Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Havelland Ärger um Festival: Polizeichef bekommt Maulkorb
Lokales Havelland Ärger um Festival: Polizeichef bekommt Maulkorb
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
11:30 21.09.2016
Plötzlich war die Polizei da – und ließ die Lautstärke beim Festival „Taste of HipHop“ drosseln. Quelle: privat
Anzeige
Rathenow

Die Sache wird noch ein Nachspiel haben. Die Sache muss noch ein Nachspiel haben. Am 6. August hatten Rathenower Jugendliche an der Havellandhalle einen Hip-Hop-Nachmittag gefeiert. „Taste of Hip-Hop“ hieß die Veranstaltung, die von Jugendarbeiter André Neidt organisiert worden war, mit ordnungsgemäßer Anmeldung und allem Zipp und Zapp. Aus dem entspannten Tag mit lauter Musik – eine Genehmigung gab es für den Zeitraum von 14 bis 21 Uhr - wurde dann aber nicht so richtig was, wie André Neidt im Jugendausschuss der Stadt am Montagnachmittag noch einmal erzählte: Schon gegen 15.30 Uhr habe ein Streifenwagen – offenbar von außerhalb - gehalten.

Beim Festival wurde die HipHop-Kultur gefeiert. Dazu gehörte auch das Besprühen von eigens aufgestellten Wänden. Quelle: C. Schmidt

Ein Beamter ist ausgestiegen und hat nach dem Veranstalter gefragt. Die Musik sei zu laut und müsse leiser gestellt werden. Neidt ist auf ihn zugegangen und hat dem Polizisten erzählt, dass die Veranstaltung ordnungsgemäß angemeldet sei und die Musik seiner Überzeugung nach auch noch im zulässigen Dezibel-Bereich liege. „Beides war dem total egal. Der bestand nur darauf, dass die Musik viel leiser gestellt werden müsste, obwohl er die Lautstärke gar nicht gemessen hatte“, sagte Neidt im Ausschuss.

Polizeichef Jürgen Sachet wurde ausgebremst. Quelle: Kniebeler

Angeblich habe es mehrere Beschwerden von Anwohnern gegeben. Wie sich später herausstellte, stimmte das nicht. Nachfragen bei der Polizei ergaben, dass es nur eine einzige Beschwerde gab. Nach einigem Hin und Her stellte der Jugendarbeiter der Stadt dann tatsächlich die Musik leiser. Ansonsten hatte der Polizist damit gedroht, die Veranstaltung aufzulösen. Auch so gingen viele der 150 bis 200 Jugendliche nach Hause. Denn ein Hip-Hop-Fest in Zimmerlautstärke macht wenig Sinn. Es blieb das tief empfundene Gefühl, ungerecht behandelt worden zu sein. Nur mal so zum Vergleich: Die Absage des Stadtfestes wegen ruhestörenden Lärms? Undenkbar! Das Konzert eines Volksmusikers in Zimmerlautstärke? Unvorstellbar!

Dieses offensichtliche Messen mit zweierlei Maß, stieß auch den Mitgliedern des Jugendausschusses übel auf. Auch deshalb hätten Sie gerne etwas von Jürgen Sachet, dem Leiter des Polizeireviers Rathenow, zu der Angelegenheit gehört. Der hatte sein Kommen zugesagt, kurzfristig aber wieder absagen müssen, weil ihm seine Vorgesetzten den Auftritt im Ausschuss untersagten.

Auch Basketball wurde beim Festival gespielt. Quelle: Ch. Schmidt

Der Fall beschäftigte auch den Landtag in Potsdam. Eine Kleine Anfrage von Dieter Dombrowski (CDU) wurde vom Innenminister beantwortet. In dem Schreiben heißt es unter anderem: „Die Lautstärkereduzierung erfolgte im gegenseitigen Einvernehmen mit dem Veranstalter“. Darüber, inwieweit gegenseitiges Einvernehmen vorliegt, wenn die Polizei damit droht, ansonsten die Veranstaltung aufzulösen, kann man streiten. Auf die Frage, woher die Polizei wusste, dass die Musik zu laut ist, lautet die Antwort: „Die Polizei wurde aufgrund der eingegangen Beschwerde tätig.“ Mit anderen Worten: Die Musik war zu laut, weil sich jemand beschwert hatte.

Die Stadtverwaltung wird den Vorfall in der kommenden Sitzung des Präventiven Rats mit der Polizei noch einmal ansprechen.

Von Ralf Stork

Havelland Wustermarker Bürgerhaushalt - CDU kritisiert Bürgermeister

Grobe Fehler und unprofessionelles Vorgehen wirft die Wustermarker CDU-Fraktion der Gemeindeverwaltung bezüglich der Abstimmung zum Bürgerhaushalt 2017 vor.

21.09.2016
Havelland Ein Kolumbus auf der Havel - Den Regen machte die Ketziner Feuerwehr

Sechs Wochen lang schipperte Susanne Fienhold Sheen im Sommer 1978 auf der Havel – von Potsdam bis zur Müritz. Unter hunderten von Mädchen wurde die damals Elfjährige für den Film „Ein Kolumbus auf der Havel“ ausgewählt. Besonders ein Drehtag in Ketzin/Havel ist der heute 50-Jährigen im Gedächtnis geblieben.

21.09.2016

Eine besondere Baustelle in Seegefeld zieht in diesen Wochen Neugierige aus aller Welt an. Studenten und Fachleute kommen, um zu sehen und zu helfen, wenn der Falkenseer Architekt Gereon Legge ein Haus baut, dessen Wände nur aus Lehm bestehen.

21.09.2016
Anzeige