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Silberhochzeit mit Beethoven

Festkonzert zum Tag der Einheit Silberhochzeit mit Beethoven

Am Vorabend des Einheitsjubiläums führte das Philharmonische Kammerorchester Wernigerode unter Leitung von Musikdirektor Christian Fitzner gemeinsam mit dem Opernchor des Nordharzer Städtebundtheaters und der Singakademie Wernigerode die 9. Sinfonie von Beethoven im Theaterssaal des Kulturzentrums auf.

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Das Orchester, die Sänger und die Solisten bekamen viel Applaus.

Quelle: Uwe Hoffmann wort+bild

Rathenow. Beethovens 9. Sinfonie mit der Vertonung von Schillers „Ode an die Freude“ im Finalsatz ist ein Werk, welches schon immer auch politisch motiviert eingesetzt wurde. Bereits während der bürgerlichen Revolution 1849 stieg Richard Wagner zur Musik der 9. Sinfonie auf die Dresdner Barrikaden. Anlässlich des Falls der Berliner Mauer änderte Leonard Bernstein für seine Aufführung der 9. Sinfonie am 25. Dezember 1989 in Berlin den Text von „Freude schöner Götterfunken“ in „Freiheit schöner Götterfunken.“ Bereits am Vorabend der deutschen Einheit, am 2. Oktober 1990, wurde zum letzten Staatsakt der DDR-Regierung im Schauspielhaus am Gendarmenmarkt in Berlin Beethovens 9. Sinfonie aufgeführt.

Eine nahe liegende Idee

Was liegt also näher, den 25. Jahrestag der Deutschen Einheit mit der Aufführung dieses bedeutungsschwangeren Werkes zu begehen. Zum Festkonzert am Vorabend führte das Philharmonische Kammerorchester Wernigerode unter Leitung von Musikdirektor Christian Fitzner gemeinsam mit dem Opernchor des Nordharzer Städtebundtheaters und der Singakademie Wernigerode die 9. Sinfonie im Theaterssaal des Kulturzentrums auf. Den Finalsatz mit der Vertonung Friedrich Schillers „Ode an die Freude“ und dem Wunsch „Alle Menschen werden Brüder“ sangen die Solisten Bettina Pierags (Sopran), Gerlind Schröder (Mezzosopran), Tobias Amadeus Schöner (Tenor) und Gijs Nijkamp (Bass).

Die Solisten Gijs Nijkamp (links) und Tobias A

Die Solisten Gijs Nijkamp (links) und Tobias A. Schöner.

Quelle: Uwe Hoffmann wort+bild

Neben diesem Stück führte das Kammerorchester unter Leitung des Musikdirektors Johannes Rieger zum Beginn des Festkonzerts eine weitere Komposition mit bedeutungsvollem Hintergrund auf: Franz Schrekers Kammersymphonie für 23 Soloinstrumente. Der 1878 in Monaco geborene deutsche Komponist ist ein Beispiel dafür, wie wichtig Freiheit und Unabhängigkeit in der Kunst sind. Schreker komponierte seine Kammersymphonie im Jahr 1917. „Die mystisch-sinnliche Atmosphäre seiner Musik wurde von seinen Gegnern allerdings als Zeichen der Dekadenz gewertet, weshalb Schrekers Musik als ‚entartete Musik’ gebrandmarkt wurde“, so Johannes Rieger. „Selbst nach der Nazizeit vergingen noch mehrere Jahrzehnte, bis die Zeit reif war für eine Neuentdeckung dieses bedeutenden Komponisten.

Direktor der Berliner Musikhochschule

Franz Schreker wurde mit zunehmender Wertschätzung 1920 zum Direktor der Berliner Musikhochschule berufen. In diesen Jahre feierte der Komponist auch seine größten Erfolge im öffentlichen Musikleben. 1932 wurde Schreker unter dem frühen Einfluss der Nazis zum Rücktritt gezwungen und verlor auch seine Meisterklasse an der Preußischen Akademie der Künste. Zwei Jahre später starb Schreker an einem Schlaganfall in Berlin.

Die Solistinnen Bettina Pierags (links) und Gerlind Schröder

Die Solistinnen Bettina Pierags (links) und Gerlind Schröder.

Quelle: Uwe Hoffmann wort+bild

Von Uwe Hoffmann

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