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Rathenow Rekordandrang am Labormobil
Lokales Havelland Rathenow Rekordandrang am Labormobil
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18:18 31.07.2018
Lina Remme untersucht Proben der Havelländer im Labormobil des VSR-Gewässerschutzvereins. Quelle: Christin Schmidt
Rathenow

Seit den 1980er Jahren untersucht der Diplom-Physiker Harald Gützow die Qualität des Wassers, zunächst ehrenamtlich, seit knapp 20 Jahren hauptamtlich. Weil er weiß, dass die Menschen im Westhavelland daran sehr interessiert sind, macht er jedes Jahr mit dem Labormobil des Vereins VSR-Gewässerschutz in der havelländischen Kreisstadt Station.

„Sonst haben wir in Rathenow immer etwa einhundert Proben entgegengenommen. In diesem Jahr waren es 160, so viele wie noch nie“, berichtet Gützow. Von 9 bis 11 Uhr standen die Menschen auf dem Märkischen Platz Schlange, um ihre Wasserproben abzugeben.

Das Labormobil des Vereins VSR-Gewässerschutz machte Station auf dem Märkischen Platz. Der Andrang war groß. Quelle: Christin Schmidt

„Wir leben in Berlin, haben aber seit vielen Jahren im Havelland ein Gartengrundstück“, erklärt ein Mann, der Harald Gützow gerade eine Flasche mit Brunnenwasser seines Wochenendgrundstück reicht.

Vor elf Jahren hatten er und seine Frau schon einmal ihr Wasser untersuchen lassen. „Das ist recht lange her. Wir wollen einfach auf Nummer sichern gehen, denn unser Enkelkind soll unbeschwert im Garten planschen können. Deshalb lassen wir das Wasser jetzt erneut testen“, so der Mann.

Fachmann Gützow versieht die Probe mit den entsprechenden Informationen, beantwortet schnell ein paar Fragen und stellt die Flasche zu den vielen anderen ins Labormobil.

Für längere Unterhaltungen ist heute keine Zeit. Immer wieder stellen sich Menschen an, um den Service in Anspruch zu nehmen. Zwischen zwölf und 99 Euro kostet die Untersuchung, je nach Umfang der Auswertung.

Lina Remme nimmt die Proben entgegen und trägt die für die Untersuchung nötigen Informationen in Karteikarten ein. Quelle: Christin Schmidt

„Momentan ist das Interesse überall sehr hoch. Woran das liegt, kann ich nicht sagen“, so Gützow. 30 der 160 Proben hat er mit seiner Kollegin Lina Remme gleich vor Ort geprüft. Die Ergebnisse konnten sich die Bürger bis zum Mittag abholen.

„Das geht allerdings nur bei einfachen Gießwasser-Untersuchungen. Dabei prüfen wir den Nitrat- , den Säure- und den Salzgehalt“, so Gützow.

Wer wissen will, ob er mit seinem Brunnenwasser bedenkenlos den Pool füllen und Tiere tränken kann, muss zwei bis drei Wochen auf die Ergebnisse warten, die per Post verschickt werden. Ähnlich ist es bei der Trinkwasseruntersuchung „Dann rufen uns viele noch einmal an und wir nehmen uns Zeit für ausführliche Erklärungen“, so Gützow.

Ein Verein setzt sich für die Qualität des Wasser ein

Der VSR-Gewässerschutz entstand als Zusammenschluss verschiedener Bürgerinitiativen.

Seit vielen Jahren bietet der Verein verschiedene Wasseruntersuchungen an.

Mit den ermittelten Messwerten will der Verein auf ökologische Probleme und auch auf Risiken für die Gesundheit aufmerksam machen.

Die Proben können im Labormobil abgegeben oder per Post an den Verein geschickt werden.

Die Mitarbeiter erklären im Rahmen der Auswertung, welche Stoffe und Problematiken hinter den Messwerten stehen und zeigen mögliche Ursachen der Belastungen auf.

Mehr Infos zum Verein und seinen Aktivitäten auf www:vsr-gewässerschutz.de

Diesen Service wird vielleicht auch Günter Wickert in Anspruch nehmen. Er verbringt den Sommer mit seiner Frau auf ihrem Wochenendgrundstück in Kotzen. Am Dienstag kam er nach Rathenow, um eine Probe abzugeben. „Vor etwa sieben Jahren habe ich einen neuen Brunnen angelegt. Mich interessiert einfach wie die Wasserqualität ist“, sagt Wickert.

Ähnlich ist das bei Harald Gützow, auch er möchte wissen, was im Wasser drin ist. „Ich habe Kinder und die sollen auch noch sauberes Wasser trinken können“, erklärt er sein Engagement. Aufklären, auf das Problem der Verunreinigung aufmerksam machen und die Politik zur Verbesserung auffordern das sind seine Ziel.

Von Christin Schmidt

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