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Rathenow „Traumschüff“-Crew spielt Premnitz-Saga
Lokales Havelland Rathenow „Traumschüff“-Crew spielt Premnitz-Saga
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16:56 04.06.2018
Das Traumschüff-Projekt machte in Rathenow am alten Hafen fest. Die Darbietungen fanden großen Anklang. Quelle: Uwe Hoffmann
Rathenow

In der vergangenen Woche hatte das „Traumschüff“ – ein Projekt von Schauspielern, Autoren und Regisseuren aus Berlin und Brandenburg – in Rathenow am alten Hafen fest. In den letzten Wochen ist das Team auf dem Theaterschiff „Genossin Rosi“ noch verstärkt worden und auch das Repertoire ist gewachsen. Aus dem Winterquartier in der Havelberger Bootwerft „Kiebitzberg“ fuhr das Schiff los und startete am Pfingstsamstag mit der Uraufführung des eigenen Stücks für Schulen, „Planet Acasio – ein Raumschüff-Abenteuer“.

Das „Traumschüff“ machte mit seiner Besatzung – Autoren, Schauspieler und Regisseure aus Berlin und dem Land Brandenburg – in Rathenow fest. Das Theater Lichtblick trat auf dem Schiff auf, das Stück „Bibergeil“ aus dem vergangenen Jahr wurde wiederholt. Neu im Programm war „Treue Hände: Premnitz“. Es wurde der große Streik gegen die Schließung des Chemiefaserwerks in Erinnerung gerufen.

In Rathenow spielte die „Traumschüff“-Crew am Freitag das Stück „Bibergeil“, das im letzten Jahr Premiere hatte. Das Theaterstück greift den Konflikt zwischen Naturschutz und Landwirtschaft bezüglich des Bibers im Westhavelland auf.

Zuerst Lichtblick und Liebe

Bereits am Mittwochabend gastierte das Rathenower Amateurtheater „Lichtblick“ auf dem Schiff. Das Programm „Liebe ist ...“ zeigte Ausschnitte aus dem aktuellen Stück „Don Juan“ und die Schauspieler rezitierten und sangen Gedichte und Lieder zum Thema „Liebe“.

Das Lichtblieck-Ensemble auf dem Traumschüff. Quelle: Uwe Hoffmann

Am Samstagabend und Sonntagnachmittag zeigte das „Traumschüff“ das neue Stück „Treue Hände: Premnitz“. In diesem Live-Hörspiel griff das Team den Arbeitskampf des Jahres 1992 auf, den die damals noch tausenden Mitarbeiter des Chemiefaserkombinats Premnitz zum Erhalt ihres Werks führten. Autorin Nikola Schmidt besuchte zur Vorbereitung des Stückes Premnitz und sprach unter anderem mit Jürgen Mai, der als Zeitzeuge seit vielen Jahren die Geschichte seiner Heimatstadt festhält und selbst über Jahrzehnte im Werk beschäftigt war.

Das ist die Handlung

Die Handlung: Der 41-jährige Bernd wird Anfang der 1990er Jahre als Chemiefacharbeiter entlassen und kommt in eine ABM. So ist er auch noch am Abriss des Chemiefaserwerks und damit seines früheren Arbeitsplatzes beteiligt. Unter Bernds neuen Kollegen sind auch Jacki und ihre Freundin. „Keine Arbeit, kein Geld, keine Zukunft – und die Freunde ziehen weg“, beschreibt die 25-jährige Jacki ihre Situation.

Das Traumschüff-Projekt mit „Treue Hände:Premnitz“. Quelle: Uwe Hoffmann

Auch ihre Freundin würde am liebsten in den Westen gehen, um dort eine berufliche und neue private Zukunft zu finden. Jacki möchte hier bleiben und ihre Freundin entwickelt, eher ironisch, eine Idee für die Region als zukünftige Perspektive als Sternenpark. „Treue Hände“ bekam in der Woche vor dem Rathenower Auftritt in Premnitz gute Kritiken. In Gästebucheinträgen bescheinigten die Zuschauer dem Team gutes Einfühlungsvermögen.

„Wir danken für die Gastfreundschaft, mit der wir auch in diesem Jahr in der Region aufgenommen wurden und für die Unterstützung sowie dem treuen Publikum“, so Regisseur David Schellenberg nach der letzten Vorstellung vor der Weiterfahrt des Schiffs. „Auch im nächsten Jahr werden wir wieder nach Rathenow kommen. Wohl aber erst im August.“

Theater im Fluss

Das „Traumschüff“-Projekt, das „Theater im Fluss“, ist in diesem Jahr auf dem Wasser in Sachsen-Anhalt, Brandenburg und Berlin unterwegs. An 16 verschiedenen Orten werden über 60 Aufführungen, Theaterworkshops, Musikabende sowie Gastauftritte angeboten. Die diesjährige Tournee wird unter anderem durch die Kulturstiftung des Landkreises und das Projekt „Partnerschaft für Demokratie Westhavelland & Nauen“ der Stadt Rathenow gefördert.

Der Eintritt zu den Veranstaltungen ist frei. Über die Spenden, auch der Rathenower Zuschauer, zur weiteren Unterstützung des Projektes freuten sich die Akteure. Weitere Informationen, auch zu den weiteren Spielorten im Havelland, findet man unter www.Traumschueff.de.

Von Uwe Hoffmann

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