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Rathenow Schule will kostenloses Frühstück anbieten
Lokales Havelland Rathenow Schule will kostenloses Frühstück anbieten
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22:56 16.05.2018
Ein Mitglied des Spirelli-Bande: In der Potsdamer Schule am Pappelhain wird den Schülern seit Jahren ein gesundes Frühstück angeboten. Quelle: Christel Köster
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Rathenow

Die Rathenower Weinbergschule will Mitglied der Spirellibande werden. Was sich anhört wie eine Aktion aus der Welt der Mafiosi, ist alles andere als kriminell. Im Gegenteil: Mit dem Projekt, das vom Awo Bezirksverband Potsdam entwickelt wurde, soll Kindern, die aus den verschiedensten Gründen kein richtiges Frühstück bekommen, ein gesunder Start in den Tag ermöglicht werden.

Immer mehr Schüler kommen hungrig zum Unterricht

Kerstin Pollak, Leiterin der Weinbergschule, stellte das Projekt jüngst den Mitgliedern des Bildungsausschusses vor. Der Hintergrund ist durchaus ernst und besorgniserregend. Kerstin Pollak berichtete, dass Lehrern immer häufiger auffalle, dass Kinder hungrig in die Schule kommen. Die Schulleiterin lieferte die Zahlen dazu. Von den 240 Weinbergschülern stammten rund 100 aus sozial schwachen Familien. 31 Kinder davon hätten einen Migrationshintergrund.

Ziel der Aktion „Spirelli-Bande“ ist es, jedem Kind mit einem kostenlosen gesunden Frühstück einen optimalen Start in den Schultag zu ermöglichen – unabhängig von Herkunft und sozialem Status.

Gesundes Frühstück für mehr als 350 Schüler

Das Projekt Spirellibande, ins Leben gerufen von dem Awo Bezirksverband Potsdam, unterstützt die gesunde Ernährung von Schulkindern aus sozial benachteiligten Familien.

2007 startete die Spirellibande in einer Potsdamer Grundschule mit einem kostenlosen Mittagsangebot für Schülerinnen und Schüler von Familien mit geringen Einkommen.

Um den Start in den Schultag zu erleichtern, wurde 2008 das Konzept geändert. Seitdem wird das kostenlose Frühstück angeboten.

Täglich versorgt die Spirellibande rund 350 Kinder und Jugendliche an sechs Potsdamer Schulen. Seit Herbst 2016 gibt es das Angebot auch in der Dachsbergschule Premnitz.

In der Praxis sieht das nach Auskunft von Franziska Löffler, die das Awo-Projekt in Potsdam betreut und es in Rathenow vorstellte, so aus. Zwei feste Mitarbeiter – in der Regel sind das Beschäftigte auf 450-Euro-Basis – kümmern sich in Zusammenarbeit mit ehrenamtlichen Helfern darum, dass an jedem Tag ein gesundes Frühstücksbüffet bereitet wird. Sie kaufen die Lebensmittel ein, sie schnippeln Gemüse und Obst, schmieren Schnittchen, kochen Tee und bauen das Büffet auf.

Frühstück als soziales Ereignis

Dieses soll in der Stunde vor dem offiziellen Schulbeginn zur Verfügung stehen. Wer will, kann sich bedienen. Und beim Frühstücken vielleicht noch das ein oder andere Thema mit den Mitschülern oder den Frühstücksbetreuern bereden. „Neben dem Gesundheitsaspekt geht es darum, den Schülern eine Orientierung zu geben“, sagt Löffler. Ein Frühstück sei auch ein soziales Ereignis, bei dem man sich austauschen könne.

Löffler weiß, wovon sie spricht. Vor elf Jahren wurde die „Spirelli-Bande“ in Potsdam aus der Taufe gehoben. Mittlerweile machen sieben märkische Schulen mit. Unter anderem ist auch die Premnitzer Dachsbergschule mit im Boot.

Franziska Löffler Leiterin des Projektes "Spirellibande" der Awo Potsdam. Quelle: Bernd Gartenschläger

„Unsere Erfahrungen haben gezeigt, dass rund 30 Prozent der Schüler das Angebot nutzen“, sagt Franzsika Löffler. Es müsse übrigens niemand, der frühstücken wollen, einen Nachweis erbringen. „Wer kommt, der kommt“, sagt sie. Aber natürlich werde, wer zuhause gut gefrühstückt habe, nicht so ein großes Bedürfnis haben wie jemand, der mit leerem Magen zur Schule komme.

Suche nach Spendern und Sponsoren

So weit, so gut. Vor der Umsetzung in der Weinbergschule ist allerdings noch eine hohe Hürde zu nehmen. Rund 25 000 Euro fallen laut Löffler an Kosten im Jahr an – vor allem für Personal und Wareneinkauf. „Wir haben schon die Fühler nach Spendern und Sponsoren ausgestreckt“, sagt Kerstin Pollak. Aber natürlich werde noch jede Menge Unterstützung benötigt, bis man die Summe beisammen habe.

Was die räumlichen Voraussetzungen angeht, gestaltet sich die Situation viel einfacher. Im Zuge der Sanierung von Haus 1 der Weinbergschule wurde eine voll ausgestattete Schülerküche eingerichtet – mit angrenzendem Speiseraum. Dort könnte allmorgendlich das Büffet aufgebaut werden. „Im Idealfall würden wir im kommenden Schuljahr mit der Aktion starten“, sagt Kerstin Pollak. Im Bildungsausschuss stieß sie auf offene Ohren. Die Frage der Finanzierung konnte dort allerdings nicht geklärt werden.

Von Markus Kniebeler

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