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Havelland Rathenower Kita betreut Asylkinder
Lokales Havelland Rathenower Kita betreut Asylkinder
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00:29 31.05.2015
In der „Käferchen“-Gruppe der Kita Jenny Marx sind vier Kinder mit Migrationshintergrund. Zwei haben Wurzeln in Kamerun, jeweils eines im Tschad und in Bulgarien. Quelle: B. Geske
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Rathenow

Die gleich nebenan liegende Kita Die kleinen Philosophen hat bislang vier aufgenommen, in alle anderen Kitas der Stadt Rathenow gehen gegenwärtig keine Kinder von Asylbewerbern.

Jenny Marx ist mit ihren 240 Plätzen die weit größte Kita der Stadt. Deren Leiterin Heidrun Höffler weist darauf hin, dass die Einrichtung mit insgesamt 227 Kindern in Anbetracht des Personals von 27 Erzieherinnen derzeit voll ausgelastet ist. Zu den 20 Asylbewerberkindern hinzu kämen noch weitere 22 Mädchen und Jungen mit einem Migrationshintergrund anderer Art, berichtet sie.

Das ergibt zusammen einen Anteil von 18,5 Prozent. „Wir haben in jedem Monat einige Neuaufnahmen“, berichtet Heidrun Höffler. Bei der Erstaufnahme von Asylkindern werde für das Elterngespräch stets ein Dolmetscher angefordert. Die meisten kamen in letzter Zeit aus Tschad, Afghanistan, Iran, Irak und Kamerun.

Schulen, die Asylkinder haben, bekommen pro Kind eine Lehrerstunde zugeschrieben. So etwas gebe es für Kitas nicht, teilt Heidrun Höffler mit. Die Kinder würden ganz normal in die bestehenden Gruppen mit aufgenommen. Das funktioniere auch. Die Kleineren, etwa ab einem Jahr, lernen genauso Deutsch wie die gleichaltrigen Einheimischen. Die Größeren seien sehr interessiert an der Sprache, sagt Heidrun Höffler: „Wir staunen selbst, wie schnell sie Deutsch lernen.“

Engpässe in Rathenow

In Rathenow besuchen 20 Kinder von Asylsuchenden die Kita Jenny Marx, sieben weitere sind dort angemeldet. In der Kita Die kleinen Philosophen gibt es vier. Die Kitas Spatzennest, Mittendrin, Neue Schleuse, Haus der kleinen Strolche und Olga Benario haben bislang keine. Es gibt Engpässe.
In Premnitz ist ein Asylkind für eine Kita angemeldet, es erhält voraussichtlich im September einen Platz.
In Rhinow besucht kein Asylkind eine Kita. Aufnahmemöglichkeiten gibt es.
In Friesack gab es bislang keinen Antrag auf einen Kita-Platz. Es gibt die Möglichkeit, einen Platz zuzuweisen.

Untereinander und mit den Eltern sollten die Migrantenkinder ihre Muttersprache verwenden, laute die Orientierung. In der Kita aber werde Deutsch geredet. Die Einrichtung habe auch noch eine Sprachförderexpertin. Aber diese arbeite nicht separat mit den Migrantenkindern, sie sei als Mentorin für die Erzieherinnen vorgesehen. Danach gefragt, wie viele Asylkinder ihre Kita wohl noch aufnehmen könne, stellt Heidrun Höffler fest, die Grenze sei erreicht. Dreijährige habe sie schon ablehnen müssen, weil die Kita in diesem Altersbereich bereits sehr viele habe.

Und im Sinne der Integration, fügt sie hinzu, sollte es doch so sein, dass Kinder von Asylbewerbern in allen Kitas der Stadt betreut werden. Nach wünschenswerten Arbeitserleichterungen bei einem so hohen Migrantenanteil gefragt, weist die Kita-Leiterin auf eine Verbesserung des Betreuungsschlüssels hin. Auch deswegen streike das Personal.

Von der Kreisverwaltung war zu erfahren, dass Asylsuchende einen Anspruch auf Kita-Plätze haben. Deutsche hätten keinen Vorrang. Es könne aber sein, dass Einheimische wegen Berufstätigkeit auf einer Warteliste weiter oben vermerkt werden. Landkreis und Stadt haben bestätigt, dass es in Rathenow schon jetzt „Engpässe“ bei der Versorgung mit Kita-Plätzen gibt. Die Kommunen seien aber auf dem Weg, die Probleme zu lösen, die nicht allein nur durch Asylbewerber verursacht seien.

Von Bernd Geske

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