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Rathenow Sommertour durch die Region
Lokales Havelland Rathenow Sommertour durch die Region
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15:41 27.07.2018
Sommerspaß auf dem Märkischen Platz. Quelle: Uwe Hoffmann
Havelland.

Seit rund 100 Tagen erleben die Menschen in der Region ein Wetter mit teils schon hochsommerlichen Temperaturen im Mai, viel Sonnenschein und kaum Regen. Und für die nächsten Wochen wird kein Wetterwechsel prognostiziert. Nach dem milden Winter kam, ohne typisches wechselhaftes und kühles Wetter im April und ohne Frühjahr, gleich der Sommer.

Der Sommer hat viele Seiten. Ferienkinder und Touristen freuen sich über viel Sonne, Landwirte klagen und die Eisverkäufer kommen mit der Arbeit kaum hinterher. Eine Sommertour durch das westliche Havelland.

Zeitgenossen, die jetzt in den Urlaub fahren, erleben dort, wo die klassischen Sommerziele sind – in Südeuropa oder Nordafrika – paradoxer Weise teils mildere Temperaturen, als in der Heimat. Die Region zählt, mit der Prignitz und Teilen von Elbe-Ester zu den heißesten Gegenden Brandenburgs mit Temperaturen um 30 Grad und deutlich darüberf. Und in der Heimat spürt man auch die Folgen der außergewöhnlichen Wetterlage, die die Menschen hier zuletzt im Jahr 2003 in ähnlicher Weise erlebten.

Hohe Einbußen

Die Landwirte warten seit Wochen auf Regen. Auf vielen Feldern steht der Mais verkümmert da und hat teilweise noch keine Kolben ausgebildet. Derzeit müsste der Mais mannshoch, mit dicken Kolben, auf den Feldern stehen. Das trockene Wetter ist gut für die Getreideernte. Aber das war es dann auch schon. Wegen der fehlenden Niederschläge und der seit Wochen anhaltenden Trockenheit, rechnen die Landwirte mit hohen Ernteeinbußen.

„Das Getreide ist bereits geerntet. Da hatten wir die höchsten Ernteausfälle. Schon beim Raps fiel der Ertrag geringer aus als in den Jahren zuvor“, sagt Peter Wilke, Chef der Agrargenossenschaft Hohennauen. „Auf den insgesamt 1.300 Hektar Getreide und Raps liegen die Ernteeinbußen bei 60 Prozent.

Viel zu ernten gibt es im Moment nicht. Quelle: Uwe Hoffmann

Auf den 1.500 Hektar Grünland beträgt der Ausfall 20 bis 30 Prozent. Auf einem Feld an der Bundesstraße bei Hohennauen war der eingesäte Triticale bereits im Frühjahr verbrannt und wir mussten ihn unterpflügen. Der Mais, den wir auf diesem Feld dafür im Mai einbrachten, steht gerade mal um 15 Zentimeter hoch.“

Mit dem gleichen Problem haben auch die Gartenbesitzer zu kämpfen. „Der alte Birnenbaum hinterm Haus muss recht tief wurzeln. Er trägt unwahrscheinlich viele Früchte“, sagt Felix Doepner, in dessen Garten auch unzählige Blütenpflanzen, dem Wassermangel zum Trotz, ihre Pracht entfalten. „Ohne regelmäßiges Gießen sähe es hier aber anders aus.“

Solaranlage produziert viel Strom

Felix Doepner lebt umweltbewusst. Er hat eine Solaranlage auf dem Dach. Die liefert natürlich unter diesen Umständen jede Menge Strom. „Schon jetzt hat die kleine Anlage deutlich mehr Solarstrom produziert, als zur Jahreshälfte der letzten Jahre“, so der Nennhausener. „Aber dafür wird die Wasserrechnung dieses Jahr deutlich höher ausfallen.“

Für die Hundstage in dieser Woche wurden in der Region Höchsttemperaturen bis zu 35 Grad prognostiziert. Die Waldbrandwarnstufe liegt hoch und erreicht zeitweise den höchsten Grad, also Stufe 5. Die Feuerwehren müssen immer wieder raus. Meist brennen Strohpressen oder Feldflächen. Oft sind die Brände schnell gelöscht. Ein schwerer Waldbrand – wie in der Nähe von Beelitz – ist bisher ausgeblieben.

Ein Eis ist genau das Richtige. Quelle: Uwe Hoffmann

Abkühlung finden die, die Zeit dafür haben, in den Badeseen. In Brandenburgs Binnenseen werden Wassertemperaturen von 23 bis 25 Grad gemessen. Die Rathenower Kinder haben auch in diesem Jahr die Springbrunnenanlage auf dem Märkischen Platz zur Abkühlung entdeckt.

Der siebenjährige Fynn-Luca kommt regelmäßig mit seiner Schwester und seinen Eltern auf den Märkischen Platz und hat viel Spaß am Spiel in den bis zu über 1,50 Meter hohen Fontänen. „Für die Kinder ist der Springbrunnen hier auf dem Märkischen Platz toll“, sagt Erika Runge. „Aber auf dem Platz müssten mehr Bänke aufgestellt werden, auch ein paar mehr Spielgeräte für kleinere Kinder. Es ist schade, dass es hier kaum Spielmöglichkeiten für Kinder bis zum Schulalter gibt. In Rathenow-Ost, wo ich wohne, ist die Situation ähnlich.“

Spaß im Eiscafé

Ihre Enkel Lucy und Pepe aus Plaue/Brandenburg besuchen gerade ihre Oma und genießen ihr Eis. Die Plätze an der Eisbar am Märkischen Platz sind in diesen Tagen immer gut besetzt. „Sie haben ihre Lieblingssorten“, so Oma Runge. Während Lucy auf Schoko steht, mag ihr Bruder Erdbeereis. Die Sechsjährige wird im August eingeschult und genießt die letzten Wochen ohne Schule. Die Eisproduzenten kommen mit der Arbeit kaum nach– und Eisverkäufer geraten schon mal ins Schwitzen.

„In den letzten Ferienwochen fahren wir noch an die Ostsee in den Urlaub. Da waren wir schon mal“, freut sich Lucy. „Bis dahin spiele ich mit Pepe viel in in unserem Pool im Garten.“ Auch eingeschult wird jetzt die siebenjährige Sophie-Marie aus Rathenow, die immer wieder in den Fontänen des Märkischen Platzes spielt, am liebsten mit ihrer Freundin Cheyenne.

Von Uwe Hoffmann

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