesellschaft im Klaren sein, dass auch Täter schwerer Straftaten irgendwann aus dem Knast rauskommen und dann ist eine Integration unabdingbar“, sagte er. Ansonsten werden diese Menschen zu tickenden Zeitbomben für unsere Gesellschaft.“

Von Uwe Hoffmann

Der marode Gehweg in der Theodor-Lessing-Straße war schon mehrmals Thema am Lesertelefon der MAZ. Vor allem der Zustand des letzten Stücks, das am ehemaligen Bahnübergang endet, wurde beklagt. Nun ist das Ende der Stolperstrecke besiegelt.

28.02.2019

Christian Kaiser, Kopf des Rathenower Bürgerbündnisses und Landesvorsitzender der Republikaner in Brandenburg, wirbt um Unterstützerunterschriften für die Zulassung zur Kommunalwahl am 26. Mai.

28.02.2019

Im Sommer haben 15 Jahngymnasiasten im Rahmen eines Seminarkurses die Kunst der Imkerei erlernt. Nun gaben sie ihr geballtes Wissen in einer anschaulichen Unterrichtsstunde an jüngere Schüler weiter.

27.02.2019