Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Havelland Rathenower baut Maß-Prothesen für  Tiere
Lokales Havelland Rathenower baut Maß-Prothesen für  Tiere
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
08:25 04.03.2017
Diesem Hund konnte mit einer Prothese geholfen werden. Quelle: privat
Anzeige
Rathenow

Für viele Tiere wäre es der Anfang vom Ende, wenn sie eines oder mehrere ihrer Beine nicht mehr benutzen können. Lähmungen, Verletzungen oder Fehlfunktionen können Gründe dafür sein. Über 100 Leidensgeschichten für Tiere mit Handicap und deren Frauchen oder Herrchen mussten in den letzten acht Jahren aber nicht geschrieben werden, weil es für sie in Rathenow einen kompetenten Retter gibt.

Der Orthopädiemechaniker Olaf Piritz baut in seiner Werkstatt am Baumschulenweg nebenberuflich Gehhilfen für Hunde, Katzen und andere Arten. Fast immer gelingt es ihm, seinen Patienten mit Prothesen, Orthesen, Bandagen oder Rollwagen wieder zur Beweglichkeit zu verhelfen. Und wenn davon nichts hilft, fällt ihm etwas anderes ein.

Olaf Piritz in seiner Rathenower Werkstatt mit dem Griechischen Schäferhund Rudolf aus Berlin, für den er zwei Ganzbeinorthesen für die Hinterläufe gebaut hat. Quelle: privat

Für den Griechischen Schäferhund Rudolf hat er kürzlich zwei Ganzbeinorthesen für die Hinterläufe gebaut. Deren Gelenke haben Fehlstellungen. Nun lässt sich hoffen, dass in ein paar Wochen seine Beine gesund werden. Bei Zwergmischling Lucky sind die Hinterläufe gelähmt. Mit seinem nach Maß angefertigten Rollwagen kann er sich viruos bewegen. Dem Fohlen Pegasus, das nicht aufstehen konnte, hat Olaf Piritz mit einer Schiene fürs Vorderbein geholfen.

Orthopädiemechaniker für Tiere gibt es nicht

Orthopädiemechaniker für Tiere gibt es nicht wirklich. Einige wenige mutige Leute versuchen sich deutschlandweit an Gehhilfen dieser Art. 2008 ist Olaf Piritz in diese Sphären vorgestoßen – und er bringt zweifelsohne dafür beste Voraussetzungen mit. Er hat einst in der Rathenower Firma Friedenberger Orthopädiemechaniker für Menschen gelernt. Nach diversen Jahren in verschiedenen Firmen ist er seit 2014 wieder dort angestellt. Es ist ihm aber wichtig, dass seine hauptberufliche Tätigkeit in der Firma Friedenberger für die Humanmedizin nicht mit seiner Arbeit fürs Tierwohl vermischt wird. Das macht er nebenberuflich nach Feierabend oder am Wochenende. Zu erreichen ist er für diese Zwecke unter Telefon 0172/31 01 542.

Als Olaf Piritz 2008 in einer Neuruppiner Klinik für einen Mann eine Knieorthese anfertigte, hat dieser ihn gefragt, ob er das auch für einen Schäferhund machen könne. „Der Hund hatte an einem Hinterlauf einen Bänderriss, wie sein Herrchen“, berichtet der. Er habe sich beim Bau seiner ersten Tierorthese ausprobiert und es habe funktioniert. Der Mann, dessen Hund er geholfen hatte, empfahl ihn weiter. Seitdem rufen und klopfen immer mal wieder Leute bei ihm an. Im vergangenen Jahr ist es so viel geworden, dass er dafür eine Firma angemeldet hat.

Viele Kunden und Patienten kommen aus Berlin. Der Rathenower half aber auch schon Tieren aus Dresden, Leipzig, Hamburg, Rostock und diversen anderen Orten in diesem Bereich. Im Prinzip ist ein Tierbein gar nicht so viel anders als ein menschliches gebaut. „Aber die Statik ist völlig verschieden“, erklärt Olaf Piritz. „Vierbeiner bewegen sich ganz anders.“

Carbon, Neopren, Leder, Edelstahl, Titan

Meistens macht er vom geschädigten Bein einen Gipsabdruck und fertigt daran nach Maß die Gehhilfe an. Werkzeuge wie Nähmaschinen, Fräsmaschinen oder eine Drehbank hat er sich in gebrauchter Form im Laufe der Jahre besorgt. Die Materialien sind die selben wie beim Menschen: Carbon, Neopren, Polyethylen, Leder, aber auch Edelstahl und Titan.

Auch auf dem eigenen Hof musste Olaf Piritz sein Geschick auch schon anwenden. Hahn Hubertus hatte sich ein Bein verletzt, als er zwei Küken gegen eine fresswütige Krähe verteidigte. Er humpelte heftig. Nachdem er fünf Wochen eine von Herrchen gebaute Schiene trug, war nur noch ein leichtes Hinken übrig und er konnte seine Hühner wieder wie früher beglücken.

Ein Kater mit nur einem Hinterbein hat dem Meister schon einmal alles abverlangt. Einen Rollwagen mochte er nicht „fahren“, hat sich immer aus dem Gestell herausgewurschtelt. Olaf Piritz hat ihm einen Haken gebaut: Eine Schlaufe unter dem Bauch hindurch, mit der ihn Herrchen von oben per Handgriff halten konnte. Es war wunderbar, das Paar beim Spaziergang zu beobachten.

Von Bernd Geske

In Markee (Havelland) will die Firma Mosolf auf 65 Hektar ein neues Gewerbegebiet errichten. Allerdings ist die Verkehrssituation noch ungeklärt. So befürchten die Einwohner, dass künftig deutlich mehr Lkws durch ihren Ort fahren. Die Nauener Abgeordneten haben deshalb angekündigt, dass sie ihre Zustimmung verweigern, wenn keine Umgehungsstraße gebaut wird.

06.03.2017

Im Atemschutzzentrum Havelland in Falkensee müssen Feuerwehrleute aus dem Landkreis, die Atemschutzgeräte tragen, jedes Jahr einen Testlauf absolvieren. Dabei kommt es darauf an, am Ende noch genügend Luft in der Flasche zu haben. Nicht jeder erreicht dieses Ziel.

06.03.2017

Vom Lehrer des Oberstufenzentrums in Rathenow zum Professor an der Technischen Hochschule Brandenburg (THB). Justus Eichstädt ist dort seit dem 1. März Professor und Studiendekan im Studiengang Augenoptik/Optische Gerätetechnik. Die neue Aufgabe ist dem 34-Jährigen eine Ehre.

03.03.2017
Anzeige