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Das Wasser soll ungehindert fließen

Linke fordert mehr Aktivität Das Wasser soll ungehindert fließen

Es ist jetzt gut fünf Jahre her, dass wegen hoher Grundwasserstände die Keller etlicher Rathenower Wohnungen absoffen. Momentan ist die Lage relativ entspannt. Damit es nicht noch mal so dramatisch wird, fordert die Linksfraktion die Stadt zur Vorsorge auf. Allerdings ist die Verwaltung für die Grabenpflege nicht zuständig.

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Der Riesenbruchgraben wird seit einigen Jahren wieder intensiv gepflegt.

Quelle: Markus Kniebeler

Rathenow. Es ist jetzt gut fünf Jahre her, dass wegen hoher Grundwasserstände die Keller etlicher Rathenower Wohnungen absoffen. Momentan ist die Lage relativ entspannt. Damit es nicht noch mal so dramatisch wird, fordert die Linksfraktion die Stadt zur Vorsorge auf. Allerdings ist die Verwaltung für die Grabenpflege nicht zuständig.

Der Forderungskatalog, den die Linksfraktion am Mittwoch den Stadtverordneten zur Abstimmung vorlegte, kann sich sehen lassen. „Der Bürgermeister wird beauftragt“, lautet der Leitsatz, der sich durch die Beschlussvorlage zieht. Sieben Entwässerungsgräben auf Rathenower Stadtgebiet sollen, so die Forderung, regelmäßig kontrolliert und – wenn nötig – von Abflusshindernissen befreit werden. Außerdem sei ein Grabenkataster zu erarbeiten, in dem der Zustand der Gräben dokumentiert sei.

Vorlage in Ausschüsse zurückverwiesen

Die Vorlage kam allerdings nicht zur Abstimmung, sondern wurde in die Fachausschüsse zurückverwiesen. Dort soll nun geklärt werden, welche Forderungen tatsächlich umgesetzt werden können. Denn nach Auskunft von Rathenows Vize-Bürgermeister Hans-Jürgen Lemle, dem Grund- und Hochwasserbeauftragten der Stadt, sei für viele der Forderungen, so plausibel sie klängen, die Stadt gar nicht zuständig.

Und tatsächlich: Die Pflege der Gräben, die Kontrolle der Durchlässe und die Dokumentation des Pflegezustands ist Aufgabe des Wasser- und Bodenverbands, der im Auftrag der von ihm vertretenen Grundeigentümer handelt. Zu denen gehört auch die Stadt Rathenow. „Wir stehen im engen Kontakt zum Verband und arbeiten seit Jahren sehr gut zusammen“, sagt Lemle. Von daher werde man die in der Beschlussvorlage aufgestellten Forderungen an den Verband herantragen und gemeinsam nach einer praktikablen Lösung suchen.

Die Gräben werden seit einigen Jahren wieder intensiv gepflegt

Die Gräben werden seit einigen Jahren wieder intensiv gepflegt.

Quelle: Frank Bürstenbinder

Allerdings habe sich die Situation in den Gräben seit dem dramatischen Grundwasseranstieg im Winter 2011 erheblich verbessert. Die Gräben in der Gemarkung Rathenow seien in einem sehr guten Zustand und würden regelmäßig kontrolliert und gepflegt. Ein Problem allerdings sei auch vom Wasser- und Bodenverband nicht so leicht zu lösen. Wenn ein Biberdamm im Naturschutzgebiet den Abfluss behindere, dann könne der nur mit einem komplizierten Antrags- und Genehmigungsverfahren beseitigt werden. Bestrebungen, diese Regelung zu vereinfachen, hätten noch nicht zum Erfolg geführt.

Das geforderte Grabenkataster muss übrigens nicht erarbeitet werden, es existiert bereits. „Der Wasser- und Bodenverband führt ein solches Kataster“, so Lemle. Der Geschäftsführer des Verbandes habe ihm zugesagt, der Stadt und den Stadtverordneten das Kataster zur Verfügung zu stellen.

„Wir sind seit Jahren mit dem Grundwasserproblem beschäftigt und nehmen dabei die Anregungen der Bürgerinitiative Grundwasser sehr ernst“, so Lemle. Den Antrag der Linken betrachte er als Aufforderung, diesen Weg fortzusetzen. „Und das werden wir tun“, so Lemle.

Ausgeklügeltes Grabensystem

Zur Wasserregulierung im Umland der Stadt Rathenow wurde vor langer Zeit ein ausgeklügeltes Grabensystem angelegt. Über diese kann bei Trockenheit Wasser zurückgehalten und bei Nässe Wasser abgeführt werden.

Die Pflege der Gräben übernimmt der Wasser- und Bodenverband – im Auftrag seine Mitglieder.

Die wichtigsten Gräben sind: Körgraben, Schwarzer Graben, Herrengraben, Vogelgesanggraben, Bahnseitengraben, Schwanengraben und Riesenbruchgraben.

Von Markus Kniebeler

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