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Rathenower Schulen haben kaum Platz für Flüchtlinge

Bildung für Asylbewerberkinder Rathenower Schulen haben kaum Platz für Flüchtlinge

Für Flüchtlingskinder gilt vom ersten Tag an Schulpflicht - auch wenn sie noch kein Deutsch verstehen. In Rathenow sehen sich die Schulen an den Grenzen ihrer Möglichkeiten. Das Schulamt arbeitet nun an einem Konzept, mit dem Kinder nicht planlos in die Klassen kommen. Schulübergreifende Vorbereitungsgruppen sind im Gespräch.

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Musikunterricht in der Schollschule: Zwei Flüchtlingskinder besuchen die Klasse 4a.

Quelle: Bernd Geske

Rathenow. Der wachsende Zustrom von Flüchtlingen stellt die Region vor Probleme. Der Landkreis beherbergt gegenwärtig 638 Asylbewerber, die meisten sind im Westhavelland untergebracht. Gerade erst ist das Aufnahmesoll des Kreises für 2015 von 555 auf 846 Personen erhöht worden. Die Flüchtlinge bringen Kinder und Jugendliche mit. Für sie gilt vom ersten Tag an die Schulpflicht, wenn sie im entsprechenden Alter sind – auch wenn sie kein einziges Wort Deutsch verstehen.

Flüchtlingskinder vor allem in Scholl-Grundschule und Duncker-Oberschule

Bislang sind es die Grundschule Geschwister Scholl und die Oberschule J.H.A. Duncker in Rathenow, die den größten Teil der Flüchtlingskinder aufgenommen haben. Wie die Stadt auf Nachfrage mitgeteilt hat, gehen in die Scholl-Schule derzeit 18 Asylbewerberkinder und in die Duncker-Oberschule 14. Die Grundschule Am Weinberg besuchen fünf Asylbewerberkinder, die Jahn-Grundschule zwei, in das Jahn-Gymnasium gehen vier, in die Gesamtschule Bruno H. Bürgel und die Otto-Seeger-Grundschule bislang keines. In die Grundschule Am Dachsberg Premnitz gehen acht Asylbewerberkinder, drei sind für die neuen 1. Klassen angemeldet. Eines besucht die Oberschule Premnitz. Zwei Kinder besuchen die Lilienthalgrundschule Rhinow.

Cornelia Topp, Leiterin der Scholl-Grundschule, weist darauf hin, dass dort von den insgesamt 272 Kindern 39 einen Migrationshintergrund haben. Mehr als 14 Prozent. Neben Asylbewerbern nimmt die Schule auch Flüchtlinge aus Syrien, Aussiedler aus der ehemaligen Sowjetunion und Kinder von weiteren Ausländern auf. „Welchen Status die Familien haben, erfahren wir nur, wenn sie angemeldet werden“, erklärt sie, „nicht immer können wir genau unterscheiden, aber das ist auch nicht wichtig für uns.“ Allerdings gibt die Schulleiterin unumwunden zu: „Bei uns sind die Grenzen von dem, was wir schaffen können, jetzt einfach erreicht.“

Gerade erst seien drei Kinder einer Familie aus Syrien gekommen, die so wie ihre Eltern kein Wort verstehen. Nun werde irgendwie versucht, den Kindern erste Sprachkenntnisse zu vermitteln. Es sei nicht unbedingt die große Masse der Kinder, sagt Cornelia Topp. Grenzwertig werde es für die Lehrkräfte eher dadurch, dass planlos immer wieder neue Kinder in die Klassen kommen, mit denen sie von ganz vorn anfangen müssen.

Kinder sollen auf mehr Schulen verteilt werden

Dass in Rathenow bislang vor allem zwei Schulen die Asylbewerberkinder aufgenommen haben, das bestätigt der für Migration zuständige Schulrat Harald Schmidt. „Es wird künftig nur funktionieren“, sagt er, „wenn wir die Kinder auf alle Schulen verteilen.“ Das Schulamt rechne für Rathenow in diesem Schuljahr mit 61 einzugliedernden Kindern und im nächsten Schuljahr mit 92.

Es sei vorgesehen, in Schulen in der Umgebung von Gemeinschaftsunterkünften schulübergreifende Vorbereitungsgruppen zu bilden. Die Gruppen würden dort für einen gewissen Stundenanteil außerhalb des normalen Unterrichts von Fachkräften betreut, die eine Zusatzqualifikation „Deutsch als Zweitsprache/Fremdsprache“ haben. Wenn solche Gruppen gebildet würden, sei ein Nachsteuern innerhalb des Schuljahres, wenn neue Flüchtlinge kommen, nicht erforderlich. Das Schulamt frage in dieser Woche in allen Schulen die aktuellen Zahlen ab, sagt Harald Schmidt, um eine Planungsgröße für das neue Schuljahr zu haben.

Von Bernd Geske

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