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Rathenow Trotz Hitze kein schlechtes Jahr für Störche
Lokales Havelland Rathenow Trotz Hitze kein schlechtes Jahr für Störche
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14:05 10.08.2018
Die vier Jungstörche in Vieritz sitzen gern auf dem Dach des Kirchturms. Quelle: Uwe Hoffmann
Vieritz

In diesem Jahr registrierte das Naturparkzentrum in Milow den aus dem Winterquartier zurückgekehrten Storch in Vieritz erstmals am 21. März. Der erste Storch im Havelland war aber wohl mit seiner Ankunft einige Tage zuvor wieder der in Garlitz. Trotz des extremes Sommers, teilweise schon ab April, mit wenig Niederschlag, zogen die Störche im Westhavelland auch in diesem Jahr ähnlich viele Jungtiere, wie in den letzten Jahren, auf.

Im Westhavelland zogen 23 Brutpaare insgesamt 80 Jungstörche groß. Sie bereiten sich nun auf die Sommerreise vor. Insgesamt war das Storchenjahr nicht schlechter, als die vergangenen.

Die 23 Brutpaare zogen insgesamt 80 Jungstörche groß. Überdurchschnittliche viele Junge, nämlich jeweils Vierlinge, hatten die Störche in Vieritz, Möthlitz, Stölln und am Gahlberg in Strodehne. In elf Nestern, wie in Wolsier, wurden jeweils drei Jungtiere flügge. Das Paar in Kleßen hat in diesem Jahr keinen Nachwuchs.

Der Storch kann sich, als Nahrungsopportunist, den Wetterbedingungen und damit dem Nahrungsangebot recht gut anpassen. Er ist nicht auf bestimmte Nahrung spezialisiert. So gehören zu seinem Nahrungsspektrum nicht nur Mäuse, Ratten, Frösche, Fische, Eidechsen, Schlangen, sondern auch Insekten, Regenwürmer und Aas.

Die Störche wuchsen prächtig. Quelle: Uwe Hoffmann

Nach der Brutzeit von 30 bis 32 Tagen dauert die Nestlingszeit zwischen 58 und 64 Tagen. Dann folgen die ersten Flugversuche. Seitdem sitzen die vier jungen Störche in Vieritz gern und regelmäßig auf dem Dach des Kirchturms.

Der Horst auf einem Mast in der Dorfmitte reicht für die vier bereits ausgewachsenen Jungtiere und ihre Eltern nicht aus. „Man sieht es an den, durch die Ausscheidungen der Tiere verursachten weißen Streifen, die sich seit kurzem großflächig über die Dachziegel des Turms verteilen“, sagt Anke Engeleiter aus Vieritz.

Nahrungsangebot war groß genug

Und an Hunger mussten die Vierlinge auch nicht leiden. „Eine Nachbarin hat die Tiere immer wieder mit geangelten Fischen als zusätzliches Futter versorgt“, so Anke Engeleiter weiter. Typisch für die Jungstörche ist ihr schwarz gefärbter Schnabel. Erst die erwachsenen Vögel tragen den typischen rot durchgefärbten Schnabel. Weißstörche werden im Alter von etwa vier Jahren geschlechtsreif.

In den nächsten Wochen sammeln sich die Jungvögel in Gruppen und ziehen gemeinsam – noch vor den Altvögeln – Richtung Süden. Die meisten in Brandenburg nistenden Weißstörche ziehen auf der Ostroute, über den Bosporus in der Türkei, die Sinaihalbinsel Ägyptens in ihre Überwinterungsgebiete in Afrika, unterhalb der Sahara bis in den Süden des Kontinents.

Alt-Storch im Flug Quelle: Uwe Hoffmann

Im letzten Jahr wuchsen im Westhavelland 76 Jungstörche auf. 2016 waren es 82. Gegenüber letztem Jahr waren drei Nester, die in Rathenow, Albertsheim und Görne, nicht besetzt.

Der Vogel des Jahres

1984 und erneut 1994 wurde der Weißstorch zum „Vogel des Jahres“ gewählt. Zur ersten internationalen Storchenzählung 1934 gab es auf dem Gebiet des heutigen Deutschlands etwa 9.000 Storchenpaare, 1959 waren es 4.800. Nachdem Mitte/Ende der 1980er Jahre der Tiefststand mit 2.949 Paaren erreicht war, stieg die Population des Weißstorches bis Mitte der 90er Jahre wieder auf um jährlich 4.000 Brutpaare an. 2016 wurden in Deutschland 6.302 Brutpaare gezählt. Drei Viertel nisten in Ostdeutschland, vor allem im Wassereinzugsgebiet der Elbe.

Von Uwe Hoffmann

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