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Rathenow: Stürme hielten Feuerwehr auf Trab

Einsatzreiches Jahr 2015 Rathenow: Stürme hielten Feuerwehr auf Trab

Die Freiwillige Feuerwehr Rathenow hat eines der stressigsten Jahre aller Zeiten hinter sich. Dabei war die Zahl der Brandeinsätze nicht mal überdurchschnittlich hoch. Es waren vor allem die beiden schweren Sommerstürme im Juni und August, die die Wehrleute an den Rand ihre Leistungsfähigkeit gebracht haben.

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Die schweren Stürme im Sommer bereiteten der Rathenower Feuerwehr so viel Arbeit wie selten zuvor.

Quelle: Feuerwehr Rathenow

Rathenow. Ein Blick auf die Statistik sagt alles: Das Jahr 2015 war für die Freiwillige Feuerwehr Rathenow eines der arbeitsreichsten überhaupt. Im Vergleich zum Jahr 2014, als die Wehrleute zu 220 Einsätzen ausrückten, hat sich dieser Wert 2015 fast verdoppelt: 396 Einsätze sind vermerkt. Mit 451 Einsatzstunden wurde ein Wert wie seit Jahrzehnten nicht erreicht (Vergleich: 2014 fielen 279 Einsatzstunden an).

Von den 396 Einsätzen im vergangenen Jahr waren fast 150 sturmbedingt. Normalerweise liege der Durchschnittswert irgendwo zwischen 20 und 40 sagt Oliver Lienig, stellvertretender Rathenower Stadtwehrführer. Aber die zwei Sommerstürme im Juni und August hätten die Kameraden in Anspruch genommen wie noch nie. „Nach den Orkanböen herrschte Ausnahmezustand“, erinnerte sich Lienig. In der Einsatzzentrale seien die Alarmierungen im Minutentakt aus dem Faxgerät gefallen.

Der erste Sturm am 13. Juni, bei dem ein 49-jähriger Rathenower auf dem Weinberg erschlagen wurde, traf die Einsatzkräfte wie der sprichwörtliche Blitz aus heiterem Himmel. Innerhalb von wenigen Minuten habe sich eine Gewitterzelle aufgebaut, die dann vor allem den Rathenower Süden mit voller Macht traf, so Lienig. Abgedeckte Dächer, unter Bäumen begrabene Autos, blockierte Bundesstraßen und ein Baum auf der Regionalbahnlinie nach Brandenburg – es sei das komplette Programm abzuarbeiten gewesen.

Dass zwei Monate später erneut ein Sturm die Region mit ähnlicher Wucht treffen würde, das hätten sich die Rathenower nicht träumen lassen. „Im Juni haben wir gedacht, sowas erleben wir nicht wieder“, sagt Lienig. Und erinnert sich, dass der Einsatz am 15. August noch fordernder war als der zwei Monate zuvor. Zwischen Göttlin, Steckelsdorf und Grütz sei kaum noch eine Straße passierbar gewesen, hunderte Bäume habe der Sturm umgeknickt wie Streichhölzer. Besonders dramatisch sei ein Vorfall zwischen Schollene und Steckelsdorf gewesen. Eine Mutter mit ihren beiden Kinder habe einen Notruf abgesetzt: Ein Baum war auf ihr Auto gestürzt. Weil umgestürzte Bäume die L 96 aber noch an vielen anderen Stellen blockierten, kamen weder die Einsatzkräfte aus Rathenow an den Unfallwagen heran, noch die alarmierten Kollegen aus Schollene. Glücklicherweise war im Auto niemand verletzt, so dass die Familie, nachdem die Einsatzkräfte am Auto angelangt war, in Sicherheit gebracht werden konnte.

Was das Brandgeschehen angeht, fällt die Rathenower Bilanz für 2015 nicht ganz so dramatisch aus. Elf Großbrände, 22 Kleinbrände und vier Autobrände sind vermerkt. Die umfangreichsten Einsätze fanden allerdings nicht auf Rathenower Stadtgebiet, sondern in Premnitz statt. Sowohl beim Brand der leer stehende Kita „Kinderstadt“ als auch beim Großfeuer auf dem „Relux“-Gelände waren die Rathenower zur Stelle.

Der Start ins neue Jahr war im Vergleich zu den genannten Großereignissen unspektakulär. Ein paar Containerbrände in der Neujahrsnacht, Ölspuren im Stadtgebiet, ein angebranntes Essen mit Rauchentwicklung. Allerdings stehen bereits elf Einsätze zu Buche. Sollte das so weiter gehen, käme man am Ende fast an die Einsatzzahl der Vorjahres heran.

Einsatzreiches Jahr

Die Freiwillige Feuerwehr Rathenow hat 68 aktive Mitglieder.

Im Jahr 2015 rückten die Kameraden zu 396 Einsätzen aus. Dabei wurden 51 Personen unverletzt und 53 Personen verletzt gerettet. Vier Tote mussten geborgen werden.

Außerdem konnten fünf Tiere unverletzt gerettet werden.

Sieben Feuerwehrleute kamen bei den Einsätzen zu Schaden. Glücklicherweise kam es nicht zu schweren Verletzungen. Meiste zogen die Einsatzkräfte Schnittverletzungen und Verstauchungen zu.

 

Von Markus Kniebeler

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