Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Rathenow Sieben Jahre ohne Kinder
Lokales Havelland Rathenow Sieben Jahre ohne Kinder
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
09:46 26.06.2013
Christiane Lauemer und Rainer Waller vor dem Jugendamt. Quelle: Bernd Geske
Rathenow

Christiane Laumer (49 Jahre) und ihr Mann Rainer Walter (53) aus Berlin-Spandau haben gestern vor dem Landratsamt in Rathenow ein Transparent enthüllt, auf dem sie von den Verantwortlichen der Behörde fordern, ihre Kinder (elf und 14 Jahre) zurück zu bekommen. Zu einer Hälfte ist für ihren Fall das Jugendamt Spandau zuständig, zur anderen Hälfte trägt das Jugendamt Havelland Verantwortung, weil sich die Kinder in einer Einrichtung im Landkreis befinden und eine Mitarbeiterin des Jugendamtes für sie die Amtsvormundschaft hat. Wie die beiden Eltern gestern sagten, soll das Jugendamt Havelland es ablehnen, dass an einer bereits bewilligten Familientherapie für Mutter und Vater auch die beiden Kinder teilnehmen. Das würde ein wesentlicher Bestandteil einer möglichen Familienzusammenführung sein.

Es liegt bereits mehr als sieben Jahre zurück, dass die Behörden sich veranlasst sahen, die beiden Jungs (damals vier und elf Jahre) aus dem Haushalt ihrer Eltern zu nehmen. Die Umstände, die dazu führten, werden von keiner der beteiligten Seiten grundlegend bestritten: Im November 2005 hatte der Vater Rainer Walter die Grenzen seiner Leistungsfähigkeit erreicht, als er sich allein bemühte, den Haushalt mit seiner damals bettlägerigen Frau und den beiden Söhnen zu versorgen. Nach einem Haushaltsunfall musste er am 17. November 2005 ins Krankenhaus. Als er den Ärzten erklärte, er könne dort nicht bleiben, weil er seine Familie versorgen müsse, benachrichtigten sie die Behörden. Am nächsten Tag wurden die beiden Jungs aus der Familie genommen.

Was die Eltern nun fast verzweifeln lässt, ist die Tatsache, dass die Kinder bis zum heutigen Tag nicht in ihren Haushalt zurückkehren durften. Wie Christiane Laumer und Rainer Walter gestern sagten, dürfen sie ihre Jungs derzeit nur alle sechs Wochen für etwa zweieinhalb Stunden sehen, und das auch nur im Beisein von zwei Vertretern des Jugendamtes. „Die Kinder sind uns schon richtig entfremdet worden“, hat Christiane Laumer gesagt. Um ihrem Anliegen mehr Nachdruck zu verleihen, seien sie gestern nach Rathenow gefahren, um gegen den Umgang der Behörden mit ihnen zu protestieren.
Dienstag ist Sprechtag. Landrat Burkhard Schröder war gestern nicht anwesend. Deshalb fand sich Sozialdezernent Wolfgang Gall bereit, mit den Eltern zu sprechen. Christiane Laumer und Rainer Walter wollten vor allen Dingen erreichen, dass sie ihre Kinder öfter sehen können, dass sie diese auch in den eigenen Haushalt holen dürfen und dass eine Familientherapie aufgelegt wird, in der es um die Annäherung von Eltern und Kindern geht.

Sabrina Daudert vom Büro des Landrates hat gestern die erbetene Stellungnahme der Kreisverwaltung zum geschilderten Fall abgegeben. Das sei ein ziemlich trauriges Schicksal, sagte sie. Zwar sei der Landkreis Havelland beteiligt, weil dessen Jugendamt die Amtsvormundschaft habe und die Kinder sich in einer Einrichtung im Landkreis befänden, erklärte sie, doch sei für die gesamte Hilfeplanung das Jugendamt Spandau zuständig. Zur entscheidenden Aussage der Eltern, das Jugendamt Havelland habe die Teilnahme der Kinder an einer Familientherapie mit den Eltern abgelehnt, fragte Sabrina Daudert noch einmal in ihrem Hause nach. Danach teilte sie mit, dort liege kein Antrag für eine Familientherapie vor. Es gebe aber eine Anfrage für eine Therapie der Kinder, dafür habe das Jugendamt Havelland alle notwendigen Erklärungen abgegeben.

Christiane Laumer und Rainer Walter zeigten sich gestern nach ihrem Gespräch mit Dezernent Wolfgang Gall recht beruhigt. Er habe ihnen aufmerksam zugehört, ihre Fragen aufgeschrieben und zugesagt, ihnen persönlich zu antworten. Den letzten Anstoß, nach Rathenow zu fahren, sagten die beiden, habe vor einigen Tagen ein Zeitungsbericht gegeben, in dem die Arbeit des Jugendamtes Havelland von den Verantwortlichen sehr positiv dargestellt worden sei. Sie hätten in Rathenow nun öffentlich zeigen wollen, dass in manchen Fällen das Handeln des Jugendamts kritikwürdig sei.

Von Bernd Geske

Rathenow Nur Fußgänger und Radler kommen durch - Jederitzer Brücke ab 1. Juli fünf Wochen gesperrt

Die Jederitzer Brücke wird vom 1. Juli an fünf Wochen lang gesperrt. Nur Fußgänger und Radler, die ihr Zweirad über die Treppe tragen können, kommen dann noch durch.

25.06.2013
Rathenow Rathenower Modellbauer hat Otto Lilienthals legendären Flugapparat nachgebaut - Ehrenplatz für den ersten Flieger

Der Rathenower Modellbauer Helmut Wernicke hat Otto Lilienthals legendären Flugapparat nachgebaut. Mehrere Jahre Arbeit stecken in dem Meisterstück. Die Mühe hat sich gelohnt. Das Modell hat seit einigen Wochen einen Ehrenplatz im Militärhistorischen Museum in Gatow. 

22.06.2013
Rathenow Kellerkinder widmen sich dem Thema "Sucht" - In Mathe eine Niete, auf der Bühne ein Star

50 Zehntklässler haben sich mit den Themen Alkoholismus, Drogensucht, Esstörungen und Mobbing beschäftigt. Das Theaterstück, das dabei entstanden ist, feiert nächste Woche Premiere.

17.06.2013