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Rathenower Produkte als Leihgaben aus Leipzig

Optikindustriemuseum Rathenower Produkte als Leihgaben aus Leipzig

Das Optikindustriemuseum Rathenow erweitert seine Ausstellung mit Leihgaben aus Leipzig. Durch Zufall erfuhren Bettina Götze und Rolf Merkel von Verein zur Pflege der optischen Traditionen von einer eingelagerten Optik-Sammlung im Grassi-Museum. Sie halfen den Leipzigern bei der Bestimmung und bekamen alle aus Rathenow stammenden Objekte geliehen.

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Bettina Götze und Rolf Merkel vom Verein zur Pflege, Erhaltung und Förderung optischer Traditionen in Rathenow mit den neuen Leihgaben aus dem Grassi-Museum in Leizig.

Quelle: Bernd Geske

Rathenow. Auf wunderbare Weise ist das Optikindustriemuseum im Rathenower Kulturzentrum vor wenigen Tagen zwar leider nicht in den Besitz von acht außergewöhnlichen Exponaten gelangt – es darf sie aber vorerst als Leihgaben in seine Ausstellung einordnen. Dieser „Fischzug“ im freundlichsten Sinne geht zurück auf eine Fahrt von Bettina Götze und Rolf Merkel vom Verein zur Pflege, Erhaltung und Förderung der optischen Traditionen in Rathenow im vergangenen Jahr ins Leipziger Stadtmuseum. Der Optik-Verein ist seit seiner Gründung vor 23 Jahren ein fachkundiger Partner des Optikindustriemuseums. Er beschafft, beurteilt und beschreibt neue Exponate und ordnet sie in die Sammlung ein.

Vor Beginn der Buga die Ausstellung im Museum überarbeitet

Zum Beginn der Buga im April 2015 hatte Rolf Merkel weite Teile der Ausstellung überarbeitet und dabei Wert darauf gelegt, für Besucher klarer herauszuarbeiten, welchen Zwecken die einzelnen Exponate dienten. Für die Fotoabteilung des Museums holten darum Bettina Götze und er aus dem Leipziger Stadtmuseum eine Reihe von alten Aufnahmen, die von der seinerzeit bekannten Berufsfotografin Bertha Wehnert-Beckmann stammen. Sie arbeitete in Dresden, Prag und auch New York. Die hohe Qualität ihrer Bilder steht beispielhaft für die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts. Ihre Werke sind aufgenommen worden in die großen Sammlungen von Hamburg, Köln, München sowie in mehreren Städten der USA und Kanada.

Um im Rathenower Optikindustriemuseum zu zeigen, welche sehr guten Aufnahmen schon damals mit den Objektiven aus Rathenower Produktion möglich waren, holten also Bettina Götze und Rolf Merkel Arbeiten 2015 von Bertha Wehnert-Beckmann in Leipzig ab. Bei dieser Gelegenheit bekamen sie im dortigen Stadtmuseum den Tipp, es gebe im Leipziger Grassi-Museum für Angewandte Kunst eine eingelagerte Sammlung historischer Fototechnik, die bislang nicht genauer bestimmt werden konnte. Möglicherweise seien aus Rathenow stammende Objekte darunter, die für die Leute vom Rathenower Museum interessant sein könnten.

Die neuen Exponate aus Leipzig

Alle acht Objekte sind hergestellt worden in der Zeit vor 1872:

Eine Stereokamera, Hersteller Emil Busch Rathenow. Aus Mahagoni, Messing und Glas.

Ein Fotoapparat, Hersteller Emil Busch. Aus Holz, Messing und Glas.

Fünf Porträtobjektive unterschiedlicher Größen aus Messing und Glas. Hersteller viermal Emil Busch, einmal Firma Schulze & Bartels.

Ein Weitwinkelobjektiv Pantoscop aus Messing und Glas. Hersteller Emil Busch.

Bettina Götze und Rolf Merkel fuhren am gleichen Tag noch zum Grassi-Museum und durften tatsächlich die genannte Optik-Sammlung in Augenschein nehmen. Dabei stellten sie fest, dass sich darunter acht Objekte aus Rathenower Produktion befanden, die bespielhaft für deren Fototechnik aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts stehen. In sorgsamer Arbeit hat Rolf Merkel schließlich dem Grassi-Museum eine Bestandsbeschreibung der Optik-Objekte erstellt und im Gegenzug durften jetzt alle acht Exponate mit Rathenower Wurzeln als Leihgaben ins Optikindustriemuseum umziehen.

Das wichtigste Stück ist eine Stereokameras aus Mahagoni von vor 1872

Das wichtigste Stück ist sicher eine Stereokamera der Firma Busch aus der Zeit vor 1872, die aus Mahagoni-Holz, Messing und Glas besteht. Es ist bekannt, dass damals die erste Stereokamera Deutschlands aus Rathenow kam. In einer Preisliste von 1856 ist eine aufgeführt. Bei der seinerzeit ganz neuen Stereofotografie wurden damals schon zwei Aufnahmen so kombiniert, dass für den Betrachter ein räumlicher Eindruck entstand. Beeindruckend groß ist ein Porträt-Objektiv von der Firma Busch, das einen Linsen-Durchmesser von 22 Zentimetern hat und deshalb viel Licht fürs Foto sammelte. „Bei der neuen Fototechnik, die damals gerade erst entwickelt wurde“, erklärt Rolf Merkel, „ist Rathenow führend gewesen.“ Es sei unglaublich, durch Zufall nun vom Leipziger Grassi-Museum Exponate bekommen zu haben, die so exemplarisch für diesen Abschnitt sind.

Von Bernd Geske

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