Volltextsuche über das Angebot:

9 ° / 5 ° Sprühregen

Navigation:
Von der Buga beflügelt

Rathenower Unternehmer zufrieden Von der Buga beflügelt

Die Meldungen über das Millionen-Defizit der Buga sind in aller Munde. Wer mit Rathenower Unternehmern spricht, dem bietet sich ein völlig anderes Bild. Die Dienstleister im Westhavelland schwärmen vom Buga-Schub: wirtschaftlich und stimmungsmäßig.

Voriger Artikel
Alte Pistole in Wagenitz gefunden
Nächster Artikel
Schöne Grüße aus Tietzow

Fred Meier, Vorsitzender des Unternehmervereins (li.), mit Konditor Ingo Möhring.

Quelle: Markus Kniebeler

Rathenow. „Die Buga war ein Segen für die Region und die westhavelländischen Dienstleister“. Der das sagt, muss es wissen. Fred Meier ist nicht nur Taxi-Unternehmer, sondern auch zweiter Vorsitzender des Unternehmerverbandes Rathenow. Aus nahezu allen Branchen habe er – eine Woche vor Ende der Gartenschau – positive Rückmeldungen bekommen. „Die Hotels und Pensionen in und um Rathenow waren während der sschs Buga-Monate so gut gebucht wie noch nie“, berichtet Meier. „Es habe viele Wochenenden gegeben, an denen weit und breit kein Bett mehr zu bekommen war.“ Aber nicht nur die Beherbergungsbetriebe hätten von den Buga-Besuchern profitiert. Cafés, Restaurants, Rad- und Bootsverleiher, Taxiunternehmen und viele andere seien von dem Schub, den die Buga ihnen beschert habe, begeistert. Natürlich habe das auch eine Menge Arbeit bereitet. „Wir waren alle an der Grenze des Machbaren“, sagt Meier. „Aber es hat richtig Spaß gemacht.“

Meier will mit diesen Aussagen dem negativen Bild etwas entgegensetzen, das in jüngster Zeit nach den Berichten über das Millionen-Defizit der Bundesgartenschau entstanden ist. An den Zahlen sei nicht zu rütteln, sagt der Unternehmer. „Aber die Tatsache, dass die Buga-Macher sich bei der Besucherprognose verkalkuliert haben, bedeutet noch lange nicht, dass die Gartenschau ein Flop war“, sagt er. „Die Stadt war voller Menschen, die Stimmung war toll und gute Geschäfte wurden auch gemacht.“

Den Servicegedanken mit Leben gefüllt

Meier beschränkt sich, wenn er von Erfolg spricht, bewusst nicht nur auf den wirtschaftlichen Aspekt. Die Buga habe bei den Dienstleistern vor allem stimmungsmäßig etwas bewirkt. Die bisweilen zugeknöpften Havelländer seien plötzlich locker geworden, hätten die Gäste mit offenen Armen empfangen und hätten diese voller Stolz auf die Sehenswürdigkeiten ihrer Heimat neugierig gemacht. Es sei wichtig, diese Haltung auch nach der Buga zu bewahren, sagt er. „Wir dürfen nach dem Großereignis jetzt nicht die Rollladen herunterlassen, wir müssen einladend bleiben.“ Auch die Fähigkeit, als Werber in eigener Sache aufzutreten, sich mit der Heimatregion zu identifizieren und Gäste für diese zu begeistern, sei durch die Buga gefördert worden. „Das sollten wir auch weiterhin unaufgefordert tun“, sagt Meier. Ziel müsse es sein, den Anschub, den das Havelland durch das Ereignis Gartenschau erfahren habe, zu nutzen, um die Region als Reiseziel zu etablieren.

Gelingen kann das nach Ansicht Meiers nur, wenn die Akteure im Havelland kooperieren. Die Gartenschau habe gezeigt, dass viel zu erreichen sei, wenn man sich gegenseitig unterstütze. Natürlich sei am Ende jeder Unternehmer seines eigenen Glückes Schmied. Aber wenn man sich gemeinsam stark mache für die Heimat, wenn man Veranstaltungen zusammen organisiere, statt jeder für sich allein, wenn die Werbung aus einem Guss sei und das Marketing, dann helfe das sowohl dem Einzelnen als auch der gesamten Region.

Wie gut diese Kooperation funktionieren kann, konnte laut Meier fast an jedem Buga-Wochenende beobachtet werden. Wenn zum Beispiel die Kapazität einer Pensionen erschöpft war, seien die Gäste nicht selten an Beherbergungsbetriebe in der Nähe vermittelt worden. Ganz unbürokratisch, von Hotelier zu Hotelier. Die Konkurrenz wurde dann kurzerhand außer Kraft gesetzt.

Besucherzahlen bei der Buga

Die Besucherzahlen zur Buga (Stand: 28. September):

In Brandenburg an der Havel waren 450 000 Gäste auf dem Marienberg und 484 000 auf dem Packhof. Die Blumenschauen in Sankt Johannis sahen 320 000 Gäste.

In Premnitz waren 215 000 auf dem Buga-Gelände. In Rathenow besuchten 404 000 Gäste Optikpark und Weinberg. In Stölln auf dem Gollenberg-Flugplatz mit der „Lady Agnes“ wurden 170 000 Gäste gezählt.

In Havelberg kamen 380 000 Besucher in den Dombezirk und 171 000 zu den Hallenschauen in Sankt Laurentius.

Zwei Millionen Flyer wurden gedruckt und verteilt. 5500 Busse mit in etwa 220 000 Fahrgästen steuerten die Buga-Kommunen an. In 75 Reisekatalogen waren Buga-Fahrten zu buchen. 80 Gästeführer absolvierten 2100 Führungen.

Von Markus Kniebeler

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Havelland
57811e88-cc1d-11e5-9fb5-3858ea6ed044
Babys aus Oberhavel (6)

Babys aus Oberhavel, Januar/Februar 2016

MAZab: Termine

Was geht ab? Jede Menge Events in Potsdam und im Land Brandenburg

Kinoprogramm

Alle aktuellen Filme in den Kinos von Potsdam und im ganzen Land Brandenburg