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Rathenower Jung-Gärtner im Gärtnerei-Mekka

Beruf als Berufung Rathenower Jung-Gärtner im Gärtnerei-Mekka

Boskoop in den Niederlanden ist als Mekka der Pflanzenzucht bekannt. Der 21 Jahre junge Rathenower Jan Schepler ist gleich nach seiner Gärtner-Ausbildung für ein Jahr dorthin gegangen, um noch mehr zu lernen. Er schwärmt von den Chancen, die es dort gibt: Im Raum Boskoop gibt es über 500 Betriebe, die alle mit Pflanzen zu tun haben.

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Jan Schepler aus Rathenow bei der Arbeit in der niederländischen Stadt Boskoop.

Quelle: privat

Rathenow/Boskoop. Der Rathenower Jung-Gärtner Jan Schepler (21 Jahre) hat sich für ein Jahr ins Mekka der Pflanzenzucht aufgemacht. Weltweit bekannt ist in dieser Beziehung die Stadt Boskoop in den Niederlanden, Provinz Südholland, der auch der Apfel „Schöner aus Boskoop“ seinen Namen verdankt. Da gibt es die größte Konzentration von Baumschulen in Europa, die dort gezüchteten Pflanzen gehen überall hin auf dem Kontinent – manche werden sogar weltweit verschifft. Gleich nach Abschluss seiner Lehrzeit zog es Jan Schepler dorthin. Er bekam zum 1. September eine Anstellung bei der Firma Johann Stolwijk und Söhne. So ist er jetzt ein halbes Jahr dort und zeigt sich begeistert. „Man kann da unheimlich viel lernen“, schwärmt er, „diese Baumschule hat mit über 3000 Arten eines der größten Sortimente.“

Der Arbeitstag dauert derzeit von 6 Uhr morgens bis 20 Uhr abends

Die Chancen, ihn zu erreichen, sind indes derzeit nicht so groß. Denn das Frühjahr naht: Im Februar hat in Boskoop die Versandzeit begonnen, da müssen all die sorgsam gezüchteten Pflanzen gut verpackt zu den Kunden auf die Reise geschickt werden. So wie auch das andere Personal seiner Firma fängt der Rathenower gegenwärtig morgens um 6 Uhr mit der Arbeit an und hat erst um 20 Uhr Feierabend. „Es gibt viel Arbeit“, berichtet Jan Schepler, „Termine sind einzuhalten, Zeitdruck gibt’s oft.“ Auch am Sonnabend müsse jetzt gearbeitet werden. Mal bis 17 Uhr, manchmal nur bis 15 Uhr. Den halben Sonntag verschlafe er meist.

Von seiner Arbeit und der Region spricht Jan Schepler nur in den höchsten Tönen. „Rund um Boskoop gibt es rund 500 Betriebe, die alle mit Pflanzen zu tun haben“, erzählt er. Baumschulen gebe es dort schon seit über 600 Jahren. Seine Firma sei ein Komplettlieferant, was Pflanzen betreffe. Alles könne der Kunde dort bestellten, Stolwijk und Söhne schaffe es heran. Alleine in Deutschland habe der Betrieb 1200 Kunden. Viele Sendungen schicke man in die Schweiz, nach Österreich, Frankreich, Großbritannien und Tschechien. Sogar nach Japan sei kürzlich eine Lieferung gegangen. Diese Pflanzen mussten für den Seeweg natürlich besonders sorgsam eingepackt werden.

Boskoop, Provinz Südholland

Die Gemeinde Boskoop hat rund 15 000 Einwohner und liegt in der niederländischen Provinz Südholland.

Boskoop hat die größte Konzentration von Baumschulen in ganz Europa.

Haupteinnahmequelle der Gemeinde sind deren Baumschulen und Gärtnereien.

Der Apfel „Schöner aus Boskoop“ verdankt dem Ort seinen Namen.

Ein Betrieb neben dem anderen befinde sich im Raum Boskoop, berichtet der junge Rathenower. Alle hätte mit Pflanzen zu tun, aber jeder mache etwas anderes. Eine Firma zum Beispiel habe über 1000 Clematis-Sorten, eine andere lasse fast alle Arbeiten durch Maschinen erledigen. Täglich gebe es da für ihn etwas Neues zu lernen.

Jan Schepler denkt daran, noch ein halbes Jahr länger zu bleiben

Jan Schepler hatte schon eine etwas besondere Motivation, um nach Holland zu gehen. Seine Eltern haben in Rathenow an der Bammer Landstraße eine Baumschule. Die kann er irgendwann in der Zukunft einmal übernehmen. Auf die Firma Stolwijk und Söhne kam er, weil seine Eltern dort Kunden sind. Vor wenigen Tagen hatte er in Boskoop sogar eine Lieferung an die Baumschule Schepler versandfertig gemacht – und war wenig später sogar in Rathenow, als die Pflanzen eingetroffen sind. Stundenlang könnte der junge Mann darüber reden, was es alles für Pflanzen gibt, wie man sie vermehrt und am besten pflegt.

Nach Rathenow zurück kommt er vorerst nicht. In einem anderen Betrieb will er erst noch seinen Meisterabschluss machen. Seine Zeit in den Niederlanden würde laut Plan in einem halben Jahr enden. Aber damit hat er sich auch noch abgefunden. Jan Schepler könnte sich gut vorstellen, dort in einer anderen Baumschule noch ein weiteres halbes Jahr dranzuhängen.

Von Bernd Geske

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