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Rathenow Willkommensklassen in vier Schulen
Lokales Havelland Rathenow Willkommensklassen in vier Schulen
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02:16 05.09.2015
Im vergangenen Schuljahr hatte die Duncker-Oberschule eine Willkommensklasse für Flüchtlingskinder gebildet. Quelle: Bernd Geske
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Rathenow

Laut offizieller Statistik haben sich am 31. Juli dieses Jahres 795 Asylbewerber im Landkreis Havelland aufgehalten. Wie viele Kinder von Flüchtlingen nun zu Beginn des neuen Schuljahres in die Bildungsstätten des Kreises streben, das kann gegenwärtig aber niemand so richtig sagen. „Wir gehen derzeit von knapp 300 Einzugliedernden aus“, sagt der für Migration zuständige Schulrat Harald Schmidt. Vom 1. bis 4. September werde in den Schulen eine Blitzumfrage gemacht, um die aktuellen Zahlen genau zu ermitteln. Wo es möglich sei, solle auch erfragt werden, ob es sich um Asylbewerber, Kontingentflüchtlinge oder Flüchtlinge mit Duldung handele.

Drei Vorbereitungsgruppen in Rathenow und eine in Premnitz

Was auch immer die Abfrage ergebe, räumt der Migrationsschulrat dann ein: Man gehe davon aus, dass für alle in den Schulen gemeldeten Kinder eine Schulpflicht besteht. Die Frage, die gegenwärtig die Beteiligten am meisten bewegt, ist die: An welchen Schulen sollen Willkommensklassen gebildet werden? Diese Einheiten sind vorgesehen für Mädchen und Jungen, die dringend Deutschkenntnisse brauchen, um dem Unterricht überhaupt folgen zu können. „Vorbereitungsgruppen laut Eingliederungsverordnung“ sei die offizielle Bezeichnung dafür, sagt Harald Schmidt und teilt mit: Gebildet werden solle im Westhavelland je eine solche Gruppe in Rathenow an der Duncker-Oberschule, den Grundschulen Geschwister Scholl und Am Weinberg sowie an der Dachsberg-Grundschule in Premnitz.

Schulübergreifend sollen die Gruppen in den beiden Rathenower Grundschulen sein. Dorthin würden auch Asylkinder von den Grundschulen Fr. L. Jahn, Otto Seeger sowie aus Rhinow, Nennhausen und Hohennauen gebracht. Vielleicht könnten diese zwei Gruppen jahrgangsweise geordnet werden. In den Vorbereitungsgruppen sollen die Flüchtlingskinder an zwei bis drei Tagen die Woche zehn bis zwölf Unterrichtsstunden separat Deutsch vermittelt bekommen, erklärt Schulrat Schmidt. Die verbleibende Unterrichtszeit sollen sie in ihren Regelklassen verbringen, um so zur Integration beizutragen.

Fachkräfte als Zweitbesetzung werden noch gesucht

Die Vorbereitungsgruppen sollen möglichst mit in den Schulen vorhandenen Pädagogen besetzt werden, die bereits Erfahrungen mit Flüchtlingskindern haben. Als Zweitbesetzung sollen diesen „qualifizierte Kräfte für vier bis acht Stunden die Woche“ an die Seite gestellt werden. Der Migrationsschulrat gibt aber zu, dass für diese Aufgabe noch nicht genug Personal gewonnen werden konnte. Er nennt seine E-Mail-Adresse harald.schmidt@lsa.brandenburg.de, falls MAZ-Leser Interesse daran haben sollten, als Zweitlehrkraft in einer Vorbereitungsgruppe zu arbeiten. In der übernächsten Woche sollen dem Schulamt die exakten Zahlen vorliegen, wie viele Flüchtlingskinder sich in den Schulen befinden. Man geht davon aus, dass im Lauf des Schuljahres ihre Menge im Vergleich zum Vorjahr um 30 bis 40 Prozent zunehmen wird.

Von Bernd Geske

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