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Segler-Club bekommt neuen Anleger

Rathenow Segler-Club bekommt neuen Anleger

Der Rathenower Segler-Club hat bereits ein schmuckes Vereinsgelände am Hohennauener See. Vor einigen Jahren wurde das Vereinsheim neu gebaut, nun ist der Steg dran. Am Donnerstag brachte Landwirtschaftsminister Jörg Vogelsänger einen Förderscheck nach Rathenow, die Bauarbeiten haben begonnen.

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An der Baustelle: Peter Niemann (li.) und Jörg Vogelsänger.

Quelle: Joachim Wilisch

Semlin. Das passieret nicht allzu oft. Ein Minister der Landesregierung aus Potsdam rauscht zu früh heran, um einen Förderscheck zu überreichen. Man hätte meinen können, Jörg Vogelsänger habe es besonders eilig gehabt, um nach Rathenow zu kommen, wo der den Mitgliedern des Segler-Clubs einen Förderscheck mitbrachte. Nachdem das Vereinsheim vor einigen Jahren neu errichtet wurde, ist nun die Steganlage dran.

Der Minister ist begeistert

„Das sieht hier gut aus“, sagte der Minister begeistert. Natürlich hatten die Mitglieder des Vereins das Grundstück auf Vordermann gebracht. Die Boote sind in den Schuppen, der Rasen ist gemäht, die Wege gekehrt. Schmutzig ist es nur da, wo einst die Steganlage war. Bagger räumen die Steine weg, damit Platz für den Neubau eines Anlegers entsteht. Der Steg, den die Segler bisher nutzten, wurde im Jahr 1962 gebaut. „Damals haben wir Betonelemente genommen“, sagt Peter Niemann, der Vorsitzende des Vereins. Zwanzig Jahre später gab es eine erste Sanierung.

„Wenn der Hohennauener See vereist war, hat die Betonsteganlage immer etwas abbekommen“, so Niemann. Vor vier Jahren stand fest: ein neuer Steg muss gebaut werden. Das kann nun beginnen. Das Fördergeld stammt aus dem EU-Programm Leader. Für Vogelsänger auch ein gelungenes Beispiel, wie die Europäische Union mit ihren Programmen positiv bis in die Städte und Gemeinden hineinwirkt. „Ich freue mich, dass wir hier einen rührigen Verein unterstützen, der fest in der Gemeinde verankert ist“, sagte Vogelsänger.

Langer Weg zum Baubeginn

Peter Niemann erinnerte an den langen Weg, der zurückzulegen war, bis die neue Anlage nun gebaut werden kann. „Wir haben zunächst eine Stegkommission gegründet, die Vorschläge erarbeitet hat.“ Im Jahr 2014 wurde dann ein Ingenieurbüro beauftragt, das Projekt zu begleiten. „Schnell hatten wir uns entschieden einen Antrag auf Leader-Förderung zu stellen“, so Peter Niemann. Im Jahr 2015 wurde die Projektskizze bei der Lokalen Arbeitsgemeinschaft Havelland eingereicht. Diese ist für die Vergabe von Leader-Projekten zuständig.

„Nachdem auch von dort ein positiver Bescheid kam, haben wir die Förderanträge gestellt“, so Niemann. Insgesamt wird der Bau rund 259 000 Euro kosten. Der Rückbau der alten Steganlage hat begonnen. Für Niemann ist es ein weiterer Schritt, um die Infrastruktur für die Segler am Hohennauener See zu verbessern. Insgesamt hat der Verein aktive 85 Mitglieder, dazu kommen zwölf Jugendliche. „Der Nachwuchs ist hier“, sagte Niemann. „Und die Gegebenheiten sind gut.“

Für den Kreis verfolgte der Baudezernent der Verwaltung, Jürgen Goulbier das Geschehen. „Das läuft hier alles prima“, sagte er. Und weil die gesamte Anlage Eigentum des Vereins sei, könne man sich sicher sein, dass neu geschaffene Werte auch gepflegt und erhalten werden.

Aus der Vereinsgeschichte

Gegründet wurde der Segler-Club im Jahr 1924. Das Gelände, auf dem sich der Verein heute noch befindet, wurde gepachtet und später gekauft. Der erste Steg war eine Holzanlage. Damals, in den 1920er Jahren wurde auch das erste Vereinsheim errichtet. Regattasport, Fahrtensegeln und Gemeinschaftsveranstaltungen prägten das Vereinsleben, so Peter Niemann. 1945 bis 1950 ruhte der Sportbetrieb – die Menschen hatten andere Sorgen.

Im Jahr 1951 wurde die Betriebssportgemeinschaft Motor Rathenow gebildet. Hier gab es eine Sektion Segeln. „Die alten Segeltraditionen konnten fortgesetzt werden“, so Niemann am Donnerstag. Mit Unterstützung der Rathenower Optischen Werke wurde das Vereinsgelände ausgebaut, die Bootshäuser und die nun marode Steganlage entstanden.

Beste Bedingungen für Segler

Nun sind hier beste Bedingungen, um dem Segelsport weiter zu frönen. Peter Niemann freute sich darüber, dass der Vorsitzende des Kreissportbundes, Jörg Wartenberg, gekommen war. Jörg Zietemann repräsentierte die Stadt Rathenow und Semlins Ortsvorsteher Alfred Mantau freute sich, dass es am See wieder ein Stück vorwärts geht.

Das Verteilen von Leader-Förderbescheiden wird Landwirtschaftsminister Jörg Vogelsänger noch einige Zeit beschäftigen. Und er nimmt sich Zeit – wie am Donnerstag, wo er sich ausgiebig über den Segler-Club informierte, bevor es zurück nach Potsdam ging. Im Vereinsheim saßen sie da noch und schmiedeten bereits Pläne für die neue Saison.

Von Joachim Wilisch

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