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Friedensbrücke könnte Kunstwerk werden

Kreative Lösung des Graffitiproblems in Arbeit Friedensbrücke könnte Kunstwerk werden

An der aufwendig sanierten Friedensbrücke in Rathenow prangen Schmierereien, die jedem, der über die Brücke fährt, gleich ins Auge fallen. Stellt sich die Frage, warum das Wasser- und Schifffahrtsamt das Gesprühte nicht beseitigt: Der zuständige Ingenieur erklärt, warum das nicht so einfach ist, stellt aber eine kreative Lösung in Aussicht.

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Nicht zu übersehen: Die Schmierereien an der Friedensbrücke.

Quelle: Markus Kniebeler

Rathenow. Immer wieder beklagen sich Bürger am Sorgentelefon über die beschmierte Friedensbrücke. Viele können nicht verstehen, warum das Wasser- und Schifffahrtsamt (WSA), dem die Brücke gehört und das in den vergangenen Jahren rund zwei Millionen Euro in die Generalüberholung des Bauwerks steckte, die Verschandelung nicht beseitigt. Zuletzt hatte MAZ-Leser Günter Kunz gefragt, warum es nicht möglich sei, dass Mitarbeiter der Rathenower WSA-Außenstelle, die gleich neben der Brücke ihren Dienstsitz hat, sich um die Beseitigung der Graffiti kümmern. „Es muss doch nur einfach jemand mit einem Eimer Brückenfarbe und einem Pinsel ausgestattet werden“, so Kunz. So könnten zumindest die Schmierereien in Reichweite innerhalb von wenigen Minuten überstrichen werden. Die großen Vermieter in der Stadt hätten mit dieser Strategie einigen Erfolg, so Kunz. Denn wenn der Sprayer merke, dass „sein Kunstwerk“ ganz schnell verschwinde, verliere er irgendwann die Lust.

Das will Sven Brückner, zuständiger Ingenieur des WSA Brandenburg, gar nicht abstreiten. Dennoch erteilt er dem Vorschlag, der schon mehrfach gemacht wurde, eine klare Absage. „Es ist nicht unsere Aufgabe, in einen Wettstreit mit unbelehrbarn Schmierfinken zu treten“, sagt er. Aufgabe der Behörde sei es, für die Dauerhaftigkeit, Verkehrssicherheit und Standfestigkeit der Brücken zu sorgen. Und ein Graffito sei in diesem Zusammenhang eine zu vernachlässigende Erscheinung.

Einfache Lösungen gibt es nicht

Das heißt nicht, dass Brückner die Schmierereien gutheißt. „Wir haben uns auch sehr über die Verunstaltung geärgert“, sagt er. Und im Amt habe man sich auch über mögliche Strategien Gedanken gemacht. Nur sei es eben so, dass die einfachen Lösungen im Falle einer Brück nicht praktikabel seien. Beim Beseitigen eines Graffito mit Lösungsmitteln komme es unweigerlich zu Beschädigungen des Korrosionsschutzes. Und auch das ständige Übermalen führe bei einem technischen Bauwerk irgendwann zu Schäden an der Oberfläche. Dass es auch personaltechnisch für eine Behörde mit einem großen Wirkungsbereich kaum möglich ist, jede Schmiererei gleich nach deren Entstehung zu beseitigen, komme erschwerend hinzu.

Ohne Alternative ist der unbefriedigende Zustand der Friedensbrücke allerdings nicht. Nach Auskunft Sven Brückners gibt es konkrete Pläne, dass Bauwerk in diesem Sommer künstlerisch gestalten zu lassen. Das WSA habe bereits Kontakt zu professionellen Fassadenkünstlern aufgenommen. Diese seien aufgefordert, Ideen für einem Bemalung der Brücke zu formulieren. Eine dieser Ideen soll dann verwirklicht werden. Die Erfahrung habe gezeigt, dass Sprayer ein von Kollegen gestaltetes Objekt nicht so schnell verunstalten, sagt Brückner. Diesen Versuch wolle man an der Friedensbrücke wagen. Eine Garantie, dass es klappt, gebe es natürlich nicht.

Von Markus Kniebeler

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