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16:37 22.02.2019
Der Schauspieler und Autor Steffen Schroeder im Cafe Heider in Potsdam. Quelle: Friedrich Bungert
Rathenow

Seit fast 20 Jahren fühlt sich der Schauspieler und Autor Steffen Schroeder im Havelland wohl. 2001 war er auf der Suche nach einem der Ort der Ruhe. In der Nähe von Rathenow wurde er fündig.

Ein altes Bauernhaus ist seither für ihn und seine Familie Rückzugsort und zweites Zuhause. Oft verbrachte der gebürtige Münchener hier mit seiner Frau und den drei Söhnen mehrere Wochen. Einer von ihnen erblickte im Sommer 2002 sogar in Rathenow das Licht der Welt.

Bisher war das Havelland für Steffen Schroeder vor allem ein Ort der Erholung. Nun kommt er zum ersten Mal nach Rathenow zum Arbeiten.

Erste Lesung im Havelland

Am Mittwoch, den 27. Februar, liest er um 19 Uhr im Restaurant am Schwedendamm im Rahmen der Literaturgespräche Premnitz-Rathenow aus seinem Buch „Was alles in einem Menschen sein kann – Begegnung mit einem Mörder“.

Darin schreibt er über seine Tätigkeit als ehrenamtlicher Vollzugshelfer und bringt dem Leser die Geschichte von „Micha“ näher, der für einen brutalen gemeinschaftlichen Mord zu lebenslanger Haft verurteilt wurde.

Micha wuchs in einem gewalttätigen Elternhaus auf, rutschte später ins rechtsextreme Milieu ab, bevor er zum Mörder wurde. „Ich beschönige nichts. Man muss schonungslos mit allem umgehen, deshalb stehen in meinem Buch so viele Dinge, die nicht schmeichelhaft sind“, betont Schroeder.

Mehr Parallelen als vermutet

Authentisch, brutal und zugleich berührend schildert er die sehr persönlichen Begegnungen mit Micha. Sechs Jahre kennen sich die beiden inzwischen.

Hatte sich Schroeder vor der ersten Begegnung noch gefragt, was er sich mit so jemanden zu sagen hat, weiß er längst, dass es sogar Parallelen in ihren Leben gibt.

Beide sind etwa gleich alt, haben mal in der selben Straße gewohnt und auch Micha hat einen Sohn, der fast am selben Tag geboren wie Schroeders Ältester.

Viele Täter sind selbst als Opfer ins Leben gestartet

„Heute blicke ich anders auf Täter“, sagt der Schauspieler im Rückblick auf die letzten Jahre. Früher habe er nur den Kopf geschüttelt, wenn Täter ihre Tat bagatellisierten und den Opfern Schuld zu wiesen.

Inzwischen weiß er, viele Täter sind selbst als Opfer ins Leben gestartet. „Es geht nicht darum zu sagen, sie tragen keine Schuld. Einen Mord kann man nicht wieder gutmachen. Es ist eine Schwere Schuld und diese muss ein Täter tragen. Als Gesellschaft können wir aber ein Stück weit dabei helfen.“

Die Wahrscheinlichkeit, dass Kinder, die Gewalt erfahren, später selbst Täter werden, ist recht hoch, so Schroeder. Diesen Teufelskreis zu durchbrechen, sei eine Gesamtgesellschaftliche Aufgabe.

Karten für die Lesung gibt es in der Rathenower Buchhandlung Tieke, Berliner Straße 4, Telefon: 03385/51 02 32.

Von Christin Schmidt

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