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Rathenower Spuren in Havelberg

Eine ganz besondere Grabplatte im Dom St. Laurentius Rathenower Spuren in Havelberg

Bei einem Besuch in dem Havelberger Dom St. Laurentius sind auch Rathenower Spuren zu entdecken. Auf einer Grabplatte ist die Tochter des Rathenower Bürgers Balthasar Tiefenbach erwähnt. Er ist im Havelland kein Unbekannter: Im Jahr 1662 gründete er die Rathenower Stadtziegelei.

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Die Grabplatte in der Havelberger Kirche St. Laurentius.

Quelle: Heike Brett

Havelberg/Rathenow. Bei einem Besuch der Buga in Havelberg darf natürlich die Stadtkirche St. Laurentius mit ihrer wechselnden Blumenschau nicht fehlen. Gleich im Eingangsbereich lesen Besucher auf der ersten Grabplatte (Epitaph), an der linken Wand, den Familiennamen „Tiefenbach“. In dem Text auf der Grabplatte ist von einer Margareta Tiefenbach zu lesen, die am 12. Februar 1667 in Rathenow geboren wurde und am 8. September 1692 den Havelberger Bäcker, Brauer und Krüger, Meister Johann Ebels heiratete. Diese Frau starb laut der Grabplatte am 8. September 1692 im Alter von 63 Jahren in Havelberg. Geht man von der Grabplatte aus, offensichtlich die Ehefrau eines wohlhabenden Havelberger Bürgers.

Aus welcher Rathenower Familie stammte nun aber diese Frau? Wer sich mit der Ziegeleigeschichte der Stadt Rathenow und Umgebung beschäftigt, dem ist der Name „Tiefenbach“ natürlich bekannt. Ein Besuch im Archiv des Domstiftes in Brandenburg und Einsichtnahme in das Geburtenbuch von Rathenow des Jahres 1667, bestätigte diese Vermutung.

Stadtziegelei war damals besonders wichtig

Es handelte sich um die Tochter des Rathenower Bürgers Balthasar Tiefenbach, der gemeinsam mit Theodor Crell (laut Kirchenbuch Crelle), Johann Ludewig und Jeremias Malzahn im Jahre 1662 die Rathenower Rats- bzw. Stadtziegelei neu gründete. Die Stadtkasse konnte damals die benötigten Gelder nicht aufbringen, Schuld daran waren die Auswirkungen des 30jährigen Krieges. Eine neue Stadtziegelei war dringend notwendig, die meisten Häuser waren zerstört. Die alte Stadtziegelei war im Jahre 1591 zusammen mit 75 Häusern der Altstadt abgebrannt.

Die Grabplatte in der Gesamtansicht

Die Grabplatte in der Gesamtansicht.

Quelle: Heike Brett

Nun war es der privaten Initiative der vier Rathenower Honorationen und ihres Geldes zu verdanken, dass in Rathenow erneut eine Stadtziegelei entstand. Noch heute erinnert die Ziegelstraße und das Ziegelmeisterhaus an den Standort dieser Ziegelei.

Der Stadt wurde dadurch geholfen

Der Bürgermeister von Rathenow und seine Ratsmänner, das waren im Jahre 1662 Caspar Kriele, Johann Bergmann, Thomas Meerkatz, Matthias Bergmann und Johann Münch, sicherten mit Vertrag vom 21. März 1662 den Männern um Balthasar Tiefenbach eine 10jährige private Nutzung der Ziegelei zu. Der Stadt Rathenow war somit durch private Initiative geholfen worden.

Ein kleiner Ausflug in die Stadtgeschichte von Rathenow, an die man in der Havelberger Kirche St. Laurentius erinnert wird.

Von Heike Brett

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