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Rathenow Kinderheim in Zsobok steht vor ungewisser Zukunft
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16:12 19.02.2019
Ein paar Jungs, die im Kinderheim des rumänischen Dorfs Zsobok leben, nach dem Frühstück im Speiseraum. Quelle: Privat
Rathenow/Zsobok

 Einige der Nachrichten, die Manuela Neubüser vom Kinderheim im rumänischen Dorf Zsobok mitgebracht hat, klingen nicht so gut. Seit Beginn der 90er-Jahre ist im Westhavelland eine besondere Beziehung zum Ort im Apfeltal von Siebenbürgen gewachsen, weil dorthin immer wieder Transporte mit gespendeten Hilfsgütern geschickt wurden.

Die Rathenowerin Manuela Neubüser fährt seit 1991 auf privater Basis mehrmals im Jahr nach Zsobok, um Spenden abzugeben und zu helfen.

Manuela Neubüser. Quelle: Bernd Geske

Gesetzesänderung: Heim hat zu viele Kinder

In der vergangenen Woche war sie wieder einmal für vier Tage dort und hat erfahren, dass das Kinderheim zu einigen großen Umgestaltungen gezwungen ist, die sich für die Verantwortlichen als problematisch darstellen. Durch eine Gesetzesänderung in Rumänien darf jedes Kinderheim dort ab Beginn des Jahres 2021 nur noch maximal 16 Kinder beherbergen.

Im Kinderheim „Bethesda“ in Zsobok sind gegenwärtig noch 43 Waisen- und Halbwaisenkinder untergebracht. Außerdem wohnen dort derzeit zehn Kinder mit einem Internatsplatz. Damit ist das große Haus nicht ausgelastet. Es gab schon Zeiten, wo dort mehr als 100 Kinder versorgt worden sind.

Zweite neue Regelung in Rumänien

Bereits in Kraft getreten ist in Rumänien außerdem die neue Vorschrift, dass Kinder im Alter unter fünf Jahren gar nicht mehr in einem Heim untergebracht werden dürfen. Sie sollen ausschließlich in Pflegefamilien leben.

Diese beiden neuen Regelungen werden zur Folge haben, dass das Kinderheim, so wie es war, nicht mehr weiter existieren kann. Durch die sinkende Kinderzahl kommen außerdem der Fortbestand des Kindergartens und der Schule in Zsobok in Gefahr.

Plan: Ein, zwei Häuser kaufen

Um die bewährten vorhandenen Strukturen auch in Zukunft nutzen zu können, gibt es in Zsobok jetzt mehrere Ideen. Die örtliche Kirchengemeinde habe den Plan, berichtet Manuela Neubüser, im Dorf eines oder besser zwei leer stehende Häuser zu kaufen.

Diese könnten zu separaten Heimen umgebaut werden und den Gesetzen entsprechend Kinder beherbergen. Indes hat die Kirchengemeinde derzeit nicht komplett das Geld, um die gut erhaltenen Häuser, die im Dorf zum Verkauf stehen, zu erwerben.

Eine weitere Idee ist, in der oberen Etage des großen Kinderheims in Zukunft möglicherweise ein Projekt für gemeinsames Wohnen für Mütter mit kleinen Kindern aufzubauen. So etwas gibt es bisher in Rumänien nicht. Mit EU-Geldern für ein Pilotprojekt dieser Art wäre so etwas vielleicht zu realisieren – und zur Auslastung des Heimes wäre auch ein wichtiger Beitrag geleistet.

Gewünscht: Unterwäsche und Socken

Zum Kinderheim mitgenommen hat Manuela Neubüser bei dieser Fahrt vor allem Unterwäsche und Socken für die Kinder sowie Reinigungsmittel verschiedenster Art für das große Haus, die in Rumänien sehr teuer sind. Vor jeder Fahrt rufe sie bei der Heimleiterin Elisabeth Ruzsa an, berichtet sie, und frage danach, was gerade gebraucht wird, und kauft hier entsprechend ein. „Kleiderspenden für die Kinder werden gegenwärtig dort nicht benötigt“, teilt sie mit.

Hilfe für das Kinderheim in Zsobok

Seit dem Beginn der neunziger Jahre gingen aus dem Westhavelland wiederholt Laster mit Hilfsgütern nach Zsobok auf die Reise.

Nachdem 2005 die Hilfsaktion eingeschlafen war, hat die Evangelische Kirchengemeinde Premnitz sie 2013 wiederbelebt.

Die Kirchengemeinde bereitet gerade ihre diesjährige Hilfsaktion vor. An zwei Terminen im April werden wieder Spendenpakete angenommen.

Nach Amputation: Positive Nachrichten zu Gabriella Nemeti

Erfreulich positiv sind die Informationen über das 16-jährige Mädchen Gabriella Nemeti, das im Heim Zsobok lebt, und dem im vergangenen Jahr wegen einer Krebserkrankung ein Fuß amputiert worden war. Die Evangelische Kirchengemeinde Premnitz hatte für ihre Behandlung Spenden gesammelt und über 7600 Euro nach Zsobok überweisen können.

Gabriella Nemeti, als sie im vergangenen Jahr mit einer Gruppe aus dem Kinderheim in Zsobok zu Gast im Westhavelland war. Quelle: Bernd Geske

Gabriella hat jetzt ihre Endprothese erhalten, berichtet Manuela Neubüser. Diese habe ein bewegliches Sprunggelenk und es falle überhaupt nicht auf, dass sie mit einer Prothese läuft. Insgesamt sieben Mal waren Begleitpersonen des Heimes mit ihr zur Behandlung in der ungarischen Hauptstadt Budapest.

Nach dem Abschluss aller medizinischen Maßnahmen geht es ihr sehr gut. Die Kontrolle ihrer Blut- und Knochenwerte habe ergeben, dass sie als geheilt zu betrachten ist.

Von Bernd Geske

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