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Treffen der Bessarabiendeutschen in Stechow

Großes Wiedersehen in der Kulturscheune Treffen der Bessarabiendeutschen in Stechow

Die Verbundenheit ist immer noch groß: Rund 150 Menschen waren am Sonntag beim 7. Treffen des Regionalverbandes Havelland der Bessarabiendeutschen in Stechow dabei. Viele Erinnerungen an die schweren Zeiten kamen hoch.

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Ulrich Derwenskus interviewt Frieda Weber aus Schönholz zu ihren Kindheitserinnerungen an die bessarabische Heimat.

Quelle: Norbert Stein

Stechow. „Hunger tut weh“. Diese Erinnerung an ihre Kindheit werde sie nie vergessen, sagte Frieda Weber (83) am Sonntag beim 7. Treffen des Regionalverbandes Havelland der Bessarabiendeutschen in Stechow. Frieda Weber wurde in Bessarabien geboren. Ihre Kindheit war geprägt von Vertreibung, Flucht und Neuanfang. 1940 musste die Bessarabiendeutschen ihre Heimat am Schwarzen Meer verlassen, Sie wurden vertrieben aus Dörfern, in die ihre Vorfahren nach 1814 gezogen waren und sich eine Existenz aufgebaut hatten.

Bis auf wenige Habseligkeiten konnten die Menschen 1940 nichts mitnehmen. Die Familie von Frieda Weber siedelte sich in Polen an, das 1939 von der Wehrmacht okkupiert worden war. Also musste die Familien 1945 abermals flüchten. Über einen langen und beschwerlichen Weg kam die Familie schließlich ins Havelland nach Schönholz, wo sie und weitere bessarabische Familien ein Stück Land bekamen und sich ein neues Zuhause aufbauen konnten. Bessarabisch gekocht wird heute immer noch in Schönholz bei den Webers.

Nur eine Hose hatte der Junge auf der Flucht gehabt

Auch Herbert Wiedmann (82) hat seine Wurzeln in Bessarabien. Flucht und Vertreibung brachten die Familie schließlich nach Rhinow, wo Herbert Wiedmann heute noch wohnt. Nur eine Hose habe er gehabt und die sei noch viel zu kurz gewesen, erinnert er sich an seine Kindheit. „Der Neuanfang war verdammt schwer“, sagte er am Sonntag bei dem Treffen, das maßgeblich von Ella Wernicke und Renate Rauser vorbereitet worden war.

Rund 150 Menschen waren dem Ruf in die Kulturscheune Stechow gefolgt. Interviewt wurden Frieda Weber, Herbert Wiedmann und weitere gebürtige Bessaraber von Ulrich Derwenskus. Zuvor hatte er persönliche Gedanken zum Verhältnis zwischen den bessarabischen Flüchtlingen und den Einheimischen in Norddeutschland nach 1945 vorgetragen.

Werner Schmidt von der landeskirchlichen Gemeinschaft in Rathenow öffnete das Treffen der Bessarabiendeutschen mit einer Andacht. Mit Blick auf die aktuelle Situation in Deutschland forderte der Vorsitzende des Regionalverbandes Lüneburger Heide und Havelland der Bessarabiendeutschen, Werner Schabert, von der Bundesregierung eine verantwortungsvollere Flüchtlingspolitik.

Musikalische Beträge, Filme über Reisen in die Ukraine und die Republik Moldau sowie Informationen, prägten das Treffen nach einem gemeinsamen Mittagessen und der Ankündigung für den November geplanter bessarabischen Kochveranstaltungen im Gemeindehaus Stechow.

Von Norbert Stein

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