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Pfiffige Produkte aus Recycling-Pappe

Schülerfirma der Bürgelschule Pfiffige Produkte aus Recycling-Pappe

Auch in diesem Schuljahr wieder hat die Gesamtschule Bruno H. Bürgel in Rathenow eine Schülerfirma. „Modern PappArt“, so lautet ihr Name, stellt pfiffige Einrichtungsgegenstände aus umweltfreundlicher Recycling-Pappe her. Am meisten gefragt sind bislang Spiralleuchten und Lichtbögen, in denen LEDs leuchten.

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Die Führungsriege der Schülerfirma Modern Papp-Art, von links: Andreas Gottschalk, Laura Arndt, Alexandra Tesching, Lucy Knodel und Tommy Rohrschneider.

Quelle: Bernd Geske

Rathenow. Schöner Wohnen mit Papp-Produkten. Diese Idee wollen 19 Mädchen und Jungen aus Klassenstufe 12 der Gesamtschule Bruno H. Bürgel in Rathenow Wirklichkeit werden lassen. Sie haben im Rahmen eines von der Junior gGmbH des Instituts der deutschen Wirtschaft in Köln ausgerufenen Wettbewerbs eine Schülerfirma gegründet. Ziel der Junior gGmbH ist es, dass Jugendliche etwas über unternehmerisches Denken und Wirtschaften lernen, indem sie selber eine Firma auf die Beine stellen. Es ist allgemein bekannt, dass ein Betrieb nur richtig ins Laufen kommt, wenn ihm eine zündende Idee zugrunde liegt. Die 17- bis 19-jährigen Bürgelschüler, die ihre Firma „Modern PappArt“ genannt haben, glauben auf Recyclingkarton bauen zu können.

Viele interessieren sich für Spirallampen und Lichtbögen

„Pappe, das ist unser Ding“, schickt der Vorstandsvorsitzende Andreas Gottschalk vorweg. Ziel sei, Einrichtungsgegenstände aus umweltfreundlicher Recyclingpappe herzustellen und zu verkaufen. Bislang hat sich abgezeichnet, dass die meisten Leute sich für Spirallampen und Lichtbögen interessieren (Foto). Als „Rohstoff“ für wenig Geld hat die auf Verpackungen spezialisierte Firma Eikemeier Pappquadrate mit kreisrunden Löchern, die ausgestanzten Kreise sowie kleinere Schnittreste zur Verfügung gestellt. Damit die Papplampen auch leuchten, werden sie innen mit energiesparenden LED-Lampen bestückt, was gut zum Öko-Image passt. Farbgestaltung nach Kundenwunsch.

Kontakt zu „Modern PappArt“

Die Schülerfirma „Modern PappArt“ hat eine Seite bei Facebook und ist dabei, eine Internetseite zu erstellen.

Per E-Mail ist sie zu erreichen unter modern-pappart@web.de.

Telefonischer Kontakt unter 0152/22 35 43 76 (Andreas Gottschalk für Fragen aller Art) und 0173/ 80 10 137 (Lucy Knodel für Vorbestellungen).

Ihr Startkapital musste sich die Firma über den Verkauf von Anteilsscheinen beschaffen. Von den maximal erlaubten 90 Scheinen zu je 10 Euro hat die Papp-Kameradschaft bislang 85 abgesetzt und damit 850 Euro hereingeholt. Die Gründungsversammlung mit den Anteilseignern war am 26. Januar, schon im Juni muss auf einer Hauptversammlung Bilanz gezogen werden. Danach ist die Firma laut Reglement wieder aufzulösen und die Anteilseigner bekommen ihr Kapital zurück. Im Idealfall mit Gewinn. Lief es nicht so gut, machen sie halt Verlust.

„Wir hätten niemals gedacht, was man alles berücksichtigen muss“, stellt der Chef Andreas Gottschalk fest. Wenn die Beschäftigten arbeiten, ist ihnen ein Stundenlohn von 50 Cent zu zahlen. Alle Finanzbewegungen und wichtige Entscheidungen sind zu protokollieren. Selbst Mehrwertsteuer müssen sie berappen. Über so gut wie jedes Detail muss der Junior gGmbH in Köln ein Bericht zugeschickt werden. Zwei geplante Unterrichtsstunden pro Woche und Nase im Werkraum sind die Regelarbeitszeit. Beschäftigte, die für die Firma brennen, schaffen auch in Freistunden und Pausen. Lucy Knodel, Abteilungsleiterin Technik, verrät: „Bei uns entsteht alles in Handarbeit.“

Für einen besseren Leuchteindruck hier eine Aufnahme bei abgedunkeltem Licht

Für einen besseren Leuchteindruck hier eine Aufnahme bei abgedunkeltem Licht. Man beachte den Lichtfleck an der Zimmerdecke von der Stehlampe hinten.

Quelle: Bernd Geske

Die Preisbildung war die Stunde der Wahrheit. Die Pilotprodukte namens „Papp-Flöckchen“, mit denen die Firma auf der Waldweihnacht im Dezember erstmals vor Kundschaft trat, hätten nach dem Gefühl ihrer Schöpfer deutlich weniger als 50 Cent kosten sollen – so einen Verlust hätte man den Anteilseignern nicht zumuten können. Am Ende sind für 1,50 Euro pro Teil insgesamt 109 Flöckchen über den vorweihnachtlichen Tisch gegangen.

Für die durchaus interessant geformten Spirallampen hat die Kalkulation beachtliche 50 Euro pro Stück ergeben, einige Bürgel-Lehrerinnen haben schon welche in Auftrag gegeben. Ein klares Signal, wie die Schülerfirma vor den Kunden besteht, wird Anfang März erwartet. Im großen Lebensmittelmarkt Kaufland in Rathenow-Süd, der mit der Bürgelschule einen Kooperationsvertrag hat, ist ein Verkaufssonnabend geplant, an dem mit umweltfreundlichen Papp-Produkten nur so gepowert wird.

Von Bernd Geske

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