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Rathenower Schüler proben für Tanzprojekt

Havelland Rathenower Schüler proben für Tanzprojekt

25 Mädchen und Jungen der Duncker-Oberschule Rathenow nehmen teil am Projekt „Dancing to Connect Refugees“, das die Heinrich-Böll-Stiftung aufgelegt hat. Zur Hälfe sind es Einheimsche und zur anderen Hälfte Flüchtlingskinder. Angeleitet von erfahrenen Trainern, sollen sie Erfahrung von Flucht und Ankommen mit tänzerischen Mitteln darstellen.

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Die Jugendlichen der Duncker-Oberschule beim Üben mit ihren Trainern, deren Chef von der New Yorker „Battery Dance Company“ ist.

Quelle: Bernd Geske

Rathenow. Manchmal geht eine Tanzkarriere ganz schnell. Mädchen und Jungen der Duncker-Oberschule Rathenow werden dabei sein, wenn am Donnerstag rund 100 Jugendliche von fünf Schulen aus verschiedenen Teilen des Landes im großen Potsdamer Nikolaisaal eine Tanz-Performance auf die Bühne bringen. Das öffentliche Interesse dürfte beträchtlich sein, mit Fernsehkameras und Fotoapparaten ist zu rechnen.

Von Lampenfieber ist bei den 25 Dunckerschülerinnen und -schülern indes noch nichts zu spüren. Zu sehr sind sie beschäftigt mit den Proben für den Abend im Scheinwerferlicht. Am letzten Donnerstag fing die Vorbereitung an, fünf Trainingstage waren angesetzt und es gibt viel zu tun. Es wird keineswegs so sein, dass die Jugendlichen eine Choreographie beigebracht bekommen, die sie dann vortanzen.

Vielmehr sind sie aufgefordert, selbst eine mit Mitteln des Tanzes erzählte Geschichte zu entwickeln, den sie vorführen. Zusammenleben von Geflüchteten und Einheimischen sowie Erfahrungen von Flucht und Ankommen sollen Anknüpfungspunkte sein.

Duncker-Oberschule hat gegenwärtig 36 Kinder aus Flüchtlingsfamilien

Die Rathenower Jugendlichen sind ausgewählt worden, an einem Projekt der Heinrich-Böll-Stiftung teilzunehmen, das „Dancing to Connect Refugees“ heißt. Tanzen, um mit Flüchtlingen in Kontakt zu kommen, könnte man das übersetzen. Eines Tages habe die Stiftung in der Schule angerufen, berichtet Schulleiter Thomas Winterfeldt, und gefragt, ob eine Gruppe beim Projekt mitwirken würde. Mit 36 Kindern von Asylbewerberfamilien ist sie die weiterführende Schule der Region, die bei Weitem den größten Anteil von Jugendlichen mit Fluchthintergrund hat.

13 deutsche und zwölf Flüchtlingskinder aus den Klassen 7 bis 10 sind ausgewählt worden. Sie sind zwölf bis 16 Jahre jung und werden betreut von Mario Delvalle, der Lehrer für Deutsch als Fremdsprache in der Duncker-Oberschule ist. An jedem Trainingstag fangen die Jugendlichen um 9.15 Uhr in der Turnhalle an und tanzen mit kleinen Pausen bis 14.30 Uhr. Müde Glieder gibt es immer wieder, schon die Erwärmung hat es in sich.

Spätestens jetzt muss mitgeteilt werden, dass die Heinrich-Böll-Stiftung hochkarätiges und anspruchsvolles Trainerpersonal an Land gezogen hat. Gewonnen wurden Profi-Tänzerinnen und -tänzer der New Yorker „Battery Dance Company“. Deren Verkehrssprache ist naturgemäß Englisch, die Stiftung hat ihnen aber auch weiteres Fachpersonal an die Seite gestellt, das bei Bedarf ins Deutsche und auch Arabische übersetzen kann. Gesprochen werden muss aber auch gar nicht so oft – sehr vieles wird doch vor- und nachgetanzt.

Heinrich-Böll-Stiftung: „Das Leitmotiv lautet: Tanzen verbindet!“

„Das Leitmotiv lautet: Tanzen verbindet!“, teilt die Heinrich-Böll-Stiftung mit. Das Projekt nutze die nonverbalen Potenziale des Tanzes, um gegenseitigen Respekt, Inklusion, Teamwork, Selbstwirksamkeit und Kreativität erlebbar zu machen. Auf diese Weise solle der Abbau von Vorurteilen und Berührungsängsten gefördert werden. Im Projekt noch mit dabei sind die Jean-Clermont-Schule in Oranienburg, die Oberschule Theodor Foantane und die Gesamtschule Friedrich Wilhelm von Steuben in Potsdam und das Oberstufenzentrum Werder.

„Ich bin ganz begeistert davon“, sagt Schulleiter Thomas Winterfeldt, „wie engagiert unsere Schülerinnen und Schüler beim Tanztraining mitmachen.“ Ihr Einsatz im Sportunterricht sei nicht immer so groß. „Wir suchen ständig nach vielfältigen Möglichkeiten der Integration für unsere Flüchtlingskinder“, erklärt er, denn im normalen Schulalltag laufe es nicht immer so, wie es sein sollte. Nach allem, was er erkennen könne, bringe das Tanzprojekt die Schule auf diesem Gebiet wieder ein gutes Stück voran.

Von Bernd Geske

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