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Rathenow Zwei junge Frauen wollen die Politik der Stadt aufmischen
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17:24 18.02.2019
Frederike Timme (l.) und Mortischa Mokelke wollen ins Stadtparlament einziehen. Quelle: Christin Schmidt
Rathenow

Rathenows Stadtparlament könnte bald jünger und weiblicher werden. Dafür wollen Mortischa Mokelke und Frederike Timme sorgen. Die beiden sind im Rathenower Kinder- und Jugendparlament (KiJuPa) aktiv und bewerben sich nun zur Kommunalwahl am 26. Mai um einen Sitz in der Stadtverordnetenversammlung (SVV).

Angestiftet dazu haben die beiden jungen Frauen Diana und Daniel Golze von den Linken. Allzu große Überredungskünste brauchte es aber nicht, denn dass sie in die Politik wollen, das wissen Mortischa Mokelke und Frederike Timme schon eine ganze Weile. Nun stehen sie auf der Liste der Linken, allerdings ohne Parteibuch.

„Wir sind ja in unserer Altersgruppe so etwas wie alte Hasen in der Politik. Wir nehmen seit einiger Zeit regelmäßig an der SVV teil und arbeiten in Ausschüssen mit“, sagt die 17-Jährige Frederike Timme.

Studium in Halle und Potsdam, Mandat in Rathenow

Seit Oktober 2015 ist sie Mitglied im KiJuPa, im Oktober 2017 wurde sie zur Vorstandsvorsitzenden gewählt. Im Sommer legt sie ihr Abitur am Jahngymnasium ab und möchte dann in Potsdam Politik, Verwaltung und Organisation studieren. Sollte das nicht klappen, schwebt ihr ein Freiwilliges Soziales Jahr in der Politik vor.

Mortischa Mokelke ist 19 Jahre, seit 2017 Mitglied im KiJuPa und derzeit stellvertretende Vorstandsvorsitzende des Gremiums. Sie hat bereits im vergangen Jahr Abitur gemacht und sich bewusst dafür entschieden, ein Jahr zu jobben, Geld zu sparen und die Zeit zu nutzen, um aktiv im KiJuPa mitzuarbeiten.

Ab Herbst möchte sie in Halle Politikwissenschaften studieren und wenn es mit der Wahl klappt ab Juni in der Stadtpolitik mitmischen.

„Jetzt wird es endlich ernst“

Das Studium soll dem nicht im Wege stehen. Im Gegenteil. „Das ist eine tolle Chance, Erfahrungen zu sammeln. Jede Zeit, die man zum Mitgestalten in der Politik nutzen kann, ist eine gewonnene Zeit“, ist sich Mortischa Mokelke sicher.

Genau wie Frederike Timme ist sie fest entschlossen, Studium und Mandat unter einen Hut zu bringen und auch weiterhin im KiJuPa mitzuarbeiten. 

Die Reaktionen auf ihre Kandidatur seien durchweg positiv gewesen. „Meine Familie und Freunde freuen sich, dass ich diesen Schritt gehe. Seit ich 15 bin, habe ich den Wunsch in die Politik zu gehen. Jetzt wird es endlich ernst“, verrät Mortischa Mokelke.

Auch Frederike Timma kann sich der Unterstützung von Familie und Freunden sicher sein. Ihre Politiklehrerin ist ebenfalls begeistert.

Jugend, Bildung, Soziales und Kultur stehen im Fokus

Und was haben sie sich vorgenommen, wenn sie tatsächlich in die SVV einziehen? „Ganz allgemein wollen wir natürlich frischen Wind und neue Ideen in die SVV bringen“, macht Mortischa Mokelke deutlich. Neben Jugendthemen interessiert sie sich für die Kulturlandschaft ihrer Heimatstadt und nahm bereits an der öffentlichen Diskussionsrunde zum Kulturentwicklungsplan teil.

„Wir müssen Dinge fördern, die auch für Zuzug sorgen. Wir haben eine schöne Stadt, viel Natur, Wassertourimus, sehr viele aktive Vereine. Das Problem ist, dass zu wenige das wissen“, so Mokelke. In der SVV will sie ihre eigene Meinung vertreten, sachlich diskutieren und Kompromisse finden, die Rathenow voranbringen.

Frederike Timme liegt besonders das Thema ÖPNV am Herzen, aber auch mit den Bereichen Jugend, Bildung und Soziales will sie sich intensiv befassen. „Mir wäre es zum Beispiel wichtig, die Schulsozialarbeit weiter zu stärken und mehr Schüler zu ermutigen, dieses Angebot zu nutzen. Viele trauen sich einfach nicht, sich an ihren Sozialarbeiter zu wenden“, meint Timme.

Der Wahlslogan steht bereits fest

Eines ist den beiden besonders wichtig: „Wir sind den Linken sehr dankbar für diese Möglichkeit, zugleich wollen wir deutlich machen, dass wir überparteilich arbeiten und parteilos auf der Liste der Linken stehen“, betont Mortisch Mokelke. Und Frederike Timme fügt hinzu: „Wir wollen nicht in die Ecke ,links-grün-versifft’ gesteckt werden.“

Dass sie auf der Liste der Linken stehen, habe einfach damit zu tun, dass es die einzige Partei war, die ihnen eine Mitarbeit angeboten hat. „Sie sind auf uns zugekommen und haben sich aktiv darum bemüht, dass die SVV jünger wird“, so Timme.

Ihr Ziel ist es, möglichst viele Erstwähler zum Gang an die Wahlurne zu motivieren. Den passenden Slogan für den Wahlkampf hat sie schon: „Perspektiven vor Ort“.

In den nächsten Wochen werden sich die beiden Nachwuchspolitikerinnen intensiv mit dem Wahlprogramm auseinandersetzen und schon bald auf Stimmenfang gehen. „Wir wollen es wenigstens versuchen. Das Mindeste, das wir mitnehmen können, sind wichtige Erfahrungen“, sind sich die beiden einig.

Von Christin Schmidt

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