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Rathenow Verbraucherzentrale warnt vor vermeintlichen Online-Schnäppchen
Lokales Havelland Rathenow Verbraucherzentrale warnt vor vermeintlichen Online-Schnäppchen
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13:59 14.03.2019
Welche Angelegenheiten sind unbedenklich und bei welchen Geschäften muss man Vorsicht walten lassen? Katrin Hofschläger (links) und Sabine Weiß von der Verbraucherzentrale in Rathenow können helfen. Quelle: Bernd Geske
Rathenow

 Ein Paar schnuckelige Schuhe, die eigentlich 200 Euro kosten, sind für 9,99 Euro zu haben? Das neueste Smartphone, für das normalerweise 800 Euro zu berappen wären, kann für unter 500 Piepen erstanden werden? Was so verlockend klingt, sollte vor dem Geschäftsabschluss erst genau und in Ruhe geprüft werden.

Sabine Weiß von der Verbraucherzentrale in Rathenow warnt vor unbedachten Online-Geschäften. „Wir haben in letzter Zeit wahnsinnig viel zu tun mit Menschen, die im Internet auf vermeintliche Schnäppchen herein gefallen sind“, teilt sie mit. Oft gehe es um technische Geräte oder Designer-Kleidung, die auffallend günstig von einem Online-Händler angeboten werden.

Zahlung immer Vorkasse

„Fake Shop“ ist das Fachwort für solche gefälschten Läden im Internet. Bei den unredlichen, gefühlt supergünstigen Anbietern laufe es am Ende immer auf eine Zahlung in Vorkasse hinaus, erklärt Sabine Weiß. Der Kunde oder die Kundin zahlt den Preis vorab ein – doch die gewünschte Ware kommt einfach nicht.

„Gucken Sie sich die Internet-Seite des Anbieters genau an“, rät sie. Bei unredlichen Shops könne man oft schon durch genaueres Hinsehen erste Widersprüche entdecken. Es gebe auch im Internet verschiedene Seiten, auf denen in langen Reihen die bereits aufgeflogenen Fake Shops aufgelistet seien. Zum Beispiel auf www.onlinewarnungen.de, wo die Verbraucherzentrale mitwirkt, oder auch auf www.watchlist-internet.de.

Diebstahl von Daten

Immer häufiger komme es vor, berichtet Sabine Weiß, dass arglistige Zeitgenossen die persönlichen Daten von ihren Mitmenschen verwenden, um mit den falschen Angaben selbst im Internet einzukaufen. Über Paketstationen oder gefälschte Lieferadressen lassen sie sich die dann Waren zustellen, zahlen dafür aber nicht – und am Ende hat die Person, deren Daten gestohlen wurden, die Rechnung und den Ärger.

Man müsse heutzutage gut auf seine persönlichen Daten aufpassen, rät Sabine Weiß. So sei am besten zu verhindern, dass jemand diese unrechtmäßig verwendet.

769 Beratungsfälle im Jahr 2018

Weil mittlerweile jeder dritte Fall bei den Verbraucherzentralen zu den Bereichen digitale Welt/Telekommunikation gehört, hat der Verband am Donnerstag seine Aktion zum Weltverbrauchertag eben diesem Themenkreis gewidmet.

Im Laufe des Jahres 2018, zog Sabine Weiß die Bilanz, habe sie bei den rechtlichen Fragen insgesamt 669 Fälle beraten. Dazu kommen knapp 100 weitere Fälle, mit denen Katrin Hofschläger, Ernährungsberaterin der Verbraucherzentrale, zu tun hatte.

Sie sei in den drei Landkreisen Havelland, Prignitz und Ostprignitz-Ruppin unterwegs, berichtet sie, um über Fragen der richtigen Ernährung aufzuklären. Im Jahr 2018 habe sie auf 38 Veranstaltungen gesprochen.

Sie war mit dabei, als eine Expertengruppe Fertig-Produkte von Mittagsmenüs auf ihre Qualität untersuchte. Der Salz- und Fettgehalt sei oft zu hoch, hat sie festgestellt. Die versprochene Frische der Inhaltsstoffe sei häufig nicht vorhanden.

Vor allem vor Erzieherinnen, Erziehern und Lehrkräften hat Katrin Hofschläger relativ häufig über vegane Ernährung gesprochen.

15. März, Weltverbrauchertag

Der 15. März ist seit 1962 der Weltverbrauchertag, weil US-Präsident John F. Kennedy an diesem Tag die grundlegenden Verbraucherrechte proklamiert hat.

Die Rathenower Filiale der Verbraucherzentrale hat dazu einen Aktionstag veranstaltet.

Der Aktionstag war dem Themenkreis digitale Welt/Telekommunikation gewidmet, weil etwa ein Drittel aller Beratungsfälle in diesem Bereich liegen.

Verteilt hat die Verbraucherzentrale deshalb „Tool-Tüten“, Helfer für den digitalen Alltag.

Die Rathenower Niederlassung der Verbraucherzentrale befindet sich im Rathaus, Berliner Straße 15.

Leiterin der Beratungsstelle ist Sabine Weiß.

Kontakt ist möglich per Telefon unter 03385/ 51 58 20 oder per E-Mail bs.rathenow@vzb.de.

Der krasseste Beratungsfall für die hiesige Niederlassung der Verbraucherzentrale im vergangenen Jahr ist allerdings aus einer anderen „Branche“. Ein älterer Mann aus der Gemeinde Milower Land hatte ein klassisches Haustürgeschäft abgeschlossen und sich zum Kauf einer „besonderen“ Matratze für 2999 Euro überreden lassen.

Das Geld dafür hatte der Mann gar nicht. Doch die Anbieter an der Haustür wussten Rat und schwatzten ihm gleich noch einen Darlehensvertrag für das Geschäft auf.

Erst nachdem er die Matratze gekauft hatte und sie geliefert war, dämmerte dem Mann, dass das Geschäft unvorteilhaft war. Er ging zur Verbraucherzentrale und Sabine Weiß konnte noch helfen, weil der Gesetzgeber für Haustürgeschäfte (Ausnahmetatbestände ausgeschlossen) eine Widerrufsfrist von 14 Tagen vorgesehen hat.

Der Darlehensvertrag des Mannes wurde mit Hilfe von Sabine Weiß aufgelöst, seine Matratze wieder abgeholt und der Mann war sehr froh, dass es die Verbraucherzentrale gibt.

Von Bernd Geske

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