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Rathenow Kirchen-Sanierung: Weitere Millionen in Aussicht
Lokales Havelland Rathenow Kirchen-Sanierung: Weitere Millionen in Aussicht
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18:22 22.02.2019
Gute Aussichten für die Sankt-Marien-Andreas-Kirche. Die Weichen werden gestellt, damit sie für 7,5 Millionen Euro zu Ende saniert werden kann. Quelle: Bernd Geske
Rathenow/Potsdam

 Große Gefühle beim Blick zur Sankt-Marien-An-dreas-Kirche. Die Freunde des Gotteshauses konnten ihre Freude schwer in Worte fassen, als der Bundestag im November 3,75 Millionen Euro für die Vollendung des Wiederaufbaus der Kirche zugesagt hatte. Sage und schreibe 7,5 Millionen Euro sollten für das große Finale zur Verfügung stehen.

Parallel zu dieser grandiosen Vision setzte indes allgemein banges Hoffen ein: Würde das Land die Kofinanzierung übernehmen?

Rund drei Millionen Euro müssten zeitnah in Potsdam lockergemacht werden, damit das Finanzierungsmodell insgesamt auf die Beine gestellt werden kann. Bei Vorgesprächen sollte es positive Signale gegeben haben: Aber was heißt das schon?

Besprechung in Potsdam

Kein Geld aus Potsdam, dann auch kein Geld vom Bund und keine Fertigsanierung der Kirche. Damit dieses Schreckgespenst in der Kiste bleibt, dafür wurden Anfang der Woche in der Staatskanzlei Potsdam die Weichen gestellt. Deren Chef Martin Gorholt (SPD) hatte diverse Beteiligte eingeladen, um zielgerichtet zu besprechen, wie es jetzt weitergehen soll.

Eine Aufnahme von der Besprechung in der Staatskanzlei. Von links: Eva-Maria Urban, Heinz-Walter Knackmuß, Pfarrer Andreas Buchholz, SPD-Bundestagsabgeordnete Dagmar Ziegler, Staatssekretär Martin Gorholt, Rainer Walleser, Karin Melzer, und Margot Bähnisch. Quelle: privat

„Wenn der Bund 3,75 Millionen Euro für die Kirche zur Verfügung stellt, müssen wir sicherstellen, dass das Land seinen Beitrag leistet“, “, sagt Martin Gorholt. Weil es um eine große Summe geht, werde es einige Zeit dauern. Nach dem jetzigen Stand sehe es so aus, erklärt er, dass Landesmittel erst in den Jahren 2021 bis 2023 gebraucht werden.

Wenn die Kirchengemeinde und der Förderkreis zum Wiederaufbau der Kirche ihre Eigenanteile leisten, so Gorholt, sei auch das Land in der Pflicht. Wie der Bau ablaufen solle, sei grob bekannt.

„Das Land wird Rathenow nicht hängen lassen“

Die Staatskanzlei werde es nun übernehmen, mit dem Bund zu sprechen, wann dort aus Potsdam die Zusage für die Kofinanzierung gebraucht wird. Gorholt verspricht: „Das Land wird Rathenow nicht hängenlassen.“

Die entscheidende Rolle, dass sich der Haushaltsausschuss des Bundestages überhaupt für die Sankt-Marien-Andreas-Kirche entschied, hat die Bundestagsabgeordnete Dagmar Ziegler (SPD) gespielt. Sie weist zunächst darauf hin, dass die Gesamtsumme von 7,5 Millionen Euro nicht sofort ausgegeben werden muss, sondern sich auf die Jahre 2019 bis 2023 verteilt.

Für Bedenken hat vor allem gesorgt, dass das Land seinen Doppelhaushalt für 2019 und 2020 schon fertig hatte, bevor die Sankt-Marien-Andreas-Kirche überhaupt offiziell ein richtiges Thema wurde.

„Es ist nicht notwendig, dass das Land seinen Anteil von 2,9 Millionen Euro sofort leistet“, sagt Dagmar Ziegler jetzt. Zugesagt sei bereits, dass die Kirche 480 000 Euro für das neue Gemeindezentrum übernimmt und dass der Förderkreis für den Wiederaufbau 400 000 Euro aufbringt.

„Der allerwichtigste Schritt ist jetzt, dass so schnell wie möglich die Planung für die Arbeiten in Auftrag gegeben wird“, sagt Ziegler. Das sei nicht ganz einfach, weil die Ausschreibung europaweit erfolgen müsse. „Wir werden den Förderkreis dabei eng begleiten“, verspricht sie.„Weil das langjährige ehrenamtliche Engagement honoriert werden muss.“

Große Beratung in Rathenow

Im März solle eine große Beratungsrunde in Rathenow organisiert werden, bei der alle an einen Tisch kommen, die bei dem großen Projekt eine Rolle spielen, so Ziegler zur MAZ. Es sei von Anfang an klar gewesen, dass das Land die Sanierung der Sankt-Marien-Andreas-Kirche in seinen Haushalt aufnimmt, antwortet sie auf die entsprechende Frage.

Bereits im Herbst habe Staatskanzleichef Martin Gorholt zugesagt, dass eine Kofinanzierung durch das Land möglich ist. Das sei eine unabdingbare Voraussetzung dafür gewesen, dass der Bund überhaupt seine Förderung der Sankt-Marien-Andreas-Kirche beschließen konnte.

Wenn das Land viel Geld für die Rathenower Kirche geben soll, müsste das Finanzministerium Bescheid wissen. Finanzminister Christian Görke (Linke), der ein Rathenower ist, war am Freitag, ebenso wie seine Pressesprecherin, nicht für ein Statement zu erreichen.

Von Bernd Geske

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