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Rathenow Wolfssichtung im Rathenower Stadtwald
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17:41 07.08.2018
Wolf im Rathenower Stadtwald. Quelle: Stadt Rathenow
Rathenow

Vermutet wird es schon seit einiger Zeit. Nun gibt es den Beweis: Auch der Rathenower Stadtwald ist keine wolfsfreie Zone mehr. Zwei Aufnahmen aus einer Fotofalle, die Stadtförster Thomas Querfurth bereits vor längerer Zeit installiert hat, belegen dies.

Geschossen wurden die Fotos von einer Wild-Kamera mit Bewegungsmelder am 19. Juli. Die erste Aufnahme entstand in der Nacht. Thomas Querfurth war sich beim Betrachten des Fotos, das wegen der Dunkelheit nicht von bester Qualität ist, bereits ziemlich sicher, dass es sich um einen Wolf handelt.

Absolute Klarheit brachte aber das zweite Foto, das am 19. Juli um 7.29 Uhr entstand. Seelenruhig streift der Wolf durchs Gelände. Zweifellos handele es sich um einen Wolf, so der Stadtförster. Vermutlich ein jüngeres Tier. Wahrscheinlich habe ein und dasselbe Exemplar die Fotofalle ausgelöst.

Das Wolfsrudel in Klietz

Auf dem rund 9000 Hektar großen Truppenübungsplatz in Klietz sind Wölfe seit rund sieben Jahren heimisch.

Erstmals wurde ein Wolf im Jahr 2011 mit Hilfe einer Fotofalle nachgewiesen.

Aus dem Jahr 2016 gibt es ein Foto, auf dem sieben Jungtiere zu sehen sind.

In diesem Jahr wurden auf dem Platz nachweislich mindesten fünf Wölfe geboren.

Das Foto ist der endgültige Beweis, dass der Wolf auch im Stadtwald unterwegs ist. Verwundern kann das nicht. Seit einigen Jahren ist bekannt, dass es auf dem Truppenübungsplatz Klietz ein Wolfsrudel gibt. Im Dezember 2016 war die Aufregung groß, als Bewohner in Rathenow-West einen durch die Straße streunenden Wolf ablichteten. Meldungen von Wolfssichtungen hat es seitdem immer wieder gegeben. Und nun das Foto aus dem Stadtwald, das unweit des Havellandradweges zwischen Rathenow und Stechow aufgenommen wurde.

Vermutlich ein Tier aus dem Klietzer Rudel

Querfurth geht davon aus, dass das Tier von dem Klietzer Rudel stammt. Wölfe seien in der Lage, bis zu 80 Kilometer am Tag zurückzulegen. Der Stadtwald falle also locker in diesen Radius. Ob das Rotwildrudel mit drei Kälbern, das Querfurth schon mehrfach im Stadtwald gesichtet hat, bereits eine unfreundliche Begegnung mit dem Jäger hatte, kann der Förster nicht sagen. Allerdings fehlte bei der letzten Sichtung eines der Kälber. Nicht auszuschließen, dass der Wolf es auf dem Gewissen hat. Möglich aber auch, dass das Jungtier auf andere Weise abhanden gekommen ist.

Das ist die erste, in der Nacht entstandene Aufnahme des Wolfs. Quelle: Stadt Rathenow

Auch ohne das Beweisfoto gab es sichere Indizien dafür, dass der Wolf dabei ist, den Stadtwald zu erkunden. Ende 2015 hatte es erste Hinweise in diese Richtung gegeben. Ein Mann hatte dem Stadtförster glaubhaft berichtet, auf der Grenze zur Gemarkung Stechow drei Wölfe gesehen zu haben. Seitdem hat Querfurth mehrere Risse dokumentiert, die auf einen Wolf schließen lassen.

Verändertes Wildverhalten

Außerdem berichten Jäger mit Revieren im Stadtwald von verändertem Wildverhalten: Die Tiere sind einhelligen Berichten zufolge vorsichtiger geworden, kommen seltener aus der Deckung und bewegen sich in größeren Rudeln. „Das deutet darauf hin, dass sich die Gefahr im Revier – eben durch einen neuen Beutejäger – erhöht hat“, sagt Querfurth.

Weitere Konsequenzen wird die Sichtung nicht haben. „Wir haben die Meldung an den Jagdverband weitergeleitet“, sagt der Stadtförster. Mehr sei nicht zu tun. Im Gegensatz zum Wild muss der Mensch übrigens keine Angst vor Meister Isegrim haben. Er passt nicht in dessen Beuteschema.

Von Markus Kniebeler

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